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FIA-Urteil nach F1-Crash in Singapur 2017 steht, Schuldfrage bleibt

Die FIA-Rennkommissare verhängten in Singapur keine Strafe gegen Vettel, Räikkönen, Verstappen. Doch bei der Schuldfrage gehen die Meinungen auseinander.

Norman Fischer

Bearbeitet: 18.09.2017, 09:14

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Startcrash: Sebastian Vettel, Ferrari SF70H, Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Kimi Raikkonen, F

Start: Sebastian Vettel, Ferrari SF70H, Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Kimi Raikkonen, Ferrar

Start. Sebastian Vettel, Ferrari SF70H, Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Kimi Raikkonen, Ferrari SF70H

Startcrash: Kimi Raikkonen, Ferrari SF70H, Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Sebastian Vettel, F

Startcrash: Sebastian Vettel, Ferrari SF70H, Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Kimi Raikkonen, F

Startcrash: Sebastian Vettel, Ferrari SF70H, Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Kimi Raikkonen, F

Startcrash: Sebastian Vettel, Ferrari SF70H, Kimi Raikkonen, Ferrari SF70H

Crash: Sebastian Vettel, Ferrari SF70H, Kimi Raikkonen, Ferrari SF70H, Max Verstappen, Red Bull Raci

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Startcrash: Sebastian Vettel, Ferrari SF70H, Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Kimi Raikkonen, F

Crash: Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Kimi Raikkonen, Ferrari SF70H

Startcrash: Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Kimi Raikkonen, Ferrari, Fernando Alonso, McLaren

Startcrash: Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Kimi Raikkonen, Ferrari, Fernando Alonso, McLaren

Startcrash: Kimi Raikkonen, Ferrari SF70H, Max Verstappen, Red Bull Racing RB13

Kimi Raikkonen, Ferrari, und Max Verstappen, Red Bull Racing, nach Startcrash

Autos von Max Verstappen, Red Bull Racing RB13 und Kimi Raikkonen, Ferrari SF70H. nach Crash

Autos von  Kimi Raikkonen, Ferrari SF70H und Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, nach Crash

Maurizio Arrivabene, Ferrari-Teamchef

Die Schuldfrage des Startunfalls beim Formel-1-Grand-Prix von Singapur 2017 ist geklärt - zumindest von offizieller Seite aus: "Kein Fahrer trägt die ganze oder die Hauptschuld für den Zwischenfall", heißt es in den Berichten der Rennkommissare. Die hatten Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen und Max Verstappen nach ihrer Kollision beim Start zu sich geladen und nach ihren Eindrücken befragt. Konsequenz: Es gibt keine Strafe für einen der 3 Fahrer.

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Für Vettel, Räikkönen und Verstappen dürfte das Aus in Runde 1 schon Strafe genug sein, trotzdem dreht sich bei den Beteiligten (und Unbeteiligten) vieles darum, wer den Startcrash zu verantworten hat. Die vorherrschende Meinung teilt die Einschätzung der Rennleitung und sieht einen einfachen Rennunfall: "Aus meiner Sicht war das eine Verkettung blöder Umstände", urteilt Mercedes-Aufsichtsratsvorsitz Niki Lauda.

Bildergalerie: Grand Prix von Singapur

Max Verstappen hatte sich nach seinem Aus jedoch hingestellt und Sebastian Vettel den Schwarzen Peter zugeschoben. "Er hat angefangen, mich einzuquetschen", wehrte sich der Niederländer. Diese Einschätzung wird von vielen Seiten geteilt, doch einen Vorwurf macht Vettel dafür keiner: "Als Führender versucht er Verstappen ein bisschen nach links zu drängen", erkennt Ex-Pilot Timo Glock - ein völlig normales Manöver.

Keine Chance für Verstappen

Das Problem dabei: "Er sieht in dem Winkel nicht, dass Kimi so einen Mega-Start hat", so Glock. Red-Bull-Teamchef Christian Horner nickt: "Er war Max gegenüber ziemlich aggressiv, und Kimi hat das gleiche von der anderen Seite gemacht. Das Ergebnis hat man dann gesehen", so der Brite. Verstappen wollte nach eigener Aussage noch zurückziehen, doch die Ferrari flogen so schnell heran, dass er keine Chance hatte.

"Man sieht Onboard bei Verstappen, wie schnell Kimi angeschossen kommt. So schnell kann Verstappen gar nicht reagieren", nimmt Glock den Youngster aus der Schusslinie. Bei Ferrari stellte man die Situation hingegen anders dar. Laut dem Twitter-Account der Scuderia habe Verstappen Räikkönen aus dem Rennen genommen, der dann noch Vettel berührt habe.

 

Mit dem Vorwurf kann Red-Bull-Teamchef Horner jedoch wenig anfangen: "Wie man aus den Bildern darauf schließen kann, weiß ich nicht", schüttelt er den Kopf. "Man kann sehen, dass Sebastian aggressiv von links kommt, Kimi von rechts (aus Sicht von vorne; Anm. d. Red.) - und Max kann sich nicht in Luft auflösen. Er hat seine gerade Linie behalten und es war einfach richtig unglücklich, dass er so aus dem Rennen gerissen wurde."

Hätte Räikkönen mehr Platz lassen können?

Laut Horner sollte jeder, der eine Schuld bei Verstappen sieht, "seine Augen untersuchen lassen". Auf den Tweet bekam Ferrari zahlreiche Reaktionen, sodass man sich zu einer Erklärung veranlasst sah. Man habe lediglich den faktischen Ablauf des Zwischenfalls wiedergegeben. "Es gibt keinen Grund für Spekulationen", heißt es weiter.

 

Und welche Rolle hatte Kimi Räikkönen in dem Ganzen? Der Finne gab an, dass er den Unfall nicht hätte verhindern können - außer er wäre schlechter gestartet. "Der probiert alles und konnte nicht ausweichen", sieht auch Lauda keine Schuld beim Ferrari-Piloten. "Er war neben Verstappen, und wenn Verstappen rüber muss, weil Sebastian drängt, dann geht es nicht anders."

Doch hätte Räikkönen nicht vielleicht doch noch weiter nach links fahren können? Das behauptet zumindest Timo Glock: "Er ist auf gleicher Höhe und fährt dann schon nach rechts rüber. Er lässt Verstappen eigentlich überhaupt keinen Platz", so der Deutsche. "Er hätte ja auch noch ein Stück weiter links fahren können." Glock findet, dass Räikkönen seinen Anteil hat: "Wenn ich einen so guten Start habe, dann weiß ich: Normalerweise bin ich der erste, der in Kurve 1 einbiegt. Er hat nicht die Not gehabt, so weit nach rechts rüberzufahren."

Ferrari-Teamchef hadert mit den Kommissaren

Im Nachhinein hilft das aber auch nichts mehr. Fakt ist, dass alle drei Fahrer ausschieden und Ferrari einen immensen Rückschlag in der WM hinnehmen musste, während Konkurrent Mercedes profitierte. Das ist selbst Motorsportchef Toto Wolff etwas unangenehm: "Wir hatten die Situation in der Vergangenheit, deswegen kann ich mir vorstellen, wie schrecklich sich Maurizio (Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene), Sergio (Ferari-Präsident Segio Marchionne; Anm. d. Red.) und das ganze Team fühlen."

Jener Arrivabene ist im Übrigen nicht ganz glücklich damit, wie die Rennkommissare die Sache verhandelten. Zunächst wurden nur Vettel und Räikkönen eingeladen, Verstappen erst deutlich später. "Das finde ich sonderbar", meint der Ferrari-Teamchef. Doch am Ende haben alle 3 Parteien die gleiche Strafe erhalten - nämlich keine.

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