F1-Sportchef Ross Brawn: "Ich könnte mit Ecclestone nicht arbeiten"

Der neue Sportchef der Formel 1, Ross Brawn, erklärt, das er mit dem früheren Chef der Königsklasse, Bernie Ecclestone, nicht zusammenarbeiten könnte.

Trotzdem habe er nie zur Bedingung gemacht, dass Ecclestone abgesetzt würde, bevor er seinen neuen Job akzeptiert habe, betont Brawn.

Der ehemalige F1-Teamchef ist seit der Übernahme der Formel 1 durch Liberty Media neben Geschäftsführer Chase Carey und dem kommerziellen Chef Sean Bratches Teil eines Dreigestirns, das die Formel 1 leitet.

Im Zuge der Neustrukturierung wurde Ecclestone zum Ehrenvorsitzenden ohne Stimmrecht gemacht und der 86-Jährige hat zugegeben, dass er mit der neuen Geschäftsführung wenig zu tun habe.

Der ehemalige Mercedes-Teamchef Brawn startete als Berater für Liberty, während das amerikanische Unternehmen noch in Verhandlungen um den Kauf der Formel 1 war. Später übernahm der die Stelle des Sportchefs.

Ecclestone sagte, dass Brawn den Posten wohl nicht angenommen hätte, wenn er geblieben wäre. Brawn widersprach dieser Aussage jedoch entschieden. "Das ist nicht wahr", sagt er im Interview für die nächste Ausgabe von F1 Racing. "Ich meine, ich könnte mit Bernie nicht arbeiten, ich habe das aber nie zur Bedingung gemacht."

Brawn sagte, dass er und Ecclestone sehr unterschiedliche Ansichten hätten, wie man die Formel 1 weiterbringen könnte und das hätte eine Zusammenarbeit sehr schwierig gemacht.

"Es wäre sehr unterhaltsam geworden, mit Bernie zu arbeiten", sagte Brawn. "Es wäre nicht unmöglich, aber Bernie hat die Dinge im Laufe der Jahre auf seine Art gemacht und auch sehr effektiv."

"Ich habe Bernie nie mit irgendwelchen ernsthaften Partnern gesehen, sicher nicht in der Geschäftsführung", fuhr er fort. "Er hatte Leute, die ihm bei einigen Aspekten des Geschäfts geholfen haben. Ich bin aber nicht sicher, dass meine Philosophie, wie es weitergehen sollte, sich mit der von Bernie deckt."

"Bernie hatte eine sehr geschickte reaktive Herangehensweise; meine ist das ganze Gegenteil, ich will eine, die langfristig plant. Ich denke, Bernies berühmter Ausspruch ist: 'Plane nicht langfristig, denn du weißt nicht, was da ist, wenn du hinkommst.'"

Die Zusammenarbeit zwischen der FIA und dem kommerziellen Rechteinhaber der Formel 1, FOM (Formula One Management), scheint sich in dieser Saison verbessert zu haben und Brawn hofft, das dieser Trend anhält.

Die FOM werde beim Reglement involviert sein, sagte Brawn, betonte aber auch, dass die letzte Entscheidung weiter bei der FIA liege.

"Wir werden unsere Ecke verteidigen – in der Zukunft womöglich noch entschiedener als bisher", sagte Brawn. "Das heißt nicht, dass das frühere Management daran kein Interesse hatte, es war aber etwas unstet."

"Sie haben eingegriffen, wenn es eine Krise gab, während wir Teil eines andauernden Prozesses bei dem Versuch für Verbesserungen sein wollen. Wir glauben also, dass wir eine Rolle zu spielen haben und ein Recht haben, bei den künftige Regeln involviert zu sein."

"Letztlich liegt es aber nicht in unserer Verantwortung – die Verantwortung liegt bei der FIA, denn sie ist die regelgebende Behörde."

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