F1-Sprint in Miami liefert neue Kräfteverhältnisse und offene Fragen
Im Sprint von Miami verliert Mercedes erstmals direkt gegen McLaren - Alpine punktet stark, während das Feld im Mittelfeld weiter auseinandergeht
Neue Kräfteverhältnisse nach Sprint in Miami
Foto: LAT Images
Der Sprint beim Grand Prix von Miami hat einen weiteren Einblick in die Kräfteverhältnisse der Formel-1-Saison 2026 gegeben. Während sich an der Spitze ein engerer Kampf abzeichnet, bleibt das Feld dahinter weiterhin von deutlichen Leistungsunterschieden geprägt. Zudem zeigte das verkürzte Rennformat erneut seinen praktischen Nutzen unter unsicheren Wetterbedingungen.
McLaren nutzt Chance und schlägt Mercedes im Sprint
Im 19 Runden langen Sprint setzte sich Lando Norris im McLaren durch und feierte einen Sieg von der Poleposition. Für Mercedes bedeutete dies die erste Niederlage in einer direkten Konkurrenzsession in dieser Saison.
Oscar Piastri komplettierte im zweiten McLaren ein starkes Teamresultat, während Charles Leclerc im Ferrari den dritten Platz belegte.
Im Fahrerlager wird die Leistung von Mercedes in Miami jedoch differenziert eingeordnet. Das Team plant größere Updates erst für das kommende Rennen in Kanada, während McLaren seine Entwicklungsarbeit ebenfalls noch nicht abgeschlossen hat. Entsprechend wird erwartet, dass sich das Kräfteverhältnis im Saisonverlauf weiter verschiebt.
Alpine etabliert sich im Mittelfeld als "Best of the Rest"
Im Mittelfeld bestätigt Alpine seinen Aufwärtstrend. Franco Colapinto erreichte mit Startplatz acht sein bislang bestes Qualifying-Ergebnis und unterstrich damit die Fortschritte des Teams.
Pierre Gasly sammelte erneut Punkte und setzte sich unter anderem gegen den zweiten Red Bull von Isack Hadjar durch. Nach einem schwierigen Start mit den neuen Mercedes-Kundenmotoren scheint sich die langfristige Entwicklungsstrategie des Teams auszuzahlen.
Große Probleme bei mehreren Teams bleiben bestehen
Weniger Fortschritte sind weiterhin bei mehreren anderen Teams zu erkennen. Audi kämpft mit der Zuverlässigkeit seiner Antriebseinheiten, während Aston Martin und Honda weiterhin deutlich hinter den Erwartungen zurückliegen.
Williams bildet mit seinem übergewichtigen Fahrzeug weiterhin das Schlusslicht im hinteren Mittelfeld. Insgesamt zeigt sich, dass einzelne Updates zwar Bewegung ins Feld bringen, grundlegende Probleme jedoch weiterhin bestehen bleiben.
Sprint-Format bewährt sich unter Wetterdruck in Miami
Ein weiteres Thema war das Sprintformat selbst. Angesichts der für Sonntag angekündigten Gewitter zeigte sich erneut, welchen praktischen Nutzen das Format haben kann.
Durch den Sprint konnte bereits am Samstag Rennaction stattfinden, während ein möglicher Rennabbruch am Sonntag aufgrund strenger Wetterauflagen in Florida weiterhin im Raum steht. Dort müssen Veranstaltungen sofort unterbrochen werden, sobald sich Blitze im Umkreis von acht Meilen befinden.
Motorsport trauert um Alex Zanardi
Neben dem sportlichen Geschehen stand auch der Motorsport im Zeichen des Gedenkens an Alex Zanardi. Vor dem Sprint wurde eine Schweigeminute abgehalten, nachdem der ehemalige Rennfahrer im Alter von 59 Jahren verstorben war.
Zanardi galt nach seinem schweren Unfall im Jahr 2001 und seiner späteren Rückkehr in den Motorsport sowie seinen Erfolgen im Parasport als Symbol für Willenskraft und Durchhaltevermögen. Fahrer, Teams und Verantwortliche würdigten ihn mit zahlreichen Tributen, darunter auch spezielle Aufkleber auf den Fahrzeugen.
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