Reaktion
Formel 1 Singapur
F1-Startunfall in Singapur: Verstappen schiebt Schuld auf Vettel
Formel-1-Pilot Max Verstappen hat Sebastian Vettel für den Startunfall in Singapur in die Verantwortung genommen. Der Ferrari-Star hadert: "Kacke gelaufen"
Norman Fischer
Bearbeitet: 17.09.2017, 15:08
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Worst Case für Ferrari: Was nach einer großen Chance für die Scuderia aussah, wurde schon vor der 1. Kurve zu einem absoluten Albtraum. Beide roten Renner schieden noch in der 1. Runde aus, während WM-Rivale Lewis Hamilton zum absoluten Glückpilz avancierte und sich die Führung schnappte. Der Brite ging in Front, während sich die größten Konkurrenten von Ferrari und Red Bull bei einem Startcrash gegenseitig eliminierten.
Weiterlesen:
- Formel 1 2017 in Singapur: Startcrash und Hamilton-Sieg
Auslöser war ein Blitzstart von Kimi Räikkönen von Startplatz 4, der auf der Innenseite an Max Verstappen vorbeigehen wollte. Weil Vettel auf der anderen Seite des Red Bulls war, wurde der Niederländer von beiden Roten ins Sandwich genommen, was die verheerende Kollision auslöste. Räikkönen berührte Verstappen und drehte sich in Teamkollege Vettel hinein, dessen Kühler beschädigt wurde.
Wer schuld war, ist die große Frage, doch für Verstappen ist die Antwort eindeutig: "Hauptsächlich Sebastian. Er hat angefangen, mich einzuquetschen", schiebt er den Schwarzen Peter zu Ferrari. "Vielleicht hat er Kimi links nicht gesehen, aber das ist keine Ausrede. Wenn man um die WM kämpft, sollte man kein solches Risiko gehen. Man kann sehen, was passiert: Lewis führt das Rennen an, und wir 3 sind raus."
Vettel: "Kacke gelaufen"
Vettel erklärt den Crash aus seiner Sicht. Nach einem durchschnittlichen Start wollte er sich gegen Verstappen verteidigen. "Ich habe gesehen, dass er am Anfang ein bisschen Boden auf mich gutmacht. Dann wollte ich die Linie zur 1. Kurve hin ein bisschen zu machen und habe gesehen, dass er ein bisschen neben mir war. Dann hat's schon geknallt", schildert der Ferrari-Pilot. "Ich habe es noch nicht genau gesehen, aber egal wie es ist, wir sind draußen. Kacke gelaufen."
Bildergalerie: Der F1-Startcrash mit Vettel & Verstappen in Singapur
Verstappen hatte noch versucht, die Situation zu vermeiden, weil er sehen konnte, was kommen würde. "Aber die Hinterreifen sind breiter als die Vorderreifen, also kam ich nicht mehr raus", seufzt er. Ein Rennunfall sei es aus seiner Sicht auf keinen Fall: "Er (Vettel; Anm. d. Red.) hat 3 Autos rausgenommen. Ich war in der Mitte und habe nichts falsch gemacht", so der Niederländer.
Kimi Räikkönen will sich derweil nicht an Schuldzuweisungen beteiligen: "Das Resultat ändert sich nicht mehr, egal wie man es sich ansieht oder wem man die Schuld gibt. Es ist sinnlos, damit anzufangen", winkt er ab. Er selbst hätte nichts tun können, wie er sagt - außer einen schlechten Start zu haben. "Ich hatte aber einen guten Start, wurde dann getroffen und unser Rennen war vorbei. Es ist schade."
Termin bei den Rennkommissaren
Nach dem 1. Kontakt trudelten die Autos in die 1. Kurve hinein, wo Räikkönen und Verstappen in der Auslaufzone zum Stehen kamen - nicht aber ohne noch Fernando Alonso mit ins Aus zu reißen, der ebenfalls einen Wahnsinnsstart hatte und auf Rang 3 gelegen wäre, wenn er nicht unschuldig mit in die Kollision verwickelt worden wäre. Alonsos McLaren hob kurz ab und drehte sich, doch zumindest konnte der Spanier mit Beschädigung weiterfahren - wenn auch nur kurz.
Auch Vettel konnte trotz der Berührung zunächst weiterfahren und die Führung übernehmen, doch weil er sich nur wenige Sekunden später aus Eigenverschulden drehte und seinen Boliden an der Mauer noch nachhaltiger beschädigte, war auch für den Deutschen das Rennen beendet und die Chance auf die WM-Führung dahin.
Nach dem Rennen müssen sich beide Ferrari-Piloten sowie Verstappen noch bei den Rennkommissaren verantworten. Doch das dürfte die drei nach der herben Enttäuschung nur am Rande interessieren.
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