Privater F1-Test in Austin: Deshalb ist Lance Stroll jetzt so stark

Williams-Teenager Lance Stroll überrascht beim 8. Rennen der Formel-1-Saison 2017 in Baku bisher mit einer konstant guten Leistung. Auch, weil er eine zusätzliche Testfahrt absolviert hat.

Das hat Williams vor dem Grand Prix von Aserbaidschan erklärt. Demnach war Stroll zwischen den Rennen in Montreal und Baku für einen Tag mit einem 2014er-Williams auf dem GP-Kurs in Austin, um dort einen Privattest zu fahren.

Prompt erzielte er im Qualifying in Baku den 8. Platz und landete erstmals vor seinem erfahrenen Williams-Teamkollegen Felipe Massa.

Laut Williams-Technikchef Paddy Lowe habe Stroll viel aus dem Privattest in Austin mitgenommen, unter anderem eine bessere Setup-Richtung.

"Das Team hat in Austin einige Experimente mit den Einstellungen vorgenommen", sagt Lowe. "Wir haben uns den Unterschied zwischen seinem Setup und dem Setup von Felipe angesehen. Einige Erkenntnisse haben wir dann in Baku umgesetzt. Das dürfte dazu beigetragen haben, dass Lance hier deutlich besser auftritt."

Es handle sich um "grundlegende" Eigenschaften des Fahrzeugs, betont Lowe. Anders ließe sich auch kein Transfer zwischen einem 2014er-Williams und einem Formel-1-Auto der Generation 2017 herstellen.

Das ganz spezielle Trainingsprogramm

Pikant: Eigentlich sind Testfahrten während der Formel-1-Saison bis auf wenige offizielle Ausnahmen verboten. Fahrten mit älteren F1-Modellen und speziellen Reifen hingegen sind erlaubt – und dieses Schlupfloch machen sich Williams und Stroll dabei zunutze.

Für Stroll, der vergangenes Jahr noch in der Formel-3-EM fuhr und dort den Titel holte, sind solche Privattests mit einem 2014er-Williams auch nichts Neues. Bereits seit 2016 testet er auf möglichst vielen Formel-1-Strecken, um sich optimal auf die Grands Prix an gleicher Stelle vorzubereiten.

Dieses spezielle Förderprogramm hält in der F1-Saison 2017 an: Bis zum Saisonende 2017 wird Stroll auf jeder Strecke, die er noch nicht kennt, einen privaten Testtag bestreiten.

Lowe erklärt: "Freitags hast du nur begrenzt Zeit und nur begrenzt Reifen zur Verfügung. Außerdem entwickelt sich die Strecke rasant. Deshalb ist es ungeheuer wertvoll, einen ganzen Tag aufwenden zu können, sich ein paar Sachen genau anzuschauen."

Stroll selbst sagt, seine Abstimmung sei jetzt ähnlich wie zu Beginn der Formel-1-Saison 2017. Er kommuniziere nun auch besser mit den Ingenieuren und verstehe die Pirelli-Reifen besser.

"Ich beginne das Auto zu verstehen", meint der Formel-1-Teenager. "Ich habe nun deutlich mehr Vertrauen in die Balance und in das Setup meines Autos. Das gibt Selbstvertrauen. Und dann kannst du das Auto auch so fahren, wie du willst."

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