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Andrea Kimi Antonelli profitiert von einer Safety-Car-Phase und gewinnt glücklich sein zweites Formel-1-Rennen - Schwerer Unfall von Oliver Bearman

F1 Suzuka: Safety-Car spült Kimi Antonelli zum zweiten Sieg

Kimi Antonelli feiert in Japan seinen zweiten Sieg in Folge

Foto: Sutton Images

Andrea Kimi Antonelli hat seinem ersten Formel-1-Sieg in China gleich seinen zweiten Grand-Prix-Erfolg in Japan folgen lassen. Der Italiener profitierte nach einem schlechten Start von einer Safety-Car-Phase, die ihn wieder in Führung brachte, die er in der zweiten Rennhälfte nur noch verwalten musste.

Zweiter wurde McLaren-Pilot Oscar Piastri, der nach dem Start die Führung übernommen hatte und seine Position auch nach seinem Boxenstopp gegen George Russell verteidigt hatte. Dahinter gab es einen harten Kampf um den letzten Platz auf dem Podium zwischen Charles Leclerc (Ferrari) und George Russell (Mercedes),

Fünfter wurde Lando Norris (McLaren) vor Lewis Hamilton (Ferrari), Pierre Gasly (Alpine) und Max Verstappen (Red Bull). Die letzten Punkte gingen an Liam Lawson (Racing Bulls) und Esteban Ocon (Haas). Nico Hülkenberg ging als (wieder einmal) Elfter leer aus.

Für eine Schrecksekunde sorgte derweil Oliver Bearman (Haas), der in der Spoon-Kurve mit 50g in die Streckenbegrenzung eingeschlagen war und im Medical-Center untersucht werden musste, wo eine Prellung im rechten Knie festgestellt wurde.

Das Wichtigste in aller Kürze

Wie lief der Start?

Wie so oft in diesem Jahr gab es eine Menge Positionsverschiebungen. Vor allem die Mercedes kamen aus der ersten Startreihe wieder mäßig weg, um das mal geschönt auszudrücken. Russell fiel auf Rang vier zurück, Polesetter Antonelli sogar auf Rang sechs.

Neuer Spitzenreiter war aber nicht Leclerc im meist schnell startenden Ferrari, sondern Oscar Piastri, der sich noch vor dem Monegassen auf Rang eins schob. Auch der zweite McLaren von Lando Norris erwischte einen guten Start und war nach der ersten Kurve Dritter.

Max Verstappen machte im Red Bull diesmal sogar eine Position gut und kam an Gabriel Bortoleto vorbei, dessen Audi-Team der große Startverlierer war. Der Brasilianer verlor vier Plätze, Teamkollege Nico Hülkenberg sogar sechs.

Kollisionen gab es derweil keine.

Wie lief der Kampf um den Sieg?

Russell schüttelte sich nach seinem schlechten Start schnell und holte sich in den ersten Runden die Positionen von Norris und Leclerc wieder, während Antonelli größere Probleme hatte und nicht so einfach an seinen Konkurrenten vorbeiflog.

Piastri wehrte sich hingegen etwas mehr gegen den Mercedes und konterte ein Überholmanöver Russells in der Schikane auf Start-Ziel wieder. Der Australier behielt die Führung und war sich sicher, dass er diese auch ins Ziel tragen könnte.

Mit 1,7 Sekunden Vorsprung auf Russell kam Piastri nach 18 Runden zum Reifenwechsel an die Box, um von Mediums auf Hards zu wechseln und einen möglichen Undercut des Mercedes zu verhindern.

Drei Runden später zog Russell nach und blieb hinter Piastri. Allerdings durfte sich der Brite ärgern, eine Runde zu früh reingekommen zu sein, denn nur Momente später kam das Safety-Car auf die Strecke.

Dadurch konnte Antonelli die Chance zum Stopp nutzen und die Führung vor Piastri und Russell übernehmen. Der Italiener konnte sich nach dem Re-Start von seinen Verfolgern absetzen und die Führung bis ins Ziel verwalten.

Warum kam in Runde 22 das Safety-Car?

Für Oliver Bearman endete das Rennen in der Spoon-Kurve abrupt. Der Haas-Pilot war vor der Kurve auf den Alpine von Franco Colapinto aufgelaufen, der ziemlich langsam unterwegs war. Bearman wich bei vollem Tempo nach links aus, kam auf das Gras und drehte sich. Der Brite schoss über die Strecke zurück und schlug außen mit 50g in die Streckenbegrenzung ein.

Dabei schien sich Bearman auch leicht verletzt zu haben, zumindest humpelte er nach dem Aussteigen aus dem Auto recht stark und konnte mit seinem rechten Fuß nicht auftreten. Beim Röntgen im Medical-Center wurde zumindest kein Bruch festgestellt, aber eine Prellung im rechten Knie.

Colapinto wurde bei dem Unfall nicht getroffen und konnte weiterfahren. Eine Strafe wurde von den Kommissaren nicht ausgesprochen.

Gab es weitere Ausfälle?

Zumindest einen. Wenig überraschend musste Lance Stroll seinen Aston Martin nach 30 Runden in der Garage parken. Laut dem Team war ein Problem mit dem Wasserdruck für das Aus verantwortlich. Alle anderen 20 Fahrer sahen die Zielflagge.

Das heißt auch, dass Fernando Alonso für Aston Martin die erste Renndistanz schaffte - zumindest ein positiver Aspekt für Honda beim Heimspiel. Der Spanier konnte mit Valtteri Bottas und Alexander Albon dabei sogar zwei andere Fahrer hinter sich lassen.

Warum hatte Mercedes so schlechte Starts?

Wieder einmal kamen beide Mercedes aus der ersten Reihe nicht gut weg. Russell fiel von Startplatz zwei auf Rang vier zurück, Antonelli von der Pole sogar auf Rang sechs. Zumindest bei Antonelli war zu sehen, dass er nach dem Losrollen eine Menge Wheelspin hatte und die Leistung daher nicht auf die Strecke bringen konnte.

"Ich muss schauen, was da passiert ist", sagt der Italiener nach dem Rennen. Laut Motorsportchef Toto Wolff war das Problem aber ein menschliches: "Der Start, der ist ein bisschen in die Hosen gegangen. Da müssen wir in die Fahrschule gehen, wenn man die Kupplung regelmäßig loslässt", sagt er bei Sky und meint, dass Antonelli die Kupplung habe "schnalzen lassen".

"Zum Glück habe ich jetzt drei Wochen Zeit", lacht Antonelli. "Da kann ich ein paar Starts üben, um einfach ein besseres Gefühl für die Kupplung zu bekommen. Das war dieses Jahr bisher definitiv eine Schwachstelle. Und ja, da muss ich mich steigern, denn damit kann man Rennen ganz leicht gewinnen oder verlieren."

"Und der andere hat es auch ein bisschen nicht optimal getroffen", ergänzt Wolff über das Problem bei Russell.

Warum verlor George Russell den Kampf um das Podest?

Eigentlich hätte man gedacht, dass Russell trotz des Safety-Car-Pechs auf das Podium fahren sollte, weil er zum Zeitpunkt der Neutralisation schon auf Rang drei lag. Doch beim Re-Start verlor er eine Position gegen Lewis Hamilton, später musste er Leclerc vor der Spoon-Kurve ebenfalls passieren lassen.

"Ich bin in eine sogenannte Ladegrenze gelaufen, konnte also meine Batterie nicht wieder aufladen. Ich glaube, eine Reihe von Teams hatte dieses Problem bei den Rennstarts. Lewis ist dann einfach an mir vorbeigeflogen", schildert der Brite.

"Und dann gab es offensichtlich noch ein Batterieproblem mit Charles - er ist auch an mir vorbeigeschossen. Ziemlich frustrierend."

Wie war das Rennen von Nico Hülkenberg?

Auch nach drei Rennwochenenden wartet der Audi-Pilot weiter auf den ersten Punkt. Der Kampf um diesen wurde schon durch einen schlechten Start zunichte gemacht, nach dem er nur vor den beiden Hinterbänklern von Aston Martin und Cadillac lag. "Ich denke, mit einem ganz normalen, regulären Start wären Punkte drin gewesen, was natürlich enttäuschend und frustrierend ist", hadert er.

Woran es genau lag, weiß er kurz nach dem Rennen auch noch nicht, doch auch Teamkollege Gabriel Bortoleto hatte am Start eine Menge Positionen verloren und die Top 10 am Ende verpasst.

Auf Rang 18 steckte Hülkenberg anschließend natürlich im Verkehr. "Es ist immer noch schwierig, mit diesen Autos Boden gutzumachen, besonders mit dem ganzen Overtake-Modus und der Energie-Thematik", sagt er.

"Du setzt das Manöver, aber du musst dir deine Kämpfe wirklich genau aussuchen. Es passiert so schnell, dass man zu viel Energie verbraucht, dann ein massives Derating bekommt und zum leichten Opfer wird."

Am Ende wurde Hülkenberg wieder einmal Elfter - eine Sekunde hinter Esteban Ocon.

Welche Auswirkungen hat das Rennen auf die WM?

Es gibt einen neuen Spitzenreiter. Durch seinen Sieg hat sich Antonelli mit 72 Punkten an seinem Teamkollegen Russell (63) vorbeigeschoben und ist nun der jüngste WM-Leader der bisherigen Formel-1-Geschichte. Der Mercedes-Pilot ist übrigens auch der erste Italiener seit Alberto Ascari 1953, der zwei Rennen in Folge gewinnen konnte.

Antonellis Vorsprung auf den WM-Dritten Leclerc beträgt nun 23 Punkte. Piastri ist mit 21 Zählern nun hinter Teamkollege Norris (25) Sechster, Verstappen (12) liegt auf Rang neun. Nico Hülkenberg wartet weiter auf den ersten Zähler.

So geht es weiter in Japan

Kevin Scheuren und Stefan Ehlen melden sich ab 14 Uhr im Livestream auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de und besprechen alle wichtigen Themen zum Rennen. Wie immer können Kanalmitglieder live ihre Fragen stellen.

Nach Japan geht die Formel 1 aufgrund der Rennabsagen in Bahrain und Saudi-Arabien in eine ungeplante mehrwöchige Pause. Der nächste Grand Prix findet am 3. Mai 2026 in Miami (USA) statt. (Hier den modifizierten Rennkalender 2026 einsehen!)

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