F1-Teamchef: Sollten Änderungen in mehreren Phasen vornehmen
Racing-Bulls-Teamchef Alan Permane spricht sich dafür aus, Änderungen in mehreren Phasen durchzuführen angesichts zweier anstehender Sprintevents und Monaco
Wird das Racing in der Formel 1 bald wieder anders sein?
Foto: LAT Images
Racing-Bulls-Teamchef Alan Permane findet mit Blick auf zwei anstehende Sprint-Wochenenden, dass die Formel 1 bereit sein sollte, fortlaufend Anpassungen am Energiemanagement zu testen. Derzeit wird in einer Reihe von Sitzungen bereits darüber diskutiert, welche Lösungen man zur Verbesserung des aktuellen Reglements finden kann.
Ein erstes Paket an Lösungen wird bei einem hochrangigen Treffen am Montag diskutiert, gefolgt von einer elektronischen Abstimmung. Die daraus resultierenden Änderungen sollen bereits in Miami am ersten Mai-Wochenende umgesetzt werden, obwohl FIA-Monoposto-Direktor Nikolas Tombazis kürzlich andeutete, dass es eine zweistufige Einführung der Regelverfeinerungen geben könnte.
"Diese Regeln bezeichnen wir kollektiv als Energiemanagement-Regeln. Sie erfordern keine Hardware-Änderungen, könnten aber Anpassungen bei Einstellungen und Software nötig machen. Es sind Änderungen, die grundsätzlich sehr bald eingeführt werden können und den Kern des Problems bei den Geschwindigkeitsunterschieden oder der Zufriedenheit der Fahrer treffen", sagte Tombazis letzte Woche gegenüber The Guardian.
"Wir könnten uns für eine Phase 1 und eine Phase 2 entscheiden und Phase 2 vielleicht etwas mehr Zeit geben, damit die Hersteller noch Feinabstimmungen vornehmen können."
Zweimal Sprint und dann Monaco
Laut Racing-Bulls-Chef Alan Permane wäre es aufgrund der Komplexität des Formel-1-Kalenders sinnvoll, die Anpassungen über mehrere Rennen hinweg auszurollen. Die nächsten beiden Rennen in Miami und Montreal sind beides Sprint-Events mit nur einer einzigen 60-minütigen Trainingseinheit am Freitag.
Dieses Format macht es für die Teams schwierig, signifikante Änderungen am Energiemanagement in den Griff zu bekommen - zusätzlich zu den aerodynamischen Upgrades, die im gesamten Fahrerlager erwartet werden.
Das Rennen danach, der Große Preis von Monaco, ist ebenfalls kein ideales Testgelände: Aufgrund der niedrigen Geschwindigkeiten und der relativ geringen Volllastanteile gilt Monaco nicht als Strecke, auf der die Autos von vornherein unter Energiemangel leiden.
"Ich denke, die Änderungen können in viel mehr Phasen erfolgen als nur in zweien", sagt Permane nun in einer Medienrunde. "Es wurden sehr viele Vorschläge unterbreitet. Ich glaube, in Miami wird es bei einem Sprint besonders schwierig, weil kaum Zeit zum Testen bleibt."
"Es könnte also gut sein, dass wir in Miami die Dinge ausprobieren, die - sagen wir mal - etwas einfacher und weniger riskant sind, und in Montreal dann weitere folgen lassen. Und danach geht es nach Monaco, wo es fast unmöglich ist, irgendetwas zu testen."
Wichtiger Wendepunkt in Barcelona?
Der ideale Ort für eine weitere Runde von Änderungen wäre das Rennen in Barcelona Ende Juni, das nicht nur ein reguläres Rennwochenende ist, sondern auch eine bekannte Teststrecke, auf der diese Fahrzeuggeneration bereits beim Shakedown im Februar gefahren ist. Österreich Mitte Juni ist ein weiteres reguläres Wochenende, bevor im Juli mit Silverstone der nächste Sprint ansteht.
"Barcelona könnte das erste Mal sein, dass wir einige der - sagen wir mal - anspruchsvolleren Dinge ausprobieren", schlägt Permane vor. "Ich würde nicht unbedingt von nur zwei Upgrade-Stufen sprechen. Ich denke, wir sollten offenbleiben; vielleicht ist das ein kontinuierlicher Prozess. Ich weiß es nicht. Das müssten die FIA und die F1 steuern, aber wir sollten uns definitiv nicht einschränken. Wir können stetig daran weiterarbeiten."
Nachdem er einige der Vorschläge zur Reduzierung oder Anpassung der Energiefreigabe beim Treffen der Technischen Arbeitsgruppe letzte Woche gesehen hat, spielt Permane Befürchtungen herunter, dass Änderungen an der Software der Power-Unit und am sportlichen Reglement den Teams massives Kopfzerbrechen bereiten würden.
"All diese Änderungen müssen durch die Power-Unit-Arbeitsgruppe", so Permane. "Alles wird den offiziellen Weg gehen, es sei denn, es handelt sich um Sicherheitsthemen - da wird die FIA sicher hart durchgreifen, weil sie so etwas nicht noch einmal sehen wollen."
"Aber der Rest muss durch die Power-Unit-Arbeitsgruppe, in der natürlich auch Red Bull Powertrains vertreten ist. Nichts von dem, was ich bisher gesehen habe, wirkt besonders beängstigend. Da sind einige sehr vernünftige Ansätze dabei", sagt er.
Kurven noch weniger anspruchsvoll?
Permane mahnt jedoch zur Vorsicht, damit die Formel 1 das vermeidet, was er "unbeabsichtigte Folgen" nennt. Er argumentiert, dass eine starke Reduzierung der elektrischen Energie die anspruchsvollen Kurven der Formel 1 sogar noch langsamer machen würde, da die Einfahrgeschwindigkeiten niedriger wären.
"Wie immer kann es unbeabsichtigte Folgen geben, wenn wir Dinge ändern", sagt er. "Ich glaube nicht, dass wir die Autos signifikant langsamer machen wollen. Hochgeschwindigkeitskurven, die wirklich herausfordernd und am Limit sind - wir wollen nicht, dass sie zu einfach werden."
Ich weiß, dass die Leute 'Lift and Coast' nicht mögen und dass wir keine Energie-Rückgewinnung auf den Geraden sehen wollen. Der Weg, das zu eliminieren, ist, uns viel weniger Energie zu geben, was die Autos langsamer machen wird", so der Racing-Bulls-Teamchef.
"Ich denke jedoch nicht, dass wir die Kurven weniger anspruchsvoll machen wollen, daher müssen wir vorsichtig sein - und ich weiß, dass sie in diesem Punkt vorsichtig sind."
"Ich bin mir sicher, dass es für Miami Änderungen geben wird, aber ich bezweifle, dass wir dort das gesamte Paket an Änderungen sehen werden, weil das Format der Veranstaltung die Leute natürlich dazu bringen wird, vorsichtig zu sein."
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.