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F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!

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F1-Test Barcelona: Riesen-Aufregung um Mercedes-Trick!
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble

Während der "rosarote Silberpfeil" von Racing Point Bestzeit fährt, rätselt alles über das Original: Was bewirkt der Lenkrad-Trick von Mercedes und ist er legal?

Schon am zweiten Tag der Wintertests in Barcelona Hier geht's zum Live-Timing! hat die Formel-1-Saison 2020 ihr erstes großes Aufreger-Thema. Die Fan-Community im Internet spielt nach Bildern vom Mercedes von Lewis Hamilton, auf denen ein "flexibles Lenkrad" zu sehen ist, verrückt - und fragt sich: Was macht der F1 W11 EQ Performance, wenn der Weltmeister das Lenkrad an sich zieht?

Natürlich haben sich unsere Journalisten vor Ort bei Mercedes erkundigt, was es mit dem System auf sich hat. Es sei ein "Lenkmodus", so die vage Antwort, den man bei den Tests evaluieren möchte. Was dieser Modus bewirkt, darüber verrät das Team naturgemäß nichts - was auch nicht anders zu erwarten war.

Also bleibt es zunächst bei Spekulationen auf Basis von Videos - und auf denen ist eindeutig zu sehen, wie Hamilton das Lenkrad am Kurvenausgang an sich heranzieht, wenn er auf eine Gerade fährt, und von sich wegschiebt, wenn er die nächste Kurve erreicht.

Das ist insofern hochspannend, als TV-Bilder suggerieren, dass sich gleichzeitig auf den Geraden die Spitzen der Vorderräder nach innen bewegen. Das passende Schlupfloch könnte die einleitende Formulierung von Artikel 10.2.1. sein, die da lautet: "Wenn die Position des Lenkrads fixiert ist ..." Das ist sie immer dann nicht, wenn sie der Fahrer an sich zieht oder von sich wegschiebt!

Ein Blick ins Technische Reglement ...

Andere Paragrafen sprechen dagegen, dass das Mercedes-System legal sein könnte. Artikel 10.2.3. zum Beispiel lautet übersetzt: "Keine Bewegung der Radaufhängung erlaubt, solange das Auto sich bewegt." Und 10.2.2. verbietet explizit "powered" Vorrichtungen, mit denen einzelne Komponenten der Radaufhängung in ihrer Konfiguration verändert werden können.

Racing-Point-Technikchef Andrew Green erklärt gegenüber 'auto motor und sport': "So weit wir das an dem Video beobachten können, ist diese Vorrichtung Teil der Lenkung. Im Reglement steht nur, dass der Fahrer mit der Lenkung die Position der Vorderräder verändern darf. Wie und wohin ist da nicht genau spezifiziert."

 

Findigen Beobachtern ist aufgefallen: Jedes Mal, wenn Hamilton den Lenkrad-Trick anwendet, steht auf dem Display das Wort "Marker". Was das bedeutet, ist nicht hundertprozentig klar.

Neben der Theorie, dass das System den Luftwiderstand auf den Geraden verringert und somit die Höchstgeschwindigkeit erhöht, ohne in den Kurven Abtrieb zu verlieren, gibt es noch einen zweiten Verdacht.

Weniger Luftwiderstand, mehr Reifentemperatur?

Demnach sollen die Vorderräder auf den Geraden "eingezogen" werden, um bis zur nächsten Kurve weniger Temperatur in den Gummis zu verlieren. Das würde dem Grip in langsamen Kurven helfen - in der Vergangenheit eine Schwachstelle von Mercedes.

Sollte dem so sein, könnte der Schuss aber auch nach hinten losgehen. Denn höhere Reifentemperaturen bedeuten in der Regel höheren Verschleiß. Was vielleicht erklärt, warum Hamilton das System nicht immer aktiviert, sondern nur punktuell. Immer genau dann, wenn die Reifentemperatur zu niedrig ist?

 

Genialer Trick, um den Luftwiderstand zu verringern und die Reifentemperatur zu managen, oder ein kreatives Ablenkungsmanöver, um die Konkurrenz auf etwas anzufixen, während die echten Geheimnisse des W11 ganz woanders liegen? Eins steht fest: In den nächsten Tagen ist für Gesprächsstoff gesorgt!

Und: Die Konkurrenz ist froh, dass der Barcelona-Test live übertragen wird. So sind Zuschauer dem Trick relativ rasch auf die Schliche gekommen. Ohne TV-Übertragung wäre das System womöglich erst in Melbourne aufgeflogen - und die Konkurrenz hätte wertvolle Zeit verloren, um selbst ein ähnliches System zu entwickeln.

Auf der Strecke konzentrierte sich Hamilton am Donnerstagmorgen auf Longruns. Der Weltmeister absolvierte in beeindruckender Konstanz 106 Runden und landete mit 1,040 Sekunden Rückstand auf dem siebten Platz.

Racing Point: Technikchef wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Bestzeit sicherte sich Sergio Perez im Racing Point RP20 (1:17.347 Minuten), der dem Mercedes W11 selbst oberflächlich betrachtet wie ein Abziehbild ähnelt Hier geht's zum Schieberegler-Vergleich!.

Der "rosarote Silberpfeil" von Racing Point ist das zweite große Gesprächsthema. "Ich kann ganz kategorisch sagen: Alle Designs stammen von Racing Point", rechtfertigt sich Technikchef Green gegenüber 'Sky'. "Es gab keinerlei Transfer von gelisteten Teilen von Mercedes. Das würden sie nie in Erwägung ziehen, und wir würden nie darum bitten. Das wäre nicht erlaubt."

"Was man hier sieht", erklärt Green, "ist das Ergebnis von Zeichnungen, die unsere Leute angefertigt haben, nachdem sie Bilder des Mercedes gesehen hatten. Das könnte jeder so machen. Und um ehrlich zu sein: Ich finde, unsere Leute haben dabei herausragende Arbeit geleistet!"

Hinter Perez landeten Daniel Ricciardo (Renault/+0,402), Alexander Albon (Red Bull/+0,808) und Pierre Gasly (AlphaTauri/+0,818) auf den weiteren Plätzen. Gefolgt von George Russell auf P5 (+0,919), der für das krisengeschüttelte Williams-Team bisher einen viel besseren Saisonstart hinlegt als vor einem Jahr (71 Runden).

Vettel: Testpremiere am Donnerstagnachmittag

Ferrari begnügt sich, während alle über Mercedes reden, still und heimlich damit, den SF1000 auf Herz und Nieren zu testen. Charles Leclerc spulte weitere 49 Runden ab und landete mit 0,988 Sekunden Rückstand auf dem sechsten Platz.

Nach der Mittagspause ist die erste Testwoche für ihn übrigens beendet. Um 14:00 Uhr übernimmt Sebastian Vettel das Steuer, der sich zwar immer noch nicht hundertprozentig fit fühlt, aber offenbar zumindest dazu in der Lage ist, seine ersten Runden mit dem neuen Ferrari zu drehen.

Dann werden die Fans den SF1000 auch sehen können - denn das ist er trotz Stellwand-Verbot und TV-Live-Übertragung meistens nicht.

 

Während sich (nicht nur) die Fotografen über die neue Offenheit im Paddock freuen, ist die Regel für die Ferrari-Mechaniker ein Ärgernis. Sie bilden jetzt jedes Mal eine "menschliche Mauer", sobald es in der Box etwas Spannendes zu sehen geben könnte.

Beeindruckend: Auch nach eineinhalb Testtagen gibt es noch keine einzige rote Flagge. Am knappsten dran war die neue Formel-1-Generation gleich zu Beginn des Vormittags, als Gasly in Kurve 9 mit noch kalten Reifen zu optimistisch aufs Gas stieg und das Heck außer Kontrolle verlor. Beim Ritt durch das Kiesbett wurde sein AT01 aber nicht weiter beschädigt.

F1-Test Barcelona 2020, Donnerstag: Hier geht's zum Live-Ticker!

Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.

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