F1-Training Österreich 2021: Verstappen Schnellster im ersten Training

Auftakt zu Spielberg 2: Sebastian Vettel fährt hinterher, Max Verstappen sichert sich die Bestzeit und Kimi Räikkönen zeigt Nikita Masepin den Stinkefinger

F1-Training Österreich 2021: Verstappen Schnellster im ersten Training

Max Verstappen (Red Bull) hat sich mit einer Bestzeit von 1:05.143 Minuten die Bestzeit im ersten Freien Training zum Grand Prix von Österreich in Spielberg gesichert. Der Sieger des Grand Prix der Steiermark vor einer Woche setzte sich vor den beiden Ferrari-Fahrern Charles Leclerc (+0,266) und Carlos Sainz (+0,288) an die Spitze.

Doch für die Szene der Session sorgte keiner der großen Favoriten, sondern Kimi Räikkönen (6./+0,443). Der Alfa-Romeo-Routinier fuhr gerade die Jochen-Rindt-Kurve an, als er auf Nikita Masepin (Haas) auflief. Der war gerade vom Gas gegangen, um in die Box zu kommen - stand jedoch letztendlich Räikkönen auf der Innenbahn im Weg.

Der "Iceman" reagierte auf die Situation ganz und gar nicht cool und hielt kurzzeitig seinen rechten Mittelfinger in den Wind, um seiner Meinung Ausdruck zu verleihen - nicht das erste Mal, dass Masepin bei einem seiner Fahrerkollegen angeeckt ist. Der Russe landete letztendlich auf dem letzten Platz, 0,733 Sekunden hinter Mick Schumacher (17.).

Das erste Freie Training auf dem Red-Bull-Ring stand ganz im Zeichen der Tests des neuen Prototypenreifen, der beim nächsten Grand Prix in Silverstone zum ersten Mal regulär zum Einsatz kommen soll. Und es galt natürlich, im Hinblick auf den Rennsonntag die um einen Grad weicheren Reifenmischungen (C3 is C5) als vor einer Woche auszutesten.

Das war insofern eine spannende Übung, als "die Temperatur deutlich heruntergegangen ist", wie Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko im Interview mit dem 'ORF' erklärt: "Es sind jetzt mehr als zehn Grad Unterschied. Man wird jetzt sehen, welches Chassis auf diese weichere Reifenmischung besser reagiert."

Mercedes verfolgte offenbar ein anderes Programm als Red Bull und landete auf den Positionen vier (Valtteri Bottas) und sieben (Lewis Hamilton). "Ich nehme an, dass Mercedes schneller zu einem guten, effizienten Set-up kommen wird, als es beim ersten Mal der Fall war. Wenn sie dann noch irgendeine Kleinigkeit finden, dann wird's eng", tippt Marko.

Die Zeiten des ersten Trainings für bare Münze zu nehmen, wäre nicht seriös. Leclerc, Zweiter der Zeitentabelle, war zum Beispiel mit seinem Set-up anfangs nicht zufrieden: "Ich habe in der ersten Kurve Probleme wie verrückt", funkte er - über eine Passage, die heute Morgen mehrere Fahrer ausgehebelt hat.

Sebastian Vettel belegte letztendlich P15, mit einem Rückstand von 1,301 Sekunden. Der erhoffte Schritt nach vorne ist Aston Martin damit noch nicht gelungen. Zumal sein Teamkollege Lance Stroll (13.) zwar um 0,241 Sekunden schneller war, aber gleich zwei relativ spektakuläre Dreher (ohne Materialschaden) hatte, und zwar in der Rauch- und der Red-Bull-Mobile-Kurve.

Vettels eigentlich schnellste Zeit wurde wegen Tracklimits in Kurve 10 gestrichen - ein Thema, das dieses Wochenende wieder für Diskussionsstoff sorgen könnte. Denn am System wurde in den vier Tagen seit dem Rennen am vergangenen Sonntag nichts geändert.

Abseits des sportlichen Geschehens ragte als Highlights des Auftakts zum Spielberg-2-Wochenende heraus, dass viele Fans auf den Tribünen saßen. Der Grand Prix von Österreich ist das erste Rennen seit Beginn der Coronapandemie, das vor vollen Rängen stattfinden wird.

"Es ist natürlich eine ganz eine andere Atmosphäre", sagt "Hausherr" Helmut Marko. "Das peitscht zusätzlich an. Und die Holländer sind ja ein sehr enthusiastisches Publikum. Es ist schon erfrischend, wenn eine ganze Tribüne in Orange aufspringt und jubelt. Das kriegt der Fahrer mit, das ganze Team."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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