Formel 1 Monaco

FIA entscheidet über Gasly-Podium: Der Monaco-Fall geht weit über Platz drei hinaus

Ein Fehler im Messsystem, aber unterschiedliche Folgen für die Fahrer: Der Streit um das Monaco-Podium von Pierre Gasly wird nun vor einem FIA-Gericht verhandelt

Gianluca D'Alessandro

Bearbeitet: 19.08.2026, 14:40

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Fall Gasly: Termin für Monaco-Einspruch von Red Bull und McLaren steht

Fotomontage: Der Fall Pierre Gasly aus Monaco landet vor dem FIA-Berufungsgericht

Foto: circuitpics.de/KI-bearbeitet circuitpics.de/KI-bearbeitet

Rund zwei Monate nach dem Grand Prix von Monaco 2026 hat der Automobil-Weltverband (FIA) den Termin für die Berufungsverhandlung von McLaren und Red Bull gegen die nachträgliche Rückgabe des dritten Platzes an Pierre Gasly festgelegt: Der Fall landet am 25. August 2026 vor dem Berufungsgericht der FIA.

Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob Gasly wirklich Dritter bleiben darf, sondern auch um die sportliche Fairness gegenüber den Fahrern, die nach dem Monaco-Rennen keine Berufung einlegen konnten, weil sie ihre Strafen bereits während des Rennens abgeleistet hatten.

Worum es im Fall Gasly genau geht

Doch der Reihe nach: Gasly kam in Monaco als Dritter ins Ziel. Er verlor den Podestplatz jedoch zunächst aufgrund zweier Zeitstrafen, die er für zu hohe Geschwindigkeit in der Boxengasse erhalten hatte.

Alpine war überzeugt, dass Gasly nicht zu schnell gefahren war. Deshalb entschied sich das Team dagegen, die Strafen bei einem Boxenstopp abzusitzen, und legte stattdessen Einspruch gegen die Entscheidung der Sportkommissare ein.

Diesen Einspruch gewann Alpine später - allerdings nicht aufgrund der vom Team vorgelegten Daten. Vielmehr stellte das Formel-1-Management (FOM), das für das offizielle Zeitnahme-System verantwortlich ist, eine Abweichung zwischen der tatsächlich zurückgelegten Distanz und der vom System angenommenen Distanz fest, die das zur Geschwindigkeitsmessung verwendete System zugrunde gelegt hatte.

Diese Abweichung führte dazu, dass das System für die Boxengasse eine zu hohe Geschwindigkeit berechnete. Besonders betroffen waren Autos, die die Linie bei der Boxeneinfahrt stärker schnitten. Aus diesem Grund annullierten die Sportkommissare Gaslys Strafen und gaben ihm damit den auf der Strecke erzielten Podiumsplatz zurück.

Gasly bekommt seine Position zurück, aber ...

Das Problem dabei: Während die Strafen von Gasly nachträglich gestrichen wurden, hatten andere Fahrer vergleichbare Strafen bereits während des Rennens abgeleistet. In deren Fällen ließ sich die Situation nicht mehr rückgängig machen. Denn dafür gibt es keinen Mechanismus.

Das sorgte bei den Konkurrenzteams für Kritik. Konkret beschlossen McLaren und Red Bull, gegen die Entscheidung der Sportkommissare im Fall Gasly Berufung einzulegen.

Bei Red Bull besteht dabei ein unmittelbares sportliches Interesse: Sollte das FIA-Berufungsgericht der Berufung stattgeben, könnte Isack Hadjar profitieren. Er war zunächst auf den dritten Platz vorgerückt, bevor Gaslys Strafen aufgehoben wurden. (Fotostrecke: Die größten Formel-1-Skandale)

Für McLaren geht die Angelegenheit hingegen über die reine Punkteverteilung hinaus. Dem Team geht es vor allem darum, die entstandenen Fragen hinsichtlich der sportlichen Fairness, der einheitlichen Anwendung des Reglements und der Integrität des Verfahrens zu klären.

Diese Zweifel liegen nahe: Gaslys Strafen wurden gestrichen, die Strafen anderer Fahrer dagegen nicht - obwohl der Fehler im Zeitnahme-System das gesamte Wochenende über vorhanden war.

Wie McLaren seine Haltung zum Fall Gasly erklärt

McLaren erklärte: "Unserer Ansicht nach entsteht durch die nachträgliche Aufhebung der Strafen eine Situation, in der einige Teilnehmer dadurch benachteiligt werden, dass sie regelkonform und entsprechend den Entscheidungen der Sportkommissare gehandelt haben. Ein solches Ergebnis birgt die Gefahr sportlicher Ungleichheit und könnte das Vertrauen in die einheitliche Anwendung des FIA-Sportreglements untergraben."

Weiter erklärte McLaren: "Unsere Entscheidung, Berufung einzulegen, richtet sich nicht gegen einen bestimmten Konkurrenten. Sie spiegelt vielmehr unsere Überzeugung wider, dass die Meisterschaft von Regeln profitiert, die für alle Teilnehmer einheitlich, transparent und fair angewendet werden."

"McLaren wird weiterhin konstruktiv mit der FIA, der Formel 1 und den anderen Teilnehmern zusammenarbeiten, um die Integrität des Sports zu schützen und das Vertrauen in dessen regulatorischen Rahmen zu erhalten."

Im Kern geht es deshalb darum, festzulegen, was sportliche Fairness in einer solchen Situation konkret bedeutet und wie für vergleichbare Fälle ein eindeutiger rechtlicher Rahmen geschaffen werden kann. Genau darüber muss das FIA-Berufungsgericht am kommenden Dienstag entscheiden.

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