Falsche Reifenwahl im Qualifying: Pierre Gasly sauer auf AlphaTauri

Pierre Gasly ist wütend: Er verpasst den Einzug ins Q3 im Qualifying zum Grand Prix von Russland, weil sein Team einen strategischen Fehler gemacht hat

Falsche Reifenwahl im Qualifying: Pierre Gasly sauer auf AlphaTauri

"Ehrlich gesagt habe ich keine Worte dafür", kann Pierre Gasly seinem Ärger und seiner Frustration so kurz nach dem Qualifying zum Grand Prix von Russland noch keinen Ausdruck verleihen. Der Franzose lag in allen Sessions auf Q3-Kurs, doch ein taktischer Fehler spülte ihn schließlich nur auf Startplatz zwölf zurück.

"Wir waren in Q1 und Q2 so konkurrenzfähig und dann sind wir auf gebrauchten Reifen, die einfach tot waren, draußen geblieben. Ich habe drei Runden lang gefragt, ob wir stoppen wollen, weil die Strecke auftrocknete. Wir haben es nicht gemacht und daher sind wir im Nirgendwo gelandet mit gebrauchten Reifen."

Nach seinem ersten Q2-Versuch lag Gasly noch acht Zehntelsekunden vom drohenden Aus entfernt. Am Boxenfunk diskutierte er die gesamte Session über mit seinem Renningenieur über die Frage, ob er nach seinem ersten Versuch (Push-Runde - Cool-down-Runde - Push-Runde) neue Intermediates aufziehen sollte.

Gasly: "Heute einfach einen schlechten Job gemacht"

Gasly meldete zunächst wenig Grip, und war danach unschlüssig, ob er erneut an die Box fahren sollte. Das Team schlug schließlich vor, noch eine schnelle Runde zu fahren, und wenn möglich danach zu wechseln. "Wenn wir uns nicht verbessern, dann stoppen wir", ließ ihn sein Ingenieur wissen.

Wenig später entschied das Team, dass Gasly auf der Strecke bleiben sollte, doch der Franzose war nicht überzeugt: "Ich denke, das ist keine gute Idee. Die Reifen sind zu sehr abgefahren", funkte er. Bei noch 2:30 Minuten auf der Uhr sollte er eine langsame Cool-down-Runde fahren, um sich auf einen letzten Versuch vorzubereiten.

Plötzlich war Daniel Ricciardo auf dem zwischenzeitlichen Schleudersitz (P10) nur noch drei Zehntel zurück. "Die Vorderreifen sind am Ende", informierte Gasly seine Mannschaft zunehmend genervt. "Okay, wir werden es einfach probieren und dann sehen, was herauskommt. Bleib ruhig", antwortete sein Ingenieur.

Das Ergebnis: Rang zwölf. Rund eine Zehntelsekunde fehlte ihm am Ende für den Einzug in die Top 10. "Sorry Pierre, das war ein Fehler", entschuldigte sich sein Ingenieur gleich nach der Zieldurchfahrt, doch Gasly war wütend. Er schlug mehrfach mit der Hand auf sein Halo.

Wenig später stieg er rasend vor Wut und Ärger aus seinem AlphaTauri-Boliden aus und schlug seine Hände im Fahrerlager über dem Kopf zusammen. Er konnte es nicht fassen, erst zum dritten Mal in dieser Saison verpasst er das Q3 an einem Qualifying-Samstag.

"Es fühlt sich so an, als hätten wir heute eine große Chance verpasst. Wir haben ja gesehen, wie verrückt das Q3 abgelaufen ist und wir wissen, dass man in diesen Bedingungen bis zum Ende dabei bleiben muss. Heute haben wir einfach einen schlechten Job gemacht", urteilt Gasly.

Pole-Chance vertan? "Gibt keinen Grund, darüber nachzudenken"

Er fuhr bereits das gesamte Wochenende in überragender Form: Am Freitag im Gesamtklassement belegte er den dritten Rang, in Q1 landete er auf dem sechsten Platz. "Wir hatten die Pace, um es locker ins Q3 zu schaffen. Das Auto war sehr schnell bei diesen Bedingungen."

Bereits vom ersten Quali-Segment an habe er sich im Nassen wohlgefühlt. "Wir waren in Q1 immer in den Top 5. Das macht es umso frustrierender für mich, denn wir hatten die Pace und alle Zutaten, um heute gut abzuschneiden."

Gasly gibt zu, dass er nicht nachvollziehen kann, warum sein Team ihn nicht an die Box geholt hatte. "Ich verstehe nicht, warum wir das taten. Wir bezahlen ganz klar einen sehr hohen Preis dafür." Denn in den letzten zwei Runden sei er nur noch geschwommen.

 

Foto: Charles Coates / Motorsport Images

"Ich konnte die Rundenzeit sehen, uns hat eine Zehntel gefehlt. Aber ich denke, es wäre 1,5 Sekunden schneller gegangen mit neuen Reifen. Das wusste ich schon aus Q1, dass wir großes Potenzial hätten bei diesen Bedingungen. Wenn wir daher dennoch so weit hinten landen, dann macht mich das wütend."

Er fordert daher von seiner Mannschaft, dass nach dem Rennwochenende alles analysiert wird, damit dieser Fehler nicht noch einmal passieren kann. Hätte er gar eine Chance auf die Poleposition gehabt? Immerhin lag er in Q1 direkt hinter Polesetter Lando Norris und vor dem Zweitplatzierten Carlos Sainz.

"Es gibt keinen Grund, darüber nachzudenken, denn ich war nicht mit dabei."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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