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FAQ: Wie funktioniert eigentlich die Budgetobergrenze in der Formel 1?

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FAQ: Wie funktioniert eigentlich die Budgetobergrenze in der Formel 1?
Autor:
Co-Autor: Juliane Ziegengeist
16.05.2020, 08:24

Seit geraumer Zeit diskutiert greift ab der nächsten Formel-1-Saison erstmals ein fixer Kostendeckel - Wir klären, was er abdeckt und wie effektiv er sein kann

Lange wurde um eine Budgetobergrenze in der Formel 1 gerungen. Ab der nächsten Saison wird sie Wirklichkeit, denn für 2021 soll einen Kostenobergrenze von 145 Millionen Dollar in Kraft treten - mit anschließenden, noch zu vereinbarenden Kürzungen in den folgenden Saisons. Wir klären die wichtigsten Fragen zum Budgetdeckel.

Wie wird die Budgetobergrenze funktionieren?

Obwohl man sich ursprünglich auf eine Obergrenze von 175 Millionen Dollar geeinigt hatte, wurde sie aufgrund der Unterbrechung der Saison 2020 und dem damit verbundenen finanziellen Druck für die Teams noch einmal nach unten korrigiert.

Es ist geplant, die Obergrenze in späteren Saisons sukzessive weiter zu senken, wobei hierüber noch diskutiert wird. Ein bisher vereinbarter Vorschlag sieht vor, sie für 2022 auf 140 Millionen Dollar zu senken und dann bei 135 Millionen Dollar zu belassen, bis nach 2024 eine weitere Überprüfung erfolgen soll.

Die Obergrenze deckt nur Ausgaben ab, die leistungsbezogen sind. Sie schließt unter anderem folgende Punkte nicht mit ein:

Marketing

Fahrergagen

Löhne der drei höchstbezahlten Mitarbeiter

Mitarbeiter-Boni

Anmeldegebühren für die Meisterschaft

Motorenliefervertrag

Reisen und Hotels

Erwerb von Superlizenzen

Nicht-Formel-1-Aktivitäten

Ursprünglich bestand das Ziel des Kostendeckels darin, die Kluft zwischen den besser situierten Teams und dem Rest des Feldes zu verkleinern sowie den über die Jahre in die Höhe geschossenen Kosten entgegenzuwirken. Angesichts der Corona-Krise hat der Deckel für die ganze Formel 1 jedoch eine neue Bedeutung erlangt.

Da alle zehn Teams mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise konfrontiert sind, wird zunehmend betont, dass die Formel 1 die Kosten generell senken muss, um zu überleben. Mit einer Budgetobergrenze haben die Teams die Stabilität zu wissen, wie viel sie ausgeben müssen, um wettbewerbsfähig zu sein.

Wie wird der Kostendeckel kontrolliert und was passiert, wenn die Teams ihn überschreiten?

Eine spezielle Verwaltung wird die Einhaltung des Kostendeckels durch die Teams überwachen. Sie setzt sich aus führenden Experten für Finanzregulierung im Sport zusammen. Ein Probelauf des Prozesses soll 2020 durchgeführt werden, wobei es keine Strafe für Teams geben wird, die die Budgetobergrenze überschreiten.

Ab 2021 können Verstöße dann auf verschiedene Weise geahndet werden. Bei geringfügigen Fehltritten wird es Geldstrafen und Verwarnungen geben, wobei die Verwaltung auch den Abzug von Konstrukteurs- oder Fahrerpunkten, Testbeschränkungen, ein Rennverbot und eine Reduzierung des Kostendeckels verhängen kann.

Die schlimmste Strafe, die bei extremen Verstößen gegen die Obergrenze droht, ist ein Ausschluss von der Weltmeisterschaft.

Hatte die Formel 1 schon einmal eine Budgetobergrenze?

Obwohl sie wohl schon seit einiger Zeit notwendig ist, hat die Formel 1 noch nie zuvor ernsthaft versucht, die Ausgaben auf diese Weise zu kontrollieren. Für 2010 wurde ein Kostendeckel von 40 Millionen Dollar vorgeschlagen, der jedoch angesichts der zahlreichen großen Hersteller-Teams zu diesem Zeitpunkt fehlschlug.

Bis heute sind sie es gewohnt, so viel Geld wie möglich darauf zu verwenden, jede zusätzliche Tausendstelsekunde zu gewinnen. In einer so technologiebasierten Rennserie wie der Formel 1 war es zudem oft einfacher, die Ausgaben auf andere Weise zu kontrollieren, etwa durch Begrenzung der Motorenanzahl und anderer Teile.

Wie viel haben die Teams im Jahr 2019 ausgegeben?

Der Betrag, den die zehn Formel-1-Teams in der vergangenen Saison insgesamt ausgegeben haben, schwankt stark zwischen unter und weit über der vorgeschlagenen Budgetobergrenze. Sowohl das Weltmeister-Team Mercedes als auch der Vize-Weltmeister Ferrari gaben insgesamt über 400 Millionen Dollar aus.

Hier werden ernsthafte Kürzungen nötig sein, um die Obergrenze von 145 Millionen Dollar nicht zu überschreiten. Haas und Williams gaben hingegen "nur" 150 Millionen Dollar aus und lagen damit - nach Abzug der nicht leistungsbezogenen Kosten - weit innerhalb des vorgegebenen Budgets. Hier gibt es eine deutliche Kluft.

Wie viel geben die Formel-1-Teams heute im Vergleich zu früher aus?

Es gibt einen unbestreitbaren Aufwärtstrend bei den Budgets der Teams. Im Jahr 1980 gewann Williams die Meisterschaft, nachdem man 5,1 Millionen Dollar ausgegeben hatte, was unter Berücksichtigung der Inflation heute etwa 11,9 Millionen Dollar entspricht - weit entfernt von den heutigen Durchschnittsausgaben.

Als Williams 1992, zwölf Jahre später, den Titel gewann, hatte das Team bereits 48 Millionen Dollar ausgegeben. In den folgenden Jahren schnellten die Kosten weiter in die Höhe: 2013 waren es bei Titelsieger Red Bull 300 Millionen Dollar. Jetzt sind die Ausgaben der Spitzenteams noch einmal um 100 Millionen Dollar gestiegen.

Wird die Budgetobergrenze für ein wettbewerbsfähigeres Startfeld sorgen?

In gewisser Weise hat die Verzögerung des neuen technischen Reglements auf 2022 die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Kostendeckel wirksam ist. Anstatt dass die Teams im Jahr 2020 so viel Geld ausgeben können, wie sie wollen, um ihr neues Auto zu bauen, müssen sie dabei nun den Kostendeckel einhalten.

Doch Geld wird weiterhin eine große Rolle spielen. Denn viele Teams werden nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um die Grenze von 145 Millionen Dollar überhaupt zu erreichen, somit sind sie weiterhin im Nachteil. Finanzkräftigere Teams werden sich weiterhin die besten Fahrer und das beste Personal leisten können.

Zudem ist zu befürchten, dass die Budgetobergrenze nicht unfehlbar sein wird. Bei so vielen Ausgaben, die in den neuen Finanzvorschriften nicht enthalten sind, wird die zuständige Verwaltung vor der Herausforderung stehen, dafür zu sorgen, dass die Teams in ihrem Streben nach dem Sieg keine Schlupflöcher ausnutzen.

Wie haben die Teams auf den Kostendeckel reagiert?

Obwohl generell anerkannt wurde, dass der Schutz kleinerer Teams in diesen unsicheren Zeiten von wesentlicher Bedeutung ist, gab es eine Vielzahl von Reaktionen. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat sich sehr offen zu diesem Thema geäußert und deutlich gemacht, dass Ferrari nicht unter 145 Millionen Dollar gehen will.

Er argumentierte, dass die Gefahr bestehe, zu schnell zu extremen Kostensenkungen überzugehen, insbesondere im Hinblick auf potenziell Tausende von Arbeitsplätzen. Diese Haltung teilt auch Red Bull. Im Gegensatz dazu sind viele der kleineren Teams der Meinung, dass die Kostenobergrenze nicht weit genug geht.

McLaren hat erklärt, dass die einzige Möglichkeit, das gesamte Starterfeld zu schützen, die Senkung der Obergrenze auf 100 Millionen Dollar sei. McLaren-CEO Zak Brown verglich die Gegner einer Kostensenkung in diesem Zusammenhang mit "einem Schwergewicht, das nur Mittelgewichte bekämpfen will".

Möglicherweise kann der Automobil-Weltverband diese Budgetobergrenze aber auch ohne Zustimmung aller Teams durchsetzen. Denn die kürzliche Einführung einer neuen "Schutzklausel" bedeutet, dass sie Änderungen mit Stimmenmehrheit vornehmen kann, anstatt die lückenlose Zustimmung aller Teams zu benötigen.

Damit diese "Schutzklausel" in Kraft treten kann, muss die FIA beschließen, dass es sich um "außergewöhnliche Umstände" handelt und dass die vorgeschlagene Änderung für das Überleben der Formel 1 notwendig ist. Corona könnte so ein Umstand sein.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Urheber Anna Duxbury