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Formel 1 Silverstone

Andrea Stella: Falsche Reifenwahl "zu 100 Prozent meine Verantwortung"

McLaren wählte in Silverstone den falschen Reifen und verschenkte so den Sieg: Das Funkprotokoll zwischen dem Team und Lando Norris zeigt die Problematik

Fehlwahl Soft: So lief die Kommunikation zwischen McLaren und Lando Norris

Wie konnte es zu der falschen Reifenwahl kommen, die Lando Norris in Silverstone den Rennsieg gekostet hat? Der McLaren-Pilot hatte für die Schlussphase in Großbritannien von Intermediates auf den Soft gewechselt.

Der Boxenstopp kam nach Ansicht des Teams auch eine Runde zu spät, sei am Ende aber nicht ausschlaggebend gewesen, weil man mit dem Soft die falsche Entscheidung getroffen hatte und das Rennen wohl auch verloren hätte, wenn Norris in der gleichen Runde wie Lewis Hamilton und Max Verstappen zum Reifenwechsel gekommen wäre.

"Der Soft war für uns nicht die richtige Wahl", muss Teamchef Andrea Stella nach dem Rennen einräumen. "Der Reifen hat bei uns zu stark abgebaut, um die Position gegen Verstappen halten zu können."

 

Doch wer hat letzten Endes eigentlich die Entscheidung getroffen? Das Funkprotokoll der beiden Runden vor dem letzten Boxenstopp gibt Aufschluss:

Ingenieur: "Kein Regen mehr erwartet. Noch 14 Runden. Wir denken, dass ein Soft okay wäre."

Norris: "Ja, ich denke, es muss ein weicherer sein. Es ist immer noch ziemlich nass."

Ingenieur: "Hamilton und Red Bull waren an der Box"

Norris: "Wie ist der Soft, fährt den jemand?"

Ingenieur: "Bisher nur Outlaps. Oscar kriegt den Medium."

Norris: "Ja, Box, Box."

Ingenieur: "Verstappen ist auf den harten Reifen gegangen."

Norris: "Wir müssen an die Box, der Soft ist besser jetzt oder allgemein der Slick-Reifen."

Ingenieur: "Ok, wir können den Medium nehmen, um Verstappen oder den Soft, um Hamilton zu covern."

Norris: "Hamilton! Ich denke Hamilton. Oder meinst du lieber Medium? Mir ist es egal."

Ingenieur: "Wir nehmen den Soft."

Klare Ansagen vermisst man dabei bei der Kommunikation zwischen Lando Norris und seinem Renningenieur.

McLaren bekam Zweifel

"Unter diesen Bedingungen wollten wir mit Lando checken, was er bevorzugt", erklärt Stella. "Der Sinn dahinter war herauszufinden, ob es auf dem C2 (Medium; Anm. d. Red.) unter diesen Bedingungen schwierig sein würde. Aber es war nicht schwierig", meint er.

Denn an Verstappen habe man sehen können, dass dieser den Übergang auch mit harten Reifen gut meistern kann. "Das war eine Entscheidung, die wir am Kommandostand hätten fällen sollen - wie mit Oscar [Piastri] und dem Doppelstopp", ärgert er sich. "Wir hätten die Verantwortung nehmen und sagen müssen, dass der Medium der richtige Reifen ist."

"Aber indem wir bei Lando nachgefragt haben, haben wir Zweifel bekommen. Und das hat uns bewogen, die Richtung zu verfolgen, die am Ende falsch war."

"100 Prozent meine Verantwortung"

Allerdings möchte Stella seinen Piloten diesbezüglich in Schutz nehmen: "Bitte denkt nicht, dass die Entscheidung, auf Soft zu gehen, fiel, weil Lando gesagt hat, dass wir Soft nehmen sollten", sagt er.

"Wir haben die Möglichkeit, die Entscheidung zu treffen. Wir haben mehr Informationen, wir sind mehr Leute. Also liegt die Verantwortung, auf den Soft statt den Medium zu gehen, der eine bessere Wahl gewesen wäre, beim Team", so Stella. "Es ist zu 100 Prozent meine Verantwortung und die der Mitarbeiter."

"Der Fahrer gibt nur seine Meinung wieder, was eine Meinung ist. Aber in diesem Fall hätten die Leute sagen sollen: 'Nein, wir gehen auf Medium', weil der Soft vielleicht nicht bis zum Ende kommt."

Hätten Oscar zum Stopp zwingen sollen

Anders sei die Lage beim ersten Boxenstopp, wo der Fahrer ein besseres Gefühl hat, wann man von Slicks auf Intermediates wechseln sollte. Doch auch da hatte McLaren falsch reagiert und Oscar Piastri eine Runde zu lange draußen gelassen, weil man keinen Doppelstopp machen wollte. Das kostete den Australier am Ende womöglich auch eine Chance auf den Rennsieg.

"Wir hätten Oscar zwingen sollen: 'Sorry, Kumpel, aber es wird ein Doppelstopp.'" Doch das ist nicht passiert. Stella räumt ein: "Ich denke, wir fragen die Fahrer viel zu sehr. Man sollte meinen, dass sie einen guten Job machen sollten, einfach zu fahren und unter nassen Bedingungen auf der Strecke zu bleiben."

Gleichzeitig aber noch alle anderen Umstände mit zu verarbeiten, ist vielleicht etwas viel. "Darum gibt es ja Leute, die den Fahrern helfen sollten", sagt Stella. "Und in diesem Fall müssen wir sagen, dass wir einige Möglichkeiten verpasst haben."

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