Felipe Nasr: Wo ist der brasilianische Formel-1-Nachwuchs?

Felipe Nasr macht sich Sorgen, dass das Vermächtnis der brasilianischen Formel-1-Piloten untergehen könnte, da sein Land in der Königsklasse kaum noch vertreten ist.

Jahrzehnte lang bestimmten brasilianische Piloten die Formel 1: Emerson Fittpaldi, Nelson Piquet und Ayrton Senna teilen sich 8 WM-Titel zwischen 1972 und 1991. Seitdem wartet das südamerikanische Land vergebens auf einen neuen Weltmeister, der letzte brasilianische Grand-Prix-Sieger war Rubens Barrichello in Monza 2009.

Felipe Massa stand beim Grand Prix Italien 2015 als 3. auf der Podium und ist zur Zeit der einzige Brasilianer im Feld. Nach dem Rücktritt des Williams-Piloten Ende 2016 sah es eine ganze Weile sogar so aus, als sollte die brasilianische Flagge in der Saison 2017 – zum 1. Mal seit 1969 – gar nicht vertreten sein.

Felipe Nasr, der 2015 und 2016 für Sauber antrat, hofft, dass Brasilien nicht gänzlich aus der Formel 1 verschwindet.

Natürlich würde er sich deswegen Sorgen machen, sagte Nasr. "Ich mache mir auch um die jüngere Generation Gedanken, denn Brasilien hat so einen großen Anteil an der Geschichte der Formel 1. Wir können dieses Vermächtnis nicht einfach verlorengehen lassen."

"Ich bin ziemlich sicher, dass das Land es auch so sieht. Wir sollten nicht aufhören, Fahrer zu finden, die nachkommen."

Sergio Sette Camara ist der einzige Brasilianer, der in dieser Saison in der Formel 2 fährt. Pietro Fittipaldi, der Enkel von Emerson, führt aktuell die Wertung der World Series Formula V8 3.5 an.

Und auch Nasr setzt alle Hebel in Bewegung, 2018 wieder in der Formel 1 vertreten zu sein.

"Mein Manager kümmert sich darum", sagte er. "Er hat mit Teams gesprochen. Es ist nur eine Frage der Zeit. Das stehen viele kommerzielle Interessen dahinter und man muss alles unter einen Hut bekommen."

Er habe sein Training so betrieben, als ob er ein Cockpit hätte, sagte der 24-Jährige weiter. "Ich bin bereit und könnte morgen in ein Formel-1-Auto steigen. Ich habe fast 3 Kilo an reiner Muskelmasse zugenommen, so wie geplant."

Nasr wäre auch offen für einen Platz in der Formel E, IndyCar oder der WEC und würde gerne wieder bei den 24 Stunden von Daytona antreten. Außerdem habe er in seinem 2 Jahren bei Sauber gezeigt, wozu er fähig sei, betont er.

Nur Dank der 2 WM-Punkte für seinen 9. Platz in Brasilien war Sauber 2016 in Lage, Manor vom lukrativen 10. Platz der Konstrukteurswertung zu verdrängen.

"Ich weiß, wie wertvoll diese Punkte waren und wie hart ich dafür gearbeitet habe", sagte Nasr. "Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann hatte ich zwei großartige Jahre in der Formel 1. Das Team war in einer schwierigen Situation, als ich da war. Das ist nie einfach für einen Fahrer um zu zeigen, was er kann. Ich habe aber jede Gelegenheit, die sich mir bot, wahrgenommen."

Mit Informationen von Khodr Rawi

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