Fernando Alonso: Formel 1 in Le Mans unter drei Minuten?

Ob Ex-Champion Fernando Alonso ein Formel-1-Rennen in Le Mans für machbar hält und welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssten

Fernando Alonso: Formel 1 in Le Mans unter drei Minuten?

Fernando Alonso kennt den Circuit des 24 Heures in Le Mans aus eigener Erfahrung. Denn er hat das berühmte 24-Stunden-Rennen an gleicher Stelle bereits zwei Mal gewonnen. Und wie sich die Traditionsstrecke im Formel-1-Auto anfühlt, das hat Alonso bei der diesjährigen Ausgabe des Rennens selbst ausprobiert. Was die Frage aufwirft: Könnte die Formel 1 nicht ebenfalls in Le Mans fahren?

Alonso glaubt: Machbar wäre es. Und er verweist auf Simulationen, die von einer Rundenzeit von "unter drei Minuten" ausgingen, so der Alpine-Fahrer. Damit wäre die Formel 1 auf dem 13,6 Kilometer langen Circuit des 24 Heures mehr als 20 Sekunden schneller als die Spitzenautos aus der Langstrecken-WM (WEC).

Doch Alonso sagt auch: Für eine Rundenzeit unter drei Minuten im Formel-1-Auto müsse die Runde perfekt sitzen. "Und das ist nicht so einfach."

Er erklärt: "Die langen Geraden scheinen mir für unser Auto und unsere Reifen eher ungewöhnlich zu sein. Auch die Bremszonen nach den langen Geraden waren knifflig, weil die Vorderräder zum Blockieren tendierten."

"Wenn man es also wirklich darauf anlegen würde, wenn man Druck machen würde, dann wäre das sehr anspruchsvoll. So gesehen war ich happy, dass ich nur eine Demorunde hatte!"

Alonso: Formel-1-Rennen in Le Mans denkbar

Ob er sich auch einen Grand Prix in Le Mans vorstellen könnte? Alonso bejaht und bezeichnet es als "sicherlich unterhaltsam", würde die Formel 1 ein solches Rennen anstreben.

Fernando Alonso im Formel-1-Auto von Alpine bei einer Demorunde in Le Mans 2021

Markante Rennstrecke: Fernando Alonso bei seiner Demorunde in Le Mans

Foto: Alpine

"Ich denke, es bräuchte nicht viel Vorbereitung oder Umbauten [an den Fahrzeugen], um Strecken wie Le Mans zu fahren", sagt Alonso. "Selbst nach kurzer Zeit war unser Auto praktisch dazu in der Lage, die Demorunde zu absolvieren. Und das war schon nahe dran an einer Rennsituation."

Weil in Le Mans jedoch auch auf sonst öffentlichen Straßen gefahren wird, würde die Formel 1 mit speziellen Anforderungen konfrontiert werden. "Bei solchen Geschwindigkeiten", meint Alonso, "geht es natürlich auch um Sicherheitsstandards."

Was sich in Le Mans verändern müsste

"Da müssten wir wahrscheinlich ein paar Dinge an der Strecke ändern. Denn der Kurs wäre viel zu schnell und an manchen Stellen der Geraden auch zu schmal. Es müsste also Anpassungen geben, und warscheinlich mehr von Seiten der Strecke als von der Formel 1."

Tatsächlich hat die Formel 1 bereits in Le Mans ein Rennen absolviert: 1967 fand dort einmalig der Frankreich-Grand-Prix statt, aber nicht auf der 24-Stunden-Variante, sondern auf der Kurzanbindung, dem Bugatti Circuit mit 4,4 Kilometern Länge.

So oder so: Für Alonso ist und bleibt Le Mans ein magischer Ort. Es sei "etwas Besonderes" und "sehr emotional" gewesen, nach zwei Siegen im Langstrecken-Klassiker wieder dorthin zurückzukehren. "Noch dazu, wo ich im ersten Formel-1-Auto saß, das die Le-Mans-Strecke befahren hat", wie er meint.

Mit Bildmaterial von Marc Fleury.

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