Fernando Alonso frustriert: Aston Martin blamiert sich sogar gegen Cadillac
Aston Martin steckt in Japan im tiefen Formkrisensumpf. Fernando Alonso wirkt ausgelaugt, Lance Stroll ratlos, sogar Cadillac fährt dem Traditionsrennstall davon
Dauert wohl noch, bis Aston Martin wieder vor anderen Teams fährt
Foto: LAT Images
Fernando Alonso spricht in Japan Klartext. Er sieht Aston Martin "klar am Ende des Feldes". Unter solchen Bedingungen gebe es "keine Befriedigung", weil man im Qualifying und im Rennen praktisch nicht richtig kämpfen könne.
Besonders schmerzhaft ist, dass Cadillac im Qualifying vor beiden Aston Martin landet. Auf dem Papier wirkt der Neueinsteiger stark, doch der Cadillac verliert trotz dieses Achtungserfolgs immer noch über eine Sekunde auf das restliche Feld.
Alonso macht sich keine Illusionen über den AMR. "Das Auto ist im Grunde das gleiche wie an den ersten beiden Wochenenden." Er erwartet für die nächsten zehn Grands Prix ein sehr ähnliches Bild. Die Performance hängt dann vor allem von der Streckencharakteristik ab.
Braucht wohl noch Monate
Im Gespräch mit spanischen Medien wird Alonso noch deutlicher. Er hätte lieber einen schnellen, aber problematischen McLaren als ein zuverlässiges Auto, das nur im hinteren Feld fährt. Ein fehlerfreies Wochenende bringe ihm nichts, wenn er trotzdem nur hinterherfährt.
Aston Martin arbeitet laut Alonso "mit Vollgas". Im Werk lehne sich niemand zurück, aber in der Formel 1 passiere nichts über Nacht. Man brauche Monate, um Aero-Map, Mechanik und Projekte komplett neu auszurichten. Vor dem Sommer erwartet er keine große Wende.

Fernando Alonsos Mine spricht Bände
Foto: Sutton Images
Parallel dazu plagen das Team weiter massive Vibrationen. Alonso berichtet, das Niveau schwanke von Tag zu Tag. Am Freitag sei das Gefühl fast normal gewesen, am Qualifying-Tag dagegen wieder deutlich schlechter. Für das Rennen sei alles offen.
Diese Vibrationen zwingen die Fahrer zeitweise die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Für Suzuka rechnet er erneut mit diesem Manöver auf den Geraden. Er hofft, dass die Vibrationen am Renntag spontan nachlassen und der Komfort etwas steigt.
Viel Druck beim Honda-Heimspiel
Lance Stroll bestätigt, dass Suzuka für Aston Martin "ein hartes Wochenende" ist. Besonders bei Hondas Heimspiel sei der Druck groß. Echte Aussagen zur Haltbarkeit könne man aber erst nach dem Rennen treffen, Sonntag sei "der Zuverlässigkeitstag".
Stroll erinnert daran, dass China vor allem im Rennen kritisch war. In Japan habe man zwar alle Sessions fahren können, doch an der reinen Pace ändere das nichts. Cadillac als Referenz vor der Nase mache die Schwäche des Pakets offen sichtbar.
Beim Thema Motor räumt Stroll ein, dass Leistung fehlt, warnt aber vor einer zu einfachen Analyse. Aston Martin verliere "riesige Zeitmengen auf den Geraden", sei aber auch in den Kurven "nicht das Auto mit dem meisten Grip". Chassis und Antrieb sind gleichermaßen im Rückstand.
Von schnellen Updates will Stroll nichts wissen. Zwischen China und Japan sei kein Raum gewesen, größere Teile an den AMR zu bringen. Für die nächsten Monate gebe es zwar einen klaren Plan, aber wie viel Rundenzeit das wirklich bringe, müsse sich erst zeigen.
Die Vibrationen werden Stroll im Rennen ebenfalls begleiten. Schon in den kürzeren Stints seien sie ein Problem gewesen. Er geht davon aus, dass dies am Sonntag wieder ein Thema wird und will sich mental darauf einstellen und ausdauernd reagieren.
In China stieg Stroll mit technischen Problemen früh aus und spürte die Vibrationen nicht über die volle Distanz. In Suzuka könnte er den gleichen Härtetest erleben wie Alonso. Erst dann wird klar, wie stark die Belastung über einen ganzen Stint ist.
Cadillac besser, aber immer noch nicht im Mittelfeld
Im Hinterfeld wirkt Cadillac auf den ersten Blick wie ein Gewinner. Der Rückstand nach vorn ist jedoch groß. Valtteri Bottas spricht von einer "klaren Lücke zum Mittelfeld" und auch noch von einem Abstand zu Aston Martin. Cadillac profitiert vor allem vom tieferen Absturz der Grünen.
Cadillac sieht aktuell stark aus, weil sie Aston Martin aus eigener Kraft schlagen. Dabei geht aber unter, dass sie trotzdem weit weg vom restlichen Feld bleiben. Die Realität im Qualifying zeigt zwei klare Schlusslichter mit unterschiedlichen Geschichten.
Für Aston Martin ist die Lage besonders bitter, weil die eigene Messlatte früher Red Bull und Mercedes hieß. Jetzt heißt sie Cadillac. Statt Attacke auf das Q3 geht es in Suzuka für Fernando Alonso und Lance Stroll nur darum, das Rennen überhaupt sauber zu beenden.
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