Fernando Alonso: Hätte am liebsten noch einen Neustart gehabt!

Fernando Alonso stürmte in Baku in den letzten zwei Runden auf Rang sechs nach vorne - Finale machte schwache Rennpace wett

Fernando Alonso: Hätte am liebsten noch einen Neustart gehabt!

Das Finale in Baku weckte in Fernando Alonso das Raubtier. Der Spanier witterte seine Chance, lauerte auf die Fehler der Konkurrenz - und schlug dann eiskalt zu. Von Rang zehn, den der Alpine-Pilot beim Re-Start innehatte, ging es vor bis auf Rang sechs. Damit bejubelte Rückkehrer Alonso sein bestes Ergebnis seit dem Großen Preis von Australien 2018. Damals war er im McLaren Fünfter geworden.

Ermöglicht wurde diese Aufholjagd in den zwei Runden durch eine "No risk, no fun"-Strategie. "Ich habe dem Team vor dem Re-Start gesagt, dass wir es probieren. Wenn eine Lücke da ist, werde ich reinstechen. Wenn wir die Punkte verloren hätten oder in der Mauer gelandet wären oder den Flügel beschädigt hätten, schade drum, aber wir hätten es wenigstens versucht", schildert der 39-Jährige.

Schlussendlich ging Alonsos Plan voll auf. "Diese zwei Runden haben Spaß gemacht und haben sich ganz anders angefühlt. Ein weiterer Re-Start wäre schön gewesen", sagt Alonso mit einem Lachen.

Alonso scherzt: Brauchen mehr Zwei-Runden-Rennen!

Das pure Racing in dem Finale, ohne das ständige Achten auf die Reifen, sei eine willkommene Abwechslung gewesen. "Wir müssen über mehr Zwei-Runden-Rennen nachdenken. Am besten 25 Zwei-Runden-Rennen oder so etwas", scherzt der Spanier nach seinem Husarenritt.

"Es hat wirklich Spaß gemacht. Die Leute waren sehr aggressiv in diesen zwei Runden, denn sie wussten, dass sie nicht auf die Reifen oder Ähnliches achten mussten", erklärt Alonso. Die Grundlage für den Sprung um vier Plätze legte er bereits beim stehenden Re-Start. "Ich habe in Kurve eins zwei Plätze gewonnen, die Starts waren mit dem Auto sehr gut", erklärt er. Kurz darauf kam er auch noch an Yuki Tsunoda und Carlos Sainz vorbei.

Das Finale täuschte jedoch aber darüber hinweg, dass das Rennen bis dahin nicht den Vorstellungen von Team und Fahrer entsprach. Am Start machte er zwar einen Platz gut und fuhr in den ersten Runden auf Platz sieben, doch die Pace stimmte nicht. Ein früher Boxenstopp in Runde sieben brachte ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg.

Re-Start lässt schwache Pace vergessen

"Uns hat Pace gefehlt, das ist die Wahrheit. Wir haben versucht, mit der Strategie etwas kreativer zu sein", berichtet Alonso. Jedoch hätten dem Alpine "drei oder vier Zehntel an Pace gefehlt, das war ein Killer für jede Strategie", rechnet er vor.

Tatsächlich verlor er satte fünf Plätze während der ersten Phase der Boxenstopps, vor dem Unfall von Lance Stroll fand sich der zweimalige Weltmeister auf Rang elf wieder. Als Stroll ausschied und das Safety-Car auf die Strecke kam, steuerte Alonso ein weiteres Mal die Box an.

"Wir haben etwas anderes versucht, weil von der puren Pace her waren wir nicht da", erklärt er. Der Re-Start nach Max Verstappens Unfall, der alles zusammenschob, war für Alonso daher wie ein Geschenk. "Diese zwei Runden waren sehr produktiv", so Alonso: "Wir konnten gute Punkte holen, ich bin glücklich für das Team."

Alonso erkennt Aufwärtstrend

Grundsätzlich erkennt Alonso einen Fortschritt in seiner persönlichen Entwicklung in dieser Saison, und das nicht erst seit Baku. "Seit Portugal ist eine Kurve zu erkennen, die mir sehr gefällt", sagt er.

Monaco sei ein "verrückter Bruch" gewesen, "obwohl es da auch in den Freien Trainings und am Sonntag gut war aus meiner Sicht, was das Vertrauen ins Auto angeht. Aber mit Rang 17 am Samstag ist deine Geschichte in Monaco vorbei", so Alonso.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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