Fernando Alonso: Kein anderer Sport ändert sich so oft wie die Formel 1

Alpine-Pilot Fernando Alonso findet, dass keine andere Sportart so krampfhaft versucht, ihr Format zu verbessern, ohne dass es notwendig ist, wie die Formel 1

Fernando Alonso: Kein anderer Sport ändert sich so oft wie die Formel 1

Mit der Einführung des Sprintqualifyings bei drei ausgewählten Rennveranstaltungen wagt die Formel 1 in ihrer aktuellen Saison ein Experiment und durchbricht das gewohnte Wochenendformat mit dem Ziel, den Fans einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten. Doch das Echo fiel bisher geteilt aus.

Nach dem zweiten Sprint in Monza, der kaum Action bot, fand Red-Bull-Pilot Sergio Perez klare Worte. "Nichts passiert da. Ich sehe den Vorteil eines Sprintrennens nicht", kritisierte er das Format und stellte dessen Mehrwert infrage. Ob es diese Saison überleben und auch 2022 zum Einsatz kommen wird, bleibt abzuwarten.

Anpassungen wie eine umgekehrte Startreihenfolge finden kaum Anklang. Auch nicht bei Fernando Alonso. "Zunächst einmal denke ich, dass die Formel 1 immer eine Verbesserung anstrebt, die manchmal gar nicht nötig ist. Ich kenne keine andere Sportart, die so sehr darauf bedacht ist, die Show zu gestalten oder zu verbessern", sagt er.

"Im Fußball, der normalerweise der König der Sportarten ist, finden so viele Spiele statt, dass es langweilig ist. Trotzdem gibt es keine Veränderungen oder Vorschläge, wie man das Spiel verändern kann, um die Show zu verbessern. Es gibt keinerlei Dramen."

Aus Sicht von Alonso sollte die Formel 1 als Show zunächst einmal "glücklich und stolz sein", denn sie müsse sich nicht verstecken. Ansatzpunkte für Optimierungen gebe es zwar immer. Doch Formate wie das Sprintqualifying verschlimmbesserten nur.

"Ich habe das Gefühl, dass der Freitag dadurch den Rest des Wochenendes bestimmt", erklärt der Alpine-Pilot, "denn das Qualifying wird durch die Leistung des Autos bestimmt, nicht durch den Einsatz des Fahrers." Das liege vor allem am Format des Freitagqualifyings, das ausschlaggebend für die Startreihenfolge im Sprint ist.

"Wenn man eine Stunde und sechs Reifensätze hat, macht man einen Fehler, man macht zwei Fehler, aber dann zieht man einen weiteren Reifensatz auf und kommt am Ende wieder auf der Position ins Ziel, die man verdient - oder die das Auto verdient." Denn an der angestammten Reihenfolge der Autos ändere sich kaum etwas.

"Daher bin ich der Meinung, dass wir mit unserer Erfahrung die Schwierigkeit am Freitag erhöhen sollten, vielleicht sogar mit nur einem Versuch, nicht sechs", findet Alonso. "Wenn man nur einen Reifensatz oder einen Versuch hat, ist das Auto das Wichtigste, aber der Fahrer muss in diesen anderthalb Minuten seine Leistung bringen."

Die Option einer umgekehrten Startaufstellung "werde ich in Kauf nehmen, weil ich ein langsames Auto habe", sagt Alonso weiter. "Aber ich denke nicht, dass das fair ist, und ich denke auch nicht, dass die Formel 1 diese Revolution machen sollte."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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