Fernando Alonso: Mann des Rennens wäre beinahe abgeflogen

Fernando Alonso zeigte beim Formel-1-Rennen in Zandvoort einmal mehr seine Stärke am Sonntag - Beinahe wäre sein Rennen aber vorzeitig zu Ende gewesen

Fernando Alonso: Mann des Rennens wäre beinahe abgeflogen

Wieder einmal hat Fernando Alonso seine Qualitäten als Sonntagsfahrer unter Beweis gestellt. Beim Formel-1-Rennen in Zandvoort belegte der 40 Jahre alte Spanier trotz Startplatz neun und nach einer tollen Fahrt den sechsten Platz. Offiziell wurde zwar Sergio Perez zum Fahrer des Rennens ernannt, inoffiziell hatte sich Alonso diesen Titel jedoch ebenso verdient.

"Platz sechs ist besser als unsere Erwartungen. Wir sind vor einem Ferrari gelandet und waren das gesamte Wochenende konkurrenzfähig", zieht Alonso ein positives Fazit. Den Grundstein für das gute Resultat legte der Weltmeister von 2005 und 2006 zum wiederholten Mal am Start - obwohl er seinen gut durchdachten Plan nicht exklusiv hatte.

"Der Plan war es, in Kurve 1 auf der Außenbahn zu fahren. Ich stand auf der sauberen Seite der Startaufstellung und wollte einen sauberen Start haben. Aber Giovinazzi hatte denselben Plan. Er fuhr auch außen und hat mich blockiert", schildert Alonso.

Mehrere Berührungen: Alonso lobt "robuste Reifen"

Was folgte, war eine hektische erste Runde, in der der Spanier "improvisieren" musste, wie er selbst sagt. Gleich mehrfach wurde es dabei eng mit anderen Fahrern, darunter auch sein Teamkollege Esteban Ocon. "Ich wurde von Esteban in Kurve 1 getroffen, von Russell in Kurve 2 und von Giovinazzi in Kurve 6. Ich hatte heute aber sehr robuste Reifen und keinen Plattfuß", sagt Alonso.

Am Ende der ersten Runde hatte Alonso direkt zwei Plätze gutgemacht und lag auf Rang sieben, direkt vor Ocon. Der Franzose wirkte zu Beginn schneller, verlor dann aber nach und nach den Anschluss. Alonso fuhr auf einem ungefährdeten siebten Platz, ehe er sich eine Runde vor Schluss sogar noch Carlos Sainz im Ferrari schnappte.

Beide lieferten sich schon Runden zuvor ein enges Duell, das beinahe mit einem Unfall des Spaniers geendet wäre. Die TV-Kameras fingen diese Szene nicht ein. "Das war ein ziemlich stressiger Moment", gibt Alonso zu.

Beinahe-Crash mit Sainz: "Pures Glück"

"Sechs Runden vor dem Ende wollte ich in Kurve 1 innen an Carlos vorbeigehen und dachte, dass ich das Manöver mache. Er hat das wohl dann im letzten Moment realisiert und die Bremse wieder aufgemacht und später gebremst, weshalb wir uns dann in Kurve 1 fast berührt hätten", schildert er. Doch zur brenzligsten Szene kam es erst danach.

"In Kurve 3 war es dann zu knapp, ich habe die Vorderräder blockiert und bin eine weitere Linie gefahren als normal. Ich war außerhalb der Strecke und da sind es nur zwei Meter von der Strecke bis zur Mauer. Mit blockierenden Reifen bin ich dann noch zehn Zentimeter davor rumgekommen. Ich habe da nichts Magisches oder so gemacht, es war pures Glück, denn ich hatte keine Kontrolle über das Auto", gibt Alonso zu.

Insgesamt, auch dank des später dann doch noch gelungenen Überholvorgangs gegen Sainz, sei sein Rennen in Zandvoort "eines der besten" seit seiner Rückkehr gewesen, meint Alonso. Zumal die Umstände auf der neuen Strecke nicht leicht gewesen seien.

Alonso: Alpine auch dank McLarens Problemen so stark

"Der Reifenverschleiß war unklar, wir hatten keine Erfahrungen aus der Vergangenheit und sind Freitag nicht genug Runden gefahren. Alle fünf Runden haben wir die Strategie angepasst. Da hatte der Fahrer einen größeren Anteil als bei den anderen Rennen, die mehr oder weniger von den Computern oder Simulationen diktiert werden", erklärt Alonso.

Nun stellt sich die Frage, was für den Spanier möglich gewesen wäre, wenn Alpine im Qualifying so stark wäre wie im Rennen. Doch Alonso gibt sich keinen Träumereien hin. "Ich denke, AlphaTauri war besser als wir und Red Bull und Mercedes zweifellos. Und Ferrari war ein bisschen schneller als wir, so wie das gesamte Jahr über", meint er.

Der einzige Unterschied sei die Performance von McLaren gewesen. "Ich denke, wir waren Sechster statt Achter oder Neunter, weil die McLarens an diesem Wochenende nicht so stark waren. Ansonsten sind wir Achter, Neunter oder Zehnter. Das wissen wir, wir sind ja auch Fünfter in der Konstrukteurs-WM oder vielleicht Sechster hinter AlphaTauri am Ende der Saison", rechnet Alonso vor.

Alonso über Quali: Punkte werden am Sonntag vergeben

Mit nun 90 Punkten verteidigte Alpine Rang fünf in der Gesamtwertung, durch Pierre Gaslys starken vierten Platz rückte AlphaTauri aber um zwei Punkte heran und hat nun 84 Zähler auf dem Konto. Die "natürlichen Positionen" bei Alpine bewegten sich "zwischen Platz neun und zwölf", hält Alonso fest. Wichtig für das Team sei es, regelmäßig in Q3 zu kommen und konstant zu punkten.

Im direkten Qualifying-Duell mit Ocon, der in Zandvoort als Neunter ins Ziel kam, liegt er knapp mit 6:7 zurück, ebenso im Rennen. "Die Samstage sind noch nicht meine Stärke und die Leistung auf eine Runde ist noch nicht am Maximum, aber Punkte werden nicht am Samstag vergeben, sondern am Sonntag. Für manche Fahrer ist das schade, für mich aber nicht", stellt er klar.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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