Fernando Alonso: Max Verstappen hatte 2022 nicht das beste Auto

Fernando Alonso macht den (wohl) souveränen WM-Titel von Max Verstappen an der Stärke des Niederländers fest, nicht am Auto - Hamilton findet frühen Titel schade

Fernando Alonso: Max Verstappen hatte 2022 nicht das beste Auto
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Dass Max Verstappen Formel-1-Weltmeister 2022 wird, daran zweifelt im Fahrerlager eigentlich keiner mehr. Die Frage ist nur: Wann ist der Niederländer durch? Theoretisch kann er schon an diesem Wochenende in Singapur seinen zweiten Titel feiern - bei noch fünf ausstehenden Rennen.

"Es tut mir für die Fans leid", sagt der 2021 entthronte Weltmeister Lewis Hamilton, der sich eine Entscheidung beim letzten Saisonrennen wünschen würde - ähnlich wie im vergangenen Jahr, als die Entscheidung über den Titel zwischen ihm und Verstappen erst in der letzten Runde der Saison fiel. "Aber wenn die Saison so früh vorbei ist, ist das niemals schön."

Hamilton selbst gewann übrigens einige seiner Titel ebenfalls frühzeitig: 2015 und 2020 wurde er jeweils bei noch drei ausstehenden Rennen Weltmeister. "Für einen selbst ist das großartig, aber für den Sport ist das nicht spektakulär", weiß er.

"Ich bin daher wirklich dankbar, dass ich es wie 2008 [gegen Felipe Massa] hatte, als es um die letzten 17 Sekunden ging", sagt der Mercedes-Pilot. "Und im vergangenen Jahr war es im Grunde auch so. Ich hoffe, dass es in Zukunft etwas besser wird."

Alonso: Max war der Faktor, nicht das Auto

Dass Verstappen möglicherweise schon so früh Weltmeister wird, liegt laut Fernando Alonso vor allem am Niederländer selbst. "Ferrari hatte ein sehr, sehr schnelles Auto, aber Red Bull und Max waren herausragend", sagt der Spanier. "Es gab keinen Kampf, weil Red Bull und Max einfach besser als die anderen waren. Das überlegene Auto hatten sie aber nicht. Ferrari war mindestens gleich gut."

Sollte die Meisterschaft so früh entschieden werden, dann sei das nach Ansicht des Alpine-Piloten auch absolut verdient: "Sie waren einfach mit Abstand das beste Team und der beste Fahrer. Wann sie es gewinnen, ist nicht wichtig, aber sie werden es. Ob es hier oder in Japan ist, werden wir sehen."

Verstappen könnte am Sonntag gleich in zweierlei Hinsicht auf Alonso aufschließen: Mit 32 Siegen hätte er dann genauso viele Siege wie der Spanier und auch mit zwei Titeln genauso viele Weltmeisterschaften.

"Und er ist erst 24 oder 25 (er wird am Freitag 25; Anm. d. Red.) und hat noch einen weiten Weg vor sich", sagt Alonso. "Ich wünsche ihm, dass er mehr Glück hat als ich, denn mit 26 hatte ich auch diese Statistiken. Und mit 40 sind sie immer noch dieselben. Aber ich glaube, dass er mit Red Bull nur noch besser werden kann, so wie es aussieht."

Fahrerkollegen beeindruckt

Auch seine Fahrerkollegen stimmen in die Lobreden mit ein, auch wenn Alexander Albon anmerkt: "Vermutlich würde er wollen, dass wir mit den Kommentaren warten, bis er auch gewonnen hat." Doch für den Thailänder hat sein Ex-Teamkollege einen "sehr beeindruckenden" Job gemacht.

"Ja, das war unglaublich", merkt auch Lando Norris an. "Das Team hat ihm aber auch ein gutes Auto gegeben, von daher hat das jeder so erwartet. Aber wenn er von hinten kommt und an dir vorbeifliegt, dann ist das aus dem Auto schön anzuschauen."

Das findet auch Esteban Ocon: "Als Max von ganz hinten startete und einfach durch das Feld flog, fand ich es ziemlich beeindruckend, wie er in der ersten Runde wusste, wo er das Auto platzieren musste und all das. Ich denke, er war dieses Jahr in Topform", so der Franzose. "Wenn er also den Titel gewinnt, dann herzlichen Glückwunsch."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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