Fernando Alonso wütend über Kurve 1: "Wie ein Verteidiger, der den Ball fängt"

Fernando Alonso landete beim Österreich-Grand-Prix in Spielberg zwar in den Punkten, doch Anarchie in Kurve 1 habe mehr verhindert

Fernando Alonso wütend über Kurve 1: "Wie ein Verteidiger, der den Ball fängt"

Ende gut, alles gut für Fernando Alonso? Nur bedingt. Zwar fuhr der Spanier in seinem Alpine beim Österreich-Grand-Prix in Spielberg nach einem bitteren Qualifying noch in die Punkte, doch erneut war es Rennleiter Michael Masi, der den Zorn des zweimaligen Weltmeisters auf sich zog.

Denn Alonso fühlte sich in der ersten Kurve des Rennens nach dem Start von den Konkurrenten verschaukelt. Gleich mehrere Autos hätten in Kurve 1 den weiten Weg genommen, um dem Getümmel zu entgehen und sich dadurch nach vorne geschoben.

"Überrascht" und "frustriert" sei er nach dieser Situation gewesen. Besonders Daniel Ricciardo und Charles Leclerc nannte er als Negativbeispiele.

"Natürlich ist es gut, außenherum zu fahren, denn man spart sich viel Verkehr. Statt auf Platz 14 oder 15 ist man um Platz zehn", sagt Alonso und fügt sarkastisch an: "Es ist interessant, belassen wir es dabei. Für die nächsten Rennen weiß ich jetzt, wo ich rausgehen kann und wo nicht. Wir lernen gewisse Dinge."

Alonso: Dann werden wir es jetzt alle so machen

Leclerc und Ricciardo gehörten zumindest zu den Gewinnern des Starts, beide verbesserten sich jeweils um zwei Plätze in der ersten Runde. Alonso hingegen verlor eine Position. Er könne mit Masi aber nicht darüber reden.

"Er legt fest, was getan werden kann und was nicht, er ist wie ein Schiedsrichter. Wenn es okay ist, dass ein Verteidiger den Ball im Strafraum mit der Hand fängt, aus dem Strafraum rennt und im Mittelfeld weiterspielt, dann werden wir es das nächste Mal alle tun", sagt der 39-Jährige.

Einmal in Fahrt, kann sich Alonso gar nicht mehr beruhigen. "Wir sind hier an zwei Wochenenden zwei Rennen gefahren und ich war der Einzige, der am Start Autos überholt hat", poltert er.

Masi verteidigt sich: Kein Regelverstoß vorhanden

"Beim Anbremsen auf Kurve 1 habe ich innen Ricciardo und Leclerc überholt, dann sind sie von der Strecke gefahren und vor mir wieder eingeschert. Und nicht nur das, sie haben sich auch noch vom Windschatten bis zu Kurve 3 ziehen lassen", schüttelt Alonso den Kopf. Er habe als "einziger Fahrer" die erste Kurve genommen, "da fühlt man sich schon etwas dumm", stellt er klar.

Masi selbst erklärt, dass es keinen unfairen Vorteil irgendeines Fahrers in besagter Situation gegeben habe. "Seit Paul Ricard 2019 haben wir festgelegt, dass am Ausgang der ersten Kurven das eine Auto hinter dem anderen Auto sein muss, hinter dem es in die erste Kurve gefahren ist", erklärt Masi.

Man habe sich den Vorfall genau angesehen, den Alonso angesprochen hat, "aus allen Blickwinkeln, die wir zu diesem Zeitpunkt sehen konnten. Und da war genau das passiert", so Masi.

Alonso hat Mitleid mit Russell

Alonso jedenfalls haderte mit dem Schicksal, nachdem ihm Sebastian Vettel am Samstag zunächst die Runde in Q2 zerstörte und er am Sonntag dann auch noch eine Position verloren habe, weil er die Regeln beachtete. "Wenn wir nach der ersten Runde auf Platz elf oder zwölf gelandet wären, hätten wir auf Platz acht oder sieben ins Ziel kommen können", ist er überzeugt.

Stattdessen hing Alonso bis zu seinem Boxenstopp in Runde 32 hinter dem Alfa Romeo von Kimi Räikkönen fest. Auch nach dem Reifenwechsel konnte Alonso seine frischen Reifen erst nutzen, als Lance Stroll vor ihm selbst an die Box kam. Anschließend machte er gehörig Boden gut auf George Russell, den er im Kampf um Platz zehn kurz vor Rennende noch kassierte.

 

Dass er dem Briten seinen ersten Punkt für Williams noch wegnahm, tat Alonso selbst leid. "Als ich sah, dass es George war, war ich ein bisschen traurig, dass der Kampf mit ihm stattfinden musste. Ich denke, er wird in der Zukunft die Möglichkeit haben, auf dem Podium zu stehen und um Rennsiege zu kämpfen, wenn er zu Mercedes geht", prophezeit Alonso ihm eine große Zukunft. Nach dem Rennen spendete er ihm noch Trost.

Alpine "im Moment zufrieden" mit Platz sieben in der WM

Doch in der Gegenwart sei der Punkt für Alpine "Gold wert" gewesen. "Es war sehr intensiv, leider nur für einen Punkt. Aber es fühlte sich an, als wäre es für uns die Runde für die Meisterschaft gewesen", so Alonso.

Dabei gehe es gar nicht so sehr um das Punktekonto, sondern um die Moral im Team. "Es gibt keine klaren Ziele in Bezug auf die Meisterschaftspunkte oder die Konstrukteursmeisterschaft, es scheint, dass wir im Moment zufrieden sind", sagt Alonso. Alpine ist mit 32 Punkten Siebter. Von hinten droht keine Gefahr, auf Platz fünf und AlphaTauri fehlen 16 Zähler.

"Es fühlt sich gut an, einen Punkt zu holen und das Momentum aufrechtzuerhalten. Jeden Sonntag holen wir Punkte, mehr oder weniger. Aber mit einer guten Konstanz, sowohl in den Top 10 im Rennen als auch in Q3 im Qualifying", lobt Alonso.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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