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Rennbericht

Ferrari auch in Silverstone chancenlos: "Schlimmer als ein Albtraum!"

Keine Pace und strategisch verzockt: Die Scuderia Ferrari ist nach dem Formel-1-Rennen in Silverstone auf dem Tiefpunkt: Charles Leclerc "fehlen die Worte"

Ferrari auch in Silverstone chancenlos: "Schlimmer als ein Albtraum!"

Ferrari hat den Anschluss verloren. Beim Großen Preis von Großbritannien der Formel 1 kommt die Scuderia nicht über einen fünften Platz von Carlos Sainz hinaus, während das Strategieglücksspiel bei Teamkollege Charles Leclerc nicht aufgeht und der Monegasse nach Platz 14 erneut ohne Punkte nach Hause gehen muss.

"Es ist sehr schwer", gibt sich Leclerc nach dem Rennen geschlagen. "Mir fehlen wirklich die Worte, um es zu erklären, aber die letzten vier Rennen waren schlimmer als ein Albtraum. Ich hoffe, wir können bald zurückkommen."

Doch von vorne. Leclerc erwischte von Platz elf zunächst einen guten Start und konnte sich nach weiteren Überholmanövern bis auf die siebte Position vorarbeiten. Als die ersten Regenschauer einsetzten, nutze Ferrari die Möglichkeit, um den Monaco-Sieger für Intermediates an die Box zu holen. Der Regen ließ jedoch nach und die Strecke war wieder komplett trocken.

Leclerc erklärt: So kam es zum frühen Wechsel auf Intermediate

In dieser Phase büßte Leclerc mehr als zehn Sekunden pro Runde auf seine direkten Konkurrenten ein, während seine Intermediates überhitzen und kaputt gingen. Das Rennen war damit schon gelaufen. "Eindeutig die falsche [Entscheidung], weiß auch Leclerc nach dem Rennen über die Ferrari-Strategie. "Ich werde es mir noch einmal ansehen."

"Mit der Entscheidung, mit der Nachricht, die ich bekam, und den Informationen, die ich im Auto hatte, hatte ich das Gefühl, dass es die richtige war", erklärt er. "In Kurve 15 regnete es ziemlich stark. Mir wurde gesagt, dass es in dieser Runde sehr stark regnen würde, also habe ich angehalten und versucht, mich darauf einzustellen. Aber der Regen kam erst acht oder neun Runden später. Das war offensichtlich das Ende unseres Rennens von diesem Moment an."

Teamchef Frederic Vasseur erklärt die Risikofreudigkeit seines Teams, schließlich ist den anderen Topfahrern dieser Fehler nicht unterlaufen: "Es ist klar, dass es nicht die richtige Entscheidung war, aber ich möchte sagen, dass sie dadurch motiviert war, dass wir zu diesem Zeitpunkt bereits 15 Sekunden hinter Carlos lagen."

"Das bedeutete, dass die einzige Möglichkeit, zurück zu kommen und um das Podium zu kämpfen, darin bestand, mit der Entscheidung ein wenig aggressiv zu sein. Sicherlich ist es nicht die richtige Entscheidung, denn ich denke, wir wären sonst auf P6 gelandet. Aber ich bin nicht verärgert darüber, denn in derselben Runde fuhren Hamilton und Russell in Kurve eins weit. Es war wirklich kurz davor, eine sehr gute Entscheidung zu sein."

Ferrari in der Krise: So schlecht war die Rennpace in Silverstone

Seit Leclercs Heimsieg in Monaco kamen in den vergangenen vier Rennwochenenden gerade einmal zwölf weitere Punkte für den 26-Jährigen hinzu. Ferraris großes Barcelona-Update war ein Schuss in den Ofen, sodass man in Silverstone wieder auf das alte Paket zurückgewechselt ist. Die Konkurrenz hat sich mit neuen Teilen jedoch verbessert und Ferrari klar überholt.

"Die Upgrades brachten uns die Zahlen, die wir erwartet hatten", so Leclerc. "Aber sie brachten uns auch eine Menge Bouncing im Hochgeschwindigkeitsbereich, und für eine Strecke wie diese, entschieden wir, dass es wahrscheinlich besser ist, etwas weniger Leistung zu haben, dafür aber mehr Konstanz, und ich denke, das war die richtige Entscheidung."

"In Zukunft werden wir alle Daten analysieren, die wir bisher mit den beiden Paketen hatten, und versuchen zu verstehen, ob es etwas gibt, was wir noch nicht verstanden haben."

Fakt ist jedoch, dass Ferrari weder im Trockenen, noch im Regen die Pace hatte, um ganz vorne an der Spitze mitzukämpfen. Laut den Daten unseres Technologiepartners PACETEQ, fehlten Ferrari über die komplette Renndistanz im Schnitt 0,74 Sekunden pro Runde auf Lewis Hamilton im Mercedes. Der Rückstand fällt durch die gemischten Bedingungen wohl etwas zu hoch aus.

Vergleicht man nur die Rennpace im letzten Stint auf den Trockenreifen, so fuhr Carlos Sainz durchschnittlich 0,34 Sekunden pro Runde langsamer als Max Verstappen. Beide waren auf den harten Reifen unterwegs, was es vergleichbar macht. Da Red Bull jedoch nicht das schnellste Auto in Silverstone zu haben schien, dürfte Ferrari wohl etwa eine halbe Sekunde pro Runde auf die Spitze gefehlt haben.

Sainz besorgt: Haben zwei bis drei Monate in Sand gesetzt

Auf seine Sicht der Dinge angesprochen, meint Sainz: "Ich bin mit dem Rennen zufrieden, denn auch wenn wir im Trockenen und im Nassen nicht schnell genug waren, haben wir alle Boxenstopps richtig eingelegt. Vor allem in der Mitte des Rennens, als wir mit Slicks auf nasser Fahrbahn unterwegs waren, konnte ich zu den Podiumsplätzen um sechs oder sieben Sekunden aufholen, aber leider waren wir, sobald es nass oder trocken wurde, nicht schnell genug."

Für die nähere Zukunft sieht der Spanier angesichts Ferraris schwindender Konkurrenzfähigkeit aber schwarz, da man nach der Update-Pleite "zwei bis drei Monate" an Performancegewinnen verloren hat: "Es ist eindeutig nicht gut genug. Wir haben im Grunde das gleiche Auto wie in Imola, und seit Imola hat jeder aufgerüstet, wahrscheinlich zwei Zehntel zum Auto hinzugefügt, und wir mussten zurückgehen."

"Wir haben also in letzter Zeit nicht die richtigen Entscheidungen getroffen, aber ich habe das Gefühl, dass wir heute zumindest zu den Grundlagen zurückgekehrt sind, zurück zu einem Auto, das wir in Imola hatten, und wir müssen es von hier aus nur noch verbessern. Aber es ist klar, dass unsere Konkurrenten uns einen guten Schritt voraus sind."

Vasseur: "Das ist ermutigend für den Rest der Saison"

Vasseur will sich dennoch auf das Positive besinnen, auch wenn es "nach dem Ergebnis schwer ist", doch: "Wir haben an diesem Wochenende einen Schritt nach vorne gemacht. Von der technischen Seite her haben wir die Situation am Sonntagabend besser verstanden als am Freitagmorgen. Das ist ermutigend für den Rest der Saison."

Die letzten drei Rennwochenenden haben aber zweifelsohne gezeigt, dass Ferrari auf Strecken mit schnellen und mittelschnellen Kurven Probleme hat. Doch auch bei den kommenden drei Veranstaltungen in Budapest, Spa und Zandvoort werden diese Kurventypen im Vordergrund stehen. Ein klarer Ferrari-Aufschwung ist somit erst nach der Sommerpause in Monza zu erwarten.

"In der jetzigen Situation vertraue ich darauf, dass das Team von Runde zu Runde die richtigen Entscheidungen treffen wird, bis wir ein solideres Paket haben, das bei hohen Geschwindigkeiten nicht hüpft und bei niedrigen Geschwindigkeiten gut ist, und dann werden wir wieder daran denken, mit den drei besten Teams zu kämpfen", so Sainz.

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