Ferrari muss Motor abschreiben: Leclerc droht Grid-Strafe

Charles Leclerc muss wohl bereits in Belgien seine dritte Powerunit der Saison einsetzen, sein Ungarn-Motor ist nach dem Unfall mit Lance Stroll irreparabel

Ferrari muss Motor abschreiben: Leclerc droht Grid-Strafe

Nach seiner Kollision mit Lance Stroll beim Ungarn-Grand-Prix muss Formel-1-Pilot Charles Leclerc wohl bereits beim kommenden Rennwochenende in Belgien nach der Sommerpause auf seine dritte und damit letzte erlaubte Powerunit der Saison zurückgreifen. Wie Ferrari mitteilte, kann der auf dem Hungaroring eingesetzte Motor nach dem Unfall nicht mehr repariert werden.

Damit droht Leclerc im weiteren Verlauf der Saison der Einsatz einer vierten Powerunit, was eine Startplatzstrafe nach sich ziehen würde. Zum aktuellen Stand! Ferrari selbst bezeichnet dieses Szenario als "sehr wahrscheinlich" und spricht von einem "weiteren Schlag" für Leclerc und das Team.

Neben Leclerc droht auch den beiden Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Sergio Perez dieses Schicksal. Verstappens zweite Powerunit war in Silverstone durch den Unfall nach der Kollision mit Lewis Hamilton schwer beschädigt worden. In Ungarn erhielt er deshalb bereits sein drittes Aggregat, wenngleich Honda hofft, den ausgetauschten Motor doch noch reparieren und in den Pool zurückführen zu können.

Budgetgrenze sorgt für Kopfschmerzen

Perez wiederum wurde in Ungarn eines der Opfer der durch Valtteri Bottas ausgelösten Massenkarambolage, sein Motor quittierte den Dienst, nachdem sein Auto vom Mercedes heftig getroffen worden war.

Diese neuen Motoren ziehen beim Überschreiten des erlaubten Limits aber nicht nur sportliche Konsequenzen nach sich, sondern durch die Budgetobergrenze rücken auch die Finanzen in den Vordergrund.

Nachdem Red Bull sich bereits dafür stark gemacht hatte, Schäden durch fremdverschuldete Unfälle nicht zur Budgetgrenze zu zählen, hat Ferrari-Teamchef Mattia Binotto einen anderen Vorschlag.

"Ich denke, es sollte in der Zukunft Diskussionen mit den anderen Teamchefs, der FIA und der Formel 1 geben", sagt Binotto, der auf die stärkeren Konsequenzen solcher Unfälle verweist.

Binotto: Team des Verursachers sollte Schäden bezahlen

Red Bull etwa bezifferte den Schaden an Verstappens Auto nach dem Silverstone-Unfall auf etwa 1,8 Millionen Euro - Geld, das möglicherweise bei der Entwicklung für dieses oder nächstes Jahr fehlt. Die Budgetgrenze für das Jahr 2021 liegt pro Team bei 145 Millionen Dollar, umgerechnet etwa 120 Millionen Euro.

Doch Binotto hält Ausnahmen von der Budgetgrenze für schwierig. "Ich denke, das ist sehr schwierig zu kontrollieren", meint er und macht einen Gegenvorschlag. "Was wir in Betracht ziehen sollten ist, wenn ein Fahrer die Schuld trägt, dann sollte das Team des Fahrers die Schäden und Reparaturen der anderen Teams bezahlen. Das würde die Fahrer mehr in die Verantwortung nehmen", meint Binotto.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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