Ferrari: Budgetgrenze schränkt zumindest Ideen nicht ein

Die Budgetgrenze mag zwar die Entwicklung in der Formel 1 eingeschränkt haben, die Ideen der Ingenieure habe man dabei aber nicht beschränkt, sagt Ferraris Jock Clear

Ferrari: Budgetgrenze schränkt zumindest Ideen nicht ein
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Zwar mag die Budgetgrenze die Anzahl der Upgrades, die Teams in diesem Jahr an ihr Auto bringen, eingeschränkt haben, das gilt allerdings nicht für die Ideen, sagt Ferraris Chefingenieur Jock Clear.

Weil die großen Teams in diesem Jahr auf ihr Budget aufpassen müssen, müssen sie eine Balance zwischen notwendigen Verbesserungen und den Kosten finden. Teams wie Alpine haben sich dafür entschieden, bei jedem Rennen kleinere Anpassungen zu bringen, andere bringen lieber weniger, dafür aber größere Updates.

In der Fabrik werde aber trotz der Budgetgrenze weiterhin unentwegt gearbeitet, meint Clear. Gegen Ende des Jahres sei das Bild aber etwas klarer geworden: "Der Stand der Meisterschaft hat natürlich einen Einfluss darauf, ob man hier weitere Entwicklungen vorantreibt, und gegen Ende des Jahres weiß man natürlich ziemlich genau, wo die Obergrenze für die Ausgaben liegt, denn das Jahr ist begrenzt", sagt er.

"Man muss zwangsläufig einige Entscheidungen treffen, die sich nach dem aktuellen Stand der Dinge richten. Und natürlich hört man nie auf, weiterzuentwickeln", so Clear. "Ob man sich nun entscheidet, das Geld für Pakete auszugeben, die auf die Rennstrecke kommen oder nicht, die eigentliche Intelligenz kostet nicht wirklich viel."

"In allen Teams gibt es sehr intelligente Leute, die mit Ideen aufwarten. Selbst wenn man sie also nicht an die Rennstrecke bringt, werden sie sich wahrscheinlich zu Beginn der nächsten Saison manifestieren", sagt der Ferrari-Ingenieur.

"Auch hier gilt: Man kann sich aussuchen, wann man sie einführt. Die Budgetgrenze hat die Leute nicht daran gehindert, großartige Ideen einzubringen. In der Fabrik passiert das ständig, und das ist ziemlich aufregend."

Trotzdem müssen die Teams in diesen Jahr aufpassen. "Man kann nicht bis auf den letzten Cent planen, weil man immer einen kleinen Puffer für Unfallschäden lassen muss", sagt Aston-Martin-Teamchef Mike Krack.

"Ich denke, bisher hatten wir Glück, dass wir nicht viel hatten, aber wir haben noch Singapur vor uns, wir haben Suzuka vor uns, und das sind immer Rennen, bei denen es potenziell teuer werden kann."

Hinzu kam 2022 noch die Energiekrise, die für deutlich explodierende Kosten gesorgt hat. Weil lange nicht klar war, ob sich die Teams auf eine Erhöhung der Grenze einigen können, mussten einigen Teams einen Entwicklungsstopp hinlegen - so wie McLaren.

"Hoffentlich sind es nicht nur wir, die die Handbremse in Bezug auf weitere Entwicklungen ziehen mussten", sagt Teamchef Andreas Seidl. "Aber es gibt auch die Einschränkungen, die man heutzutage durch die begrenzte Zeit im Windkanal hat, sodass man wirklich sehr vorsichtig sein muss, wie man seine Zeit im Windkanal nutzt."

Weitere Co-Autoren: Adam Cooper. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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