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Formel 1
Ferrari: Datenanalyse von Michael Schumacher prägt Team bis heute
Michael Schumacher gewann mit Ferrari fünf WM-Titel, doch Piero Ferrari sieht sein größtes Vermächtnis in etwas, das weit über die Erfolge hinausgeht

Stefan Ehlen
Bearbeitet: 05.09.2026, 07:15
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Michael Schumacher führte Ferrari in den 1990er-Jahren zurück an die Spitze
Foto: LAT Images
Es heißt oft, Michael Schumacher habe Ferrari in den 1990er-Jahren zurück in die Erfolgsspur gebracht. Ebenso oft heißt es, eine Person allein könne so etwas gar nicht schaffen. Doch 30 Jahre nach Schumachers erstem Ferrari-Heimsieg in Monza erklärte Piero Ferrari: "Es stimmt. Zu Michaels Zeit veränderte sich unsere Arbeitsweise grundlegend."
Als Sohn von Ferrari-Gründer Enzo Ferrari hat Piero Ferrari die Wiederauferstehung der italienischen Traditionsmarke unter der Führung von Teamchef Jean Todt genau verfolgt. Seiner Meinung nach hat aber vor allem Schumacher Spuren in Maranello hinterlassen.
Denn bis Schumacher kam, "basierte die Entwicklung des Autos hauptsächlich auf dem Gefühl des Fahrers, seinen Rückmeldungen und den technischen Daten, die auf der Strecke gesammelt wurden", sagte Piero Ferrari.
Was Michael Schumacher anders machte
"Michael ging noch einen Schritt weiter: Er begann intensiv zu analysieren, was er selbst im Auto machte. Ich erinnere mich daran, dass er die Telemetriedaten mit nach Hause nahm, um jedes Detail seines Fahrens zu untersuchen. Er wollte verstehen, wo er sich verbessern konnte und an welchen Stellen der Strecke er den Unterschied ausmachen konnte."
Dieser äußerst methodische und datenbasierte Ansatz hatte tiefgreifenden Einfluss auf die Arbeitskultur bei Ferrari - bis heute: "Bestimmte Vorgehensweisen innerhalb des Teams spiegeln diesen Ansatz bis heute wider", sagte Piero Ferrari.
Warum Schumachers "Grundprinzip" noch heute gilt
Doch 30 Jahre nach Schumachers Debütsaison in Rot ist die Formel 1 eine völlig andere. Schumacher etwa konnte wesentlich mehr testen als heute Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Schumacher und Ferrari waren damals meist besser vorbereitet als viele ihrer Rivalen, noch ehe sich am Rennwochenende auch nur ein Rad drehte. "Das Grundprinzip" ist laut Piero Ferrari jedoch "dasselbe geblieben".
"Michael zeigte, wie wichtig es ist, jedes Detail zu untersuchen, Daten als Werkzeug zu nutzen und sich mit größtmöglicher Sorgfalt vorzubereiten - auch abseits der Rennstrecke. Ich glaube, diese Fähigkeit, die eigene Arbeit zu analysieren und ständig nach Möglichkeiten zur Verbesserung zu suchen, ist eines der bedeutendsten Vermächtnisse, die er Ferrari hinterlassen hat." (Fotostrecke: Michael Schumacher - die Ferrari-Jahre)
Fakt ist: Das Ferrari-Team nach der Schumacher-Ära stand wesentlich besser da als das Ferrari-Team vor der Schumacher-Ära. Der Fahrer-WM-Titel 2007 mit Schumacher-Nachfolger Kimi Räikkönen sowie die Konstrukteurs-WM-Titel 2007 und 2008 unmittelbar nach Schumachers Rücktritt unterstreichen das. (Mehr dazu in der Formel-1-Datenbank!)
Der erste Heimsieg als Schlüsselmoment für "Schumi" und Ferrari
1996 war die Situation jedoch eine andere: Ferrari fuhr mehrheitlich hinterher und vermochte nur einzelne Höhepunkte zu setzen - hauptsächlich dank Schumacher und dessen "außergewöhnlichen Fähigkeiten", so Piero Ferrari. "Sein Sieg 1996 in Monza ist dafür ein perfektes Beispiel: Das war die Leistung eines großen Champions - und das an einem Ort, der für Ferrari eine ganz besondere Bedeutung hat."
So wurde der Heimsieg beim Grand Prix von Italien zu einem Schlüsselmoment in der Beziehung zwischen Schumacher, Ferrari und den Tifosi. "Michael verstand, was es bedeutete, für Ferrari zu fahren und welche Bedeutung das für unsere Fans hatte", erklärte Piero Ferrari. "Ich glaube, auch deshalb wurde er zu einem so wichtigen Teil ihrer Geschichte und eroberte einen ganz besonderen Platz in ihren Herzen."
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