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Ferrari eröffnet den Madring: Filmtag als clevere Maßnahme

Ferrari nutzt einen Filmtag, um bereits vor der Grand-Prix-Premiere im September wertvolle Informationen über die neue Formel-1-Rennstrecke in Madrid zu sammeln

Ferrari eröffnet den Madring: Filmtag als clevere Maßnahme

Charles Leclerc drehte am Donnerstag die ersten Kilometer auf dem Madring

Foto: Ferrari Ferrari

Während Carlos Sainz der erste Formel-1-Fahrer war, der auf dem neuen Madring in Madrid unterwegs war, war der Ferrari SF-26 nun das erste Formel-1-Auto, das die 5,416 Kilometer lange Strecke rund um das IFEMA-Messezentrum der spanischen Hauptstadt offiziell einweihte.

Charles Leclerc pilotierte den Ferrari am Donnerstagvormittag bei einem sogenannten Filmtag. Die Fahrzeuge müssen dabei Pirelli-Demoreifen verwenden und dürfen maximal eine Distanz von 200 Kilometern zurücklegen.

Ferrari war geschickt bei der Reservierung der Strecke, denn der Asphalt und die Boxenanlagen sind bereits fertiggestellt, während sich die andere Infrastruktur der hochmodernen Anlage noch im Bau befindet.

Leclercs erste Ausfahrt aus der Box wurde von einer Wolke weißen Staubs begleitet, die sich erhob, bevor er auf die "Fast Lane" einbog, der einzige Abschnitt der Boxengasse, der bereits gereinigt war, während sich die Strecke erst nach und nach säuberte.

Die Scuderia verfügt durch den Test über einen Wettbewerbsvorteil: Die Fahrer können sich mit den Ideallinien einer Strecke vertraut machen, auf der zuvor noch niemand gefahren ist, und die Ingenieure können wichtige Telemetriedaten für die Abstimmung und die Entwicklung der optimalen Strategien im elektronischen Management sammeln.

Darüber hinaus sind auch die Daten zur Rauheit und zum Grip des Asphalts wertvoll, um das Streckenmodell im Simulator zu aktualisieren. Insbesondere bei neuen Anlagen sind die verfügbaren Informationen in der Regel sehr ungenau. Am Nachmittag soll Lewis Hamilton den SF-26 übernehmen.

Doch warum darf Ferrari überhaupt in Madrid testen? Tatsächlich hat man in Maranello eine Grauzone im Reglement gefunden, die es nicht verbietet, einen Filmtag mit einem aktuellen Auto auf einer neuen Strecke im Formel-1-Kalender durchzuführen.

Zwar heißt es im sportlichen Formel-1-Reglement in Artikel B11.3.5, dass keine Testfahrten auf einer Strecke durchgeführt werden dürfen, "wenn auf dieser Rennstrecke im Jahr unmittelbar vor dem Jahr der Meisterschaft kein Meisterschaftsrennen ausgetragen wurde".

Das trifft auf die neue Strecke in Madrid zu. Allerdings gelten diese Beschränkungen lediglich für TPC-Tests, also Testfahrten mit älteren Formel-1-Autos. Bei Filmtagen, deren Umsetzung in Artikel B11.6 geregelt ist, gibt es diese Einschränkung dagegen nicht.

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