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Formel 1
Ferrari: Formel 1 wird nie rein elektrisch werden
Noch ist ein vollelektrischer Ferrari Zukunftsmusik, denn der Hersteller wartet damit bewusst ab - Aus Sicht von Binotto wird auch die Formel 1 nicht komplett umrüsten
Juliane Ziegengeist Scott Mitchell
Bearbeitet: 19.12.2019, 13:58
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Die Formel E erlebte zuletzt einen regelrechten Boom. Gleich mehrere Hersteller zeigten Interesse an der vollelektrischen Rennserie. In der neuen Saison gehen erstmals zwölf Teams und elf Hersteller an den Start, darunter auch Mercedes. Dafür wurde eigens der E-Flitzer EQ Silver Arrow 01 entwickelt. Ferrari hinkt diesbezüglich hinterher.
Zwar präsentierte der Hersteller in diesem Jahr mit dem SF90 Stradale einen neuen Sportwagen, der über einen 1000 PS starken Hybridantrieb verfügt. Ein rein elektrischer Ferrari wird laut Unternehmensaussagen aber nicht vor 2025 erscheinen. Auch was die E-Zukunft der Formel 1 angeht, äußert sich Ferrari eher zurückhaltend.
"Die Formel 1 kann nicht soll elektrisch sein, weil das die Formel E bereits ist", hält Mattia Binotto fest. "Insofern ist sie sicherlich die ultimative Plattform dafür, nicht aber die Formel 1. Sie kann eine alternative Plattform zum vollelektrischen Antrieb sein, wobei viele glauben, dass selbst die Automobilindustrie nicht gänzlich dazu übergeht."
Ferrari-CEO: Technologie nicht da, wo sie sein sollte
Er selbst sei sich da nicht sicher, räumt Binotto ein und betont zugleich: "Die Formel 1 scheint hier eine sehr wichtige Schlüsselrolle für die Zukunftstechnologie des Automobils spielen zu können. Um herauszufinden, welchen Weg man einschlägt, auch in Bezug auf die Kraftstoffspezifikationen, Biokraftstoff oder was auch immer."
Wenn es darum geht, das Format der Antriebseinheiten für die nächste Generation zu definieren, ist sich der Ferrari-Teamchef aber sicher, dass diese nicht vollelektrisch sein wird. Konzernchef Louis Camilleri pflichtet Binotto bei. "Sicherlich forschen wir in diese Richtung, aber für die absehbare Zukunft werden es Hybride sein", sagt er.

Ferrari-CEO Louis Camilleri nennt die Technik für E-Autos nicht ausgereift
Foto: LAT
"Mein Gefühl ist, dass die Technik erst nach 2025 so weit sein wird. Die Akkutechnologie ist noch nicht da, wo sie sein sollte. Wenn wir die Zukunftstechnologien betrachten, wo sie heute stehen, gibt es noch erhebliche Probleme in Bezug auf die Autonomie, die Geschwindigkeit des Aufladens, etc. Und das ist für uns klar", analysiert Camilleri.
Hersteller beschäftigt sich mit alternativen Kraftstoffen
Deshalb werde man bei Ferrari nicht kurzfristig, sondern erst nach 2025 mit entsprechenden Lösungen herauskommen. Angesprochen auf einen möglichen Wasserstoff-Ferrari als Modell der Zukunft, sagt der CEO: "Wir werden uns verschiedene Optionen ansehen. Ich denke, viele Automobilfirmen konzentrieren sich nur auf elektrisch."
Ferrari hingegen befasse sich sowohl mit Biokraftstoffen als auch mit Wasserstoff. "Wir betrachten also verschiedene Antriebsstränge und versuchen zu sehen, was in Bezug auf unsere Vision für Ferrari-Fahrzeuge in der Zukunft am effizientesten und effektivsten wäre. Ich denke, das ist der richtige Weg", betont Camilleri abschließend.
Mit Bildmaterial von LAT.
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