Ferrari geht volles Risiko: Das steckt im umfangreichen Barcelona-Update
Ferrari hat in Barcelona nahezu die gesamte Aerodynamik des SF-26 überarbeitet - Die Konkurrenz setzt dagegen vor allem auf Detailverbesserungen
Die Ferrari-Updates beim Grand Prix von Barcelona-Katalonien 2026
Foto: Getty Images
Während viele Teams beim Grand Prix von Barcelona-Katalonien 2026 (alle Einheiten hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) lediglich streckenspezifische Anpassungen oder Detailverbesserungen eingeführt haben, präsentierte Ferrari das mit Abstand umfangreichste Entwicklungspaket des Wochenendes. Das Team hat praktisch die komplette aerodynamische Kette vom Frontflügel bis zum Diffusor überarbeitet.
Beim Frontflügel handelt es sich um eine Weiterentwicklung des bisher eingesetzten Flügels. Die neue Version soll an der Vorderachse entstehende Luftverwirbelungen besser glätten und damit mehr Abtrieb generieren. Zugleich erhalten die Ingenieure einen größeren Spielraum bei der Abstimmung des Fahrzeugs.
Ebenfalls neu am SF-26 ist die Nasenkonstruktion: Ferrari hat die Nasenunterseite angehoben, sodass mehr Luft unter das Auto strömen kann. Dort befindet sich der Hauptteil des Barcelona-Updates: der modifizierte Unterboden. Ferrari hat praktisch sämtliche Oberflächen bis hin zum Diffusor modifiziert, um damit mehr Abtrieb zu generieren und die Luftströmung zum Heck stabiler zu halten. Das dürfte das Auto berechenbarer machen.

Frontflügel-Updates am Ferrari SF-26 in Barcelona 2026
Foto: Getty Images
Ergänzend dazu hat Ferrari auch die Form der Seitenkästen und den Heckbereich überarbeitet. Das Team erklärte: "Diese Geometrie wurde im Zusammenspiel mit dem Unterboden entwickelt. Sie soll die an der Vorderachse entstehenden Luftverwirbelungen besser kontrollieren sowie die Druckverteilung an der Vorderkante des Unterbodens besser balancieren."
Welche Updates die anderen Topteams einsetzen
Abseits von Ferrari hielten sich die meisten Teams in Barcelona mit ihren Entwicklungsmaßnahmen eher zurück und konzentrierten sich auf gezielte Detailverbesserungen.
McLaren brachte eine überarbeitete Frontflügel-Endplatte, die den Luftstrom sauberer um das Auto führen und dadurch die aerodynamische Gesamteffizienz verbessern soll. Mercedes setzte auf kleine Zusatzflügel am Heckflügel-Mittelteil, um auf der abtriebsintensiven Strecke von Barcelona etwas mehr Anpressdruck zu generieren.
Red Bull überarbeitete den äußeren Bereich des Frontflügels und entwickelte zusätzlich eine stärker gewölbte Flap-Version, um bei Bedarf mehr Vorderachsabtrieb zur Verfügung zu haben.
Nur Detailänderungen im Mittelfeld
Im Mittelfeld lag der Schwerpunkt ebenfalls auf Feinarbeit. Williams brachte einen Heckflügel mit zusätzlichen Winglets und kleinen Erweiterungen am oberen Flügelelement für mehr Abtrieb. Racing Bulls kombinierte neue Gurney-Flaps am Frontflügel mit einer Überarbeitung des Diffusors, um die Strömung im Heckbereich effizienter zu gestalten.
Haas führte eine alternative Heckaufprallstruktur ein, die vor allem der Abstimmung des Fahrzeugcharakters dienen soll. Cadillac ergänzte zusätzliche Kühlschlitze an den Seitenkästen und stellte gleichzeitig eine überarbeitete Heckflügel-Konfiguration mit geringerem Luftwiderstand bereit.
Keine Updates bei Alpine, Aston Martin und Audi
Alpine, Aston Martin und Audi reisten ohne neue Komponenten nach Barcelona. Ein großes "Update-Rennen" ist der Grand Prix von Barcelona-Katalonien damit nicht, weil nur Ferrari wirklich umfangreiche Änderungen an seinem Formel-1-Auto vornahm.
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