Ferrari in Le Castellet "zurück in der Realität"

Ferrari konnte sich im Training von Frankreich ordentlich in Szene setzen, will von einer dritten Poleposition in Folge aber nichts wissen

Ferrari in Le Castellet "zurück in der Realität"

"Wir sind ein Stück weit zurück in der Realität", sagt Carlos Sainz nach dem Trainingsfreitag in Le Castellet. Ferrari hatte in Monaco und Baku mit seiner Pace über eine Runde überraschen können, doch einen dritten Coup in Folge traut man sich bei den Roten nicht zu: "Wir waren an den beiden Wochenenden besser als erwartet, aber hier stimmen die Erwartungen wieder überein", sagt Charles Leclerc.

Und die Erwartungen sagen, dass nicht Mercedes und Red Bull sondern McLaren, Alpine und AlphaTauri die Hauptgegner sein werden. Am Freitag konnte man sich in diesem Kampf schon einmal in eine gute Position bringen. Leclerc (+0,678) wurde starker Fünfter, Sainz (+0,826) guter Achter.

"Nicht schlecht, aber wir haben noch Arbeit vor uns", meint Leclerc. "Zumindest haben wir uns im Vergleich zum ersten Training gesteigert. Das Auto fühlte sich deutlich besser an." Ferrari hatte am Morgen nur die Plätze elf und 16 belegt, doch das spiegelte für Sainz nicht unbedingt die Leistung wider.

"In FT1 habe ich einfach keine Runde auf dem Soft hinbekommen, weil ich mich gedreht habe", so der Spanier. "Indem ich in FT2 einfach nur eine Runde hinbekommen habe, war ich schon deutlich weiter vorne. Das Gefühl mit dem Auto war sogar ganz in Ordnung."

"Das Problem ist, dass wir wissen, dass wir mit diesem Layout nicht so gut sein werden wie in Monaco oder Baku", sagt er weiter. "Gleichzeitig bin ich aber froh, dass die Balance nicht allzu weit weg ist."

Das Problem mit dem Wind

Das Hauptproblem war für Ferrari am Freitag vor allem der Wind, der ziemlich stark über die Strecke geblasen hat. "Das hat es für alle schwierig gemacht, und da müssen wir eine Lösung finden", sagt Leclerc. Sainz ergänzt: "Das Problem ist, dass der Wind aus der schlechtestmöglichen Richtung kommt. Du hast Gegenwind auf den Geraden und bist ziemlich langsam. Und dann hast du in den Kurven Rückenwind."

"Und dann hatten wir plötzlich den gegenteiligen Wind. Es ist nicht konstant, und dadurch kann man einfacher Fehler machen", so Sainz. "Aber das ist für alle gleich. Hoffentlich können wir uns besser anpassen."

 

Und auch die Reifen muss Ferrari in den Griff bekommen. Während man mit den Hards und mit den Softs einigermaßen klarkam, sei der Medium kein guter Reifen für die Scuderia gewesen. "Die Gründe verstehe ich aber nicht, und ich glaube nicht, dass wir sie jemals verstehen werden", sagt Sainz.

Doch Reifen, Wind und Set-up werden am Samstag die Schlüsselpunkte sein. "Wenn wir diese drei Punkte hinbekommen, bin ich ziemlich sicher, dass wir ein gutes Wochenende haben können", so Leclerc.

Mekies: Chancen auf Pole sehr gering

Die Poleposition ist aber dennoch eher keine Option: "Die Chancen sind sehr gering", sagt Sportdirektor Laurent Mekies. "Wir werden nicht nach der dritten in Folge jagen." Denn durch die vielen mittelschnellen und schnellen Kurven sieht man sich nicht in der Lage, die beiden Topteams herauszufordern. "Wir werden im Mittelfeld sein", kündigt er an.

Dort gilt es vor allem McLaren weiter zu distanzieren, die aktuell nur zwei Punkte hinter Ferrari liegen. "Sie haben uns in den ersten drei Rennen geschlagen, und wir waren in den vergangenen drei Rennen vor ihnen. Es ist also extrem eng", sagt Mekies.

"Es stimmt, dass unsere Qualifyingpace besser als unsere Rennpace war, daher mussten wir uns im Rennen zu oft etwas zurückhalten, weil wir nicht die gleiche Leistung zeigen konnten. Aber daran arbeiten wir."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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