Ferrari nur hinter Hamilton: Kann Leclerc in Istanbul gewinnen?

Ferrari überzeugte im Training in Istanbul mit einer starken Pace, doch Charles Leclerc traut dem Braten noch nicht ganz

Ferrari nur hinter Hamilton: Kann Leclerc in Istanbul gewinnen?

Ferrari war im Formel-1-Training in Istanbul die große Überraschung. Die Scuderia ließ nicht nur das zuletzt enteilte McLaren hinter sich, sondern in Person von Charles Leclerc auch beide Red Bulls. Dabei präsentierte sich die Strecke in einem anderen Zustand als von Leclerc gehofft. Denn der Monegasse spekulierte darauf, dass es weiterhin rutschig sei, ähnlich wie im vergangenen Jahr.

Doch den Streckenbetreibern gelang es unter anderem mit dem Einsatz von Hochdruckreinigern, die Strecke zu säubern und den Fahrern ein ungeahntes Griperlebnis zu bescheren. Doch trotz dieser Änderung konnte Leclerc überzeugen. "Es gibt viel mehr Grip, aber das Gefühl ist relativ ähnlich. Das ist schon ein bisschen seltsam", sagt er.

So rutsche Leclerc immer noch etwas, um seine Rundenzeit zu erzielen, "aber es gibt viel mehr Grip und die Rundenzeiten sind viel, viel schneller", sagt der 23-Jährige.

Leclerc: Topteams können noch nachlegen

Das Rutschen mit dem Auto, so erklärt es Leclerc, gehöre auch zu seinem Fahrstil. "Ich fühle mich gut damit. Immer, wenn sich das Auto so bewegt, bin ich ganz entspannt. Mir gefällt es, mit dem Heck zu spielen, um das Auto in Bewegung zu bringen. Bis jetzt sieht es ziemlich gut aus. Wir sind sehr konkurrenzfähig", stellt er fest.

Weniger als zwei Zehntelsekunden fehlten Leclerc zur Tagesbestzeit von Lewis Hamilton. Doch kann Ferrari diese Form auch am Samstag bestätigen und um die Plätze ganz vorne, nach der Strafversetzung gegen Hamilton vielleicht sogar um den Sieg, mitkämpfen? "Das Gefühl war den ganzen Tag gut, aber wir sollten uns nicht hinreißen lassen. Ich spüre, dass die Topteams noch nachlegen können", gibt er sich zurückhaltend.

Wie viel der neue Motor mit diesem Aufschwung zu tun hat, ist schwer zu sagen. Aber in Istanbul kann Leclerc das neue Aggregat erstmals richtig nutzen, nachdem er sich in Russland aufgrund der dortigen Motorenstrafe voll auf die Rennabstimmung konzentrierte.

Sainz wegen Strafversetzung "deprimiert"

So, wie es in der Türkei seinem Teamkollegen Carlos Sainz ergeht. Denn der Spanier erhielt die neue Powerunit an diesem Wochenende, kassiert nach dem Qualifying eine Versetzung ans Ende des Feldes und leistete in den Trainings daher ebenfalls vor allem Longrun-Arbeit. Der Blick auf die Zeiten seines Stallgefährten sorgt bei Sainz für Wehmut.

"Wenn ich sehe, wo Charles mit wenig Benzin unterwegs ist und dass er um das Podium kämpfen könnte, dann bedauere ich es schon, dass ich Samstag und Sonntag nicht mitkämpfen kann. Außer, mir gelingt eine gewaltige Aufholjagd, was aber eher unwahrscheinlich ist", gibt er sich keinen Illusionen hin. Ein wenig "deprimiert" sei er schon, ergänzt er.

Immerhin konnte sich der 27-Jährige voll und ganz auf die perfekte Rennabstimmung konzentrieren, die ihm dabei helfen soll, am Sonntag zumindest ein gutes Stück nach vorne zu kommen.

Sainz: Wochenende auch ein Experiment

"99% der Sessions habe ich mit mehr Benzin gefahren, um den Reifenabbau zu sehen, verschiedene Set-ups auszuprobieren und dem Team und auch mir selbst zu helfen, unsere Probleme mit den Vorderreifen zu verstehen", erklärt er.

Nicht nur aufgrund der "berühmten" Kurve 8 sei die Strecke besonders fordernd zu den Vorderreifen. "Wir müssen experimentieren, um zu sehen, ob wir die Probleme, die wir normalerweise haben, lösen können. Ich nutze dieses Wochenende auch für mich selbst als eine Art Experiment", sagt er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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