Ferrari lobt Fortschritte: "Erstmals eindeutig schnellstes Mittelfeld-Auto"

Ferrari ist mit der Performance von Barcelona äußerst zufrieden und sieht sich schneller als die komplette Mittelfeld-Konkurrenz - Sainz hadert mit Start

Ferrari lobt Fortschritte: "Erstmals eindeutig schnellstes Mittelfeld-Auto"

Bevor er seine Medienrunde startete, hatte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto etwas zu sagen: "Als Scuderia Ferrari sind wir ziemlich glücklich mit dem Wochenende", betont er. "Wir wollten weitere Punkte für die Konstrukteurs-WM sammeln, und das haben wir geschafft. Die Plätze vier und sieben waren ein gutes Ergebnis."

Die Roten aus Maranello konnten in Barcelona die Konkurrenten aus dem Mittelfeld bezwingen und waren unter anderem stärker als Hauptkonkurrent McLaren. "Zum ersten Mal in diesem Jahr waren wir eindeutig das schnellste Mittelfeld-Auto", lobt Carlos Sainz. Das zeigt weiter: Ferrari ist wieder auf dem Weg nach oben.

"Im vergangenen Jahr wurden wir überrundet und lagen mehr als 1,5 Sekunden von der Poleposition weg", sagt Binotto. 2021 wurde der Rückstand im Qualifying halbiert, im Rennen fehlten "nur" 54 Sekunden auf Rennsieger Lewis Hamilton. "Wir haben eine Menge Fortschritte gemacht, das ist schön zu sehen", lobt Teamchef Binotto. "Das Team hat gezeigt, dass sie die Schwächen angehen können."

Leclerc begeistert: "Alles lief zusammen"

Vor allem Charles Leclerc zeigte ein herausragendes Wochenende. Das Qualifying war mit Platz vier bereits sehr stark, und im Rennen bereitete er Valtteri Bottas im ersten Stint große Probleme, als er am Start am Mercedes vorbeigehen konnte.

 

"Ich habe mich im Auto wirklich sehr wohlgefühlt", sagt Leclerc. "Alles lief zusammen. Ich hatte einen guten Start, ich konnte die Soft-Reifen gut managen, und auch die Mediums." Mit denen hätte der Monegasse auch das Rennen beenden können. Doch weil Sergio Perez hinter ihm noch einmal an die Box kam, hatte auch Leclerc die Möglichkeit, noch einen freien Reifenwechsel einzulegen.

"Aber auf jeden Fall sehr gutes Management, sehr gute Pace. Für mich war das ein starkes Wochenende", so Leclerc, der sich freut, dass er nach dem durchwachsenen Wochenende in Portimao wieder zurückschlagen konnte.

Sainz hadert mit schlechtem Start

Überhaupt schien das Thema Reifenmanagement für Ferrari gut zu laufen. Auch Carlos Sainz habe sich besonders wohl dabei gefühlt. "Aber nicht nur das Reifenmanagement, auch die Rennpace war einfach ein Schritt besser als bei allen anderen Autos, hinter denen ich im Rennen gefahren bin. Besser als Alpine und mit Sicherheit besser als der andere McLaren."

 

Trotzdem war Sainz mit seinem siebten Platz nicht zufrieden: "Das Auto war besser als das Ergebnis heute", sagt er. Aber er weiß, wie es in Barcelona läuft: "Wenn du einen schlechten Start hast, dann hängst du hinter langsamen Autos, deine Reifen bauen ab und du kommst nicht vorbei."

Sainz erwischte einen solchen schlechten Start und fiel von Rang sechs auf Platz acht zurück. "Ich wurde in Kurve 1 eingeklemmt und konnte nirgendwo hin", erzählt er. "Ich muss analysieren, ob ich etwas anders hätte machen können."

"Auto hatte mehr Pace als ich"

Sainz steckte anschließend hinter Esteban Ocon fest und sah sich in der Zwickmühle. Er sah, dass der Franzose wohl auf einen Stopp gehen würde. Das war für ihn aber nicht möglich, weil seine Reifen hinter dem Franzosen abbauten und ein Angriff auf ihn zu viel Reifen fressen würde.

 

"Ich habe dann am Funk gesagt, dass wir auf zwei Stopps gehen sollten. Dadurch kamen wir an Ocon vorbei und konnten [Daniel] Ricciardo attackieren." Die Strategie ging für Sainz auf, doch am Ende blieb für ihn nur Platz sieben. "Die Strategie war sehr gut, aber was falsch lief: Wir haben nur um Platz acht gekämpft statt um vier oder fünf, wie wir es eigentlich hätten tun sollten."

"Ich war etwas frustriert, weil ich sehen konnte, dass wir deutlich mehr Pace hatten als die anderen. Aber zu sehen, dass Ricciardo in Kurve 14/15 mehr Beschleunigung hatte, war frustrierend", sagt Sainz. "Das Auto hatte heute mehr Pace als ich, aber die Positionen am Start haben mich heute viele Punkte gekostet."

Vor allem in den Kurven schnell

Er betont, dass der Ferrari nach Mercedes und Red Bull das beste Auto in den Kurven war. Das konnte man schon im Qualifying sehen, wo Charles Leclerc die Bestzeit im kurvenreichen letzten Sektor hatte. Das ist zumindest im Hinblick auf Monaco vielversprechend. "Wir wollen natürlich genau verstehen, warum, und wir werden analysieren, warum die Pace heute so stark war", sagt der Spanier.

Teamchef Binotto ergänzt: "Wenn man solche Probleme hat wie in Portimao, dann lernt man natürlich immer etwas über das Set-up, die Balance und wie man die Reifen managt. Wir haben die Daten analysiert, sie mit den Fahrern besprochen und die Befürchtungen und Lösungen mit ihnen geteilt. Und hier lief es dann sehr gut."

Ob die Leistung in Barcelona die Erwartungen übertroffen hat, vermag der Italiener aber nicht zu bekunden. "Ich glaube nicht, dass das die richtige Antwort ist, aber ich bin ziemlich zufrieden. Denn im Vergleich mit dem Vorjahr ist das ein großartiges Ergebnis."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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