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Ferrari-Motor: "Das passiert halt, wenn du aufhörst zu betrügen"

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Ferrari-Motor: "Das passiert halt, wenn du aufhörst zu betrügen"
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble
04.11.2019, 02:07

Max Verstappen erhebt schwere Vorwürfe gegen Ferrari, die Teamchef Mattia Binotto nicht auf sich sitzen lässt: "Total falsch, nicht gut für den Sport"

Sechsmal hintereinander stand Ferrari nach der Sommerpause 2019 auf Pole-Position, und abgesehen von Sotschi (Ausfall Vettel) holte die Scuderia seither in jedem einzelnen Rennen mindestens 25 WM-Punkte. Bis Austin: Auf die Pole-Position von Valtteri Bottas folgte am Sonntag eine der schlechteren Ferrari-Vorstellungen der Saison.

Charles Leclerc (4.) fehlten nach 56 Runden 52,2 Sekunden auf Sieger Bottas, Sebastian Vettel schied bereits in Runde acht aus. Der Deutsche lag zum Zeitpunkt seines Radaufhängungsbruchs an siebter Stelle. Am 50. Geburtstag von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto kam diese Leistung für viele überraschend, hatten die Italiener doch zuletzt einen kontinuierlichen Aufwärtstrend gezeigt.

Nicht so für Max Verstappen: "Ich bin nicht überrascht. Gar nicht. Nach dem, was herausgekommen ist. Das erklärt alles." Bottas, bei der FIA-Pressekonferenz "Sitznachbar" des Red-Bull-Piloten, hakt verwundert nach: "Was ist denn herausgekommen?" Verstappen antwortet: "Das Stück Papier." Bottas schüttelt den Kopf: "Habe ich noch nicht gesehen."

Was Verstappen mit dem "Stück Papier" meint, ist im Formel-1-Paddock jedem (außer Bottas) klar: jene technische Richtlinie, die die FIA nach einer Anfrage von Red Bull, gestellt am 22. Oktober, veröffentlicht hat. Ferrari-Kritiker glauben, dass Ferrari dadurch gezwungen war, illegale Tricks im Motorenbereich abzustellen - und die schwache Leistung in Austin so zu erklären ist.

Hamilton schließt sich Verstappens Verdacht an

Offenbar auch Lewis Hamilton: "Sie hatten wie aus dem Nichts plötzlich tonnenweise Power. Wann immer sie mehr Power brauchten, schienen sie noch mehr zu haben. Dieses Wochenende - und ich weiß noch nicht, wie ihre GPS-Daten im Vergleich zu unseren aussehen - war definitiv anders als davor. Davor haben wir alleine auf den Geraden sieben Zehntel verloren."

Starker Tobak aus der FIA-PK, zu dem Verstappen via holländisches Fernsehen noch ergänzt: "Das passiert halt, wenn du aufhörst zu betrügen." Spätestens an dem Punkt versteht Binotto an seinem 50. Geburtstag keinen Spaß mehr - und nutzt die Ferrari-Medienrunde nach dem Rennen für ein emotionales Statement.

"Ich habe dieses Wochenende viele Kommentare über eine technische Richtlinie und einen Einfluss auf unsere Autos gelesen und gehört. Ich habe nach Ende des Rennens Kommentare gehört, über die ich sehr enttäuscht bin", sagt er. "Ich finde, solche Kommentare sind total falsch und nicht gut für den Sport. Da sollten alle ein bisschen vorsichtiger werden."

Mattia Binotto

Mattia Binotto nimmt die Vorwürfe der Konkurrenz sehr persönlich

Foto: LAT

Charles Leclerc, bekanntermaßen keiner von Verstappens engsten Freunden, reagiert noch gereizter auf die PK-Sticheleien des Red-Bull-Fahrers: "Das ist ein Witz, um ehrlich zu sein! Er hat keine Ahnung, er ist nicht im Team. Wir wissen genau, was wir tun. Ich weiß nicht, warum er darüber spricht. Er weiß nichts darüber."

Zunächst zu den Fakten: Im Qualifying in Mexiko, also noch vor Veröffentlichung der technischen Richtlinie, erzielten die beiden Ferraris die höchsten Topspeeds. Vorsprung auf Mercedes: 7,2 km/h. Auf Red Bull: 10,1 km/h. In Austin sah das schon ganz anders aus: Dort belegten Vettel/Leclerc am Samstag nur noch P8/9 der Topspeed-Wertung.

Aber Binotto stellt klar: Ferrari habe seit Mexiko "nichts" an den Motoren geändert. Vielmehr habe man in Austin ein Experiment gewagt: "Es stimmt, dass wir auf den Geraden nicht so viel gewonnen haben wir bei den Rennen davor. Dafür waren wir aber in den Kurven gleich schnell wie unsere Konkurrenten. Zumindest im Quali."

Binotto behauptet: Ferrari hat in Austin experimentiert

Die Erklärung dafür sei nicht, dass irgendwelche illegalen Tricks im Bereich des Antriebsstrangs abgestellt wurden. Vielmehr habe man im Bereich des Aero-Set-ups neue Wege beschritten: "Wir haben den Kompromiss zwischen Anpressdruck und Leistung verschoben, um zu testen, wie wir in den Kurven schneller werden können", behauptet Binotto.

Er sieht ganz andere Gründe als die Motorleistung dafür, dass Ferrari in Austin erstmals seit Anfang August nicht auf Pole stand: "Tatsache ist, dass wir gestern sehr nahe an der Pole-Position dran waren - wie in den letzten Rennen auch. Seb hätte die Pole holen können. Vielleicht war er in einer Kurve ein bisschen zu vorsichtig."

"Charles hatte am Vormittag ein Problem, das jeder sehen konnte, und verlor das ganze dritte Training. Wir mussten bei ihm einen anderen, älteren Motor einbauen. Wenn ich mir seine Performance im Qualifying anschaue und seine Probleme im Abschlusstraining in Betracht ziehe, bin ich mir ziemlich sicher, dass auch er Pole fahren hätte können."

Leclerc musste nach dem Öl-Leck im Abschlusstraining auf einen älteren Motor aus seinem Kontingent zurückrüsten, um keine Grid-Strafe zu kassieren. "Er hatte Stufe 2 und nicht Stufe 3, die wir in Monza eingeführt haben", klärt Binotto auf. Ob der neuere Stufe-3-Motor für Sao Paulo und Abu Dhabi zu retten ist, wird eine Untersuchung in Maranello zeigen.

Der Vorwurf, dass die technische Richtlinie 35 der FIA für die Saison 2019 Ferrari dazu gezwungen hat, illegale Tricks abzustellen, kränkt den Jubilar: "Ich sehe nicht, wo das Problem ist", winkt er ab. "Topspeed war im Rennen sicher nicht unser Problem. Uns hat im ersten Stint eindeutig Grip gefehlt, mit beiden Fahrern."

Für die Ferrari-Argumentation sprechen zwei Dinge. Erstens: Der Vorteil durch die angeblich illegalen Tricksereien, die bisher noch keiner so genau benennen (geschweige denn beweisen) konnte, war bisher auf eine schnelle Qualifying-Runde am größten. Bis zu 50 PS, wie Mercedes-Teamchef Toto Wolff kürzlich in einem Interview mit 'Motorsport-Total.com' gesagt hat.

Zweitens: Ferrari hat sich mit FIA-Richtlinie 35 offenbar noch gar nicht näher auseinandergesetzt - und war daher auch nicht dazu in der Lage, in Austin darauf zu reagieren. Binotto behauptet: "Wir müssen uns die technische Richtlinie ehrlich gesagt erst noch genauer anschauen. Dazu sind wir dieses Wochenende nicht gekommen."

Fortsetzung folgt.

Weitere Co-Autoren: Scott Mitchell. Mit Bildmaterial von LAT.

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