Ferrari: "Nichts zu verlieren" mit Motoren-Update

Carlos Sainz erhält beim Formel-1-Rennen in der Türkei die neue Powerunit von Ferrari, unglücklich über die Strafversetzung ist er nicht

Ferrari: "Nichts zu verlieren" mit Motoren-Update

Nach Charles Leclerc in Russland erhält an diesem Formel-1-Wochenende in der Türkei auch Ferrari-Teamkollege Carlos Sainz die neue Powerunit der Scuderia. Für den Spanier steht damit bereits fest, dass er das Rennen von ganz hinten in der Startaufstellung aufnehmen wird - sofern es nicht noch andere Strafen gibt. Doch Sainz nimmt es sportlich mit Blick auf das große Ganze.

"Man geht in ein Wochenende mit einer neuen Powerunit, die hoffentlich ein bisschen Leistung und Entwicklung in das Team bringen wird. Ich kann also nicht enttäuscht sein", sagt Sainz. Der Startplatz sei vielleicht gar kein großes Problem. "Ich habe in den letzten Jahren eine ziemlich gute Bilanz, wenn es darum ging, als Letzter zu starten und mich durch das Feld zu kämpfen", erklärt er.

Im Verlaufe des Wochenendes gehe es für ihn und seine Crew darum, das Auto perfekt für das Rennen abzustimmen. In dieser Hinsicht biete der mutmaßlich letzte Startplatz sogar Vorteile. "Man geht in ein Rennen, in dem man schlimmstenfalls nicht ins Ziel kommt, und ich starte als Letzter, also hat man nichts zu verlieren und riskiert ein bisschen mehr", sagt Sainz.

Sainz kann in Istanbul an den Schwächen arbeiten

Entsprechend sei die Veranstaltung im Istanbul Park für ihn ein "Testwochenende", auch, um an seinen Schwächen zu arbeiten. "Plötzlich konzentriert sich meine Herangehensweise auf das Rennen, und das ist im Moment sowohl mein Schwachpunkt als auch der Schwachpunkt des Autos: das Rennmanagement und das Reifenmanagement", erklärt der 27-Jährige.

Er ergänzt: "Ich werde also die Gelegenheit haben, im FP1, FP2 und FP3 alle verschiedenen Mischungen auszuprobieren und zu versuchen, mein Reifenmanagement und mein Verständnis für das Auto unter Rennbedingungen zu verbessern, um einen Schritt zu machen. Und wenn ich an diesem Wochenende etwas entdecke, kann mir dieser Schritt vielleicht bis zum Ende des Jahres helfen."

Ferrari hatte großes Interesse daran, die neue, verbesserte Powerunit bei beiden Fahrern noch bei möglichst vielen Rennen in dieser Saison einsetzen zu können. Im kommenden März werden die Motorenaggregate eingefroren, danach muss mehrere Jahre, wahrscheinlich bis Ende 2025, mit diesem Leistungsstand gefahren werden.

Leclerc: Neuer Motor "ein Schritt in die richtige Richtung"

Jeder Monat mehr im praktischen Einsatz auf der Strecke helfe dem Team, bis zu dieser Deadline die notwendigen Verbesserungen vorzunehmen, betont Sainz. "Wir haben immer noch ein Leistungsdefizit, ein ordentliches Defizit, das wir versuchen zu korrigieren, und hoffentlich wird mir dieser Motor helfen, ein bisschen leichter durch das Feld zu kommen als der ältere", sagt er weiter.

Doch wie gut ist der neue Motor bei Ferrari tatsächlich? Leclerc erkannte einen "Schritt in die richtige Richtung". Zu viel Euphorie wollte er allerdings nicht aufkommen lassen.

"Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es verändert das Kräfteverhältnis nicht", sagt der Monegasse, der das Aggregat in Sotschi gefahren war. Die Powerunit solle dabei helfen, die notwendigen Schlüsse zu ziehen, damit Ferrari "sehr bald um Siege kämpfen wird".

Hamilton optimistisch: Noch lange keine Strafe nötig

Während Ferrari für diese Saison mit den Strafversetzungen dann durch sein sollte, schwebt dieses Damoklesschwert noch über einigen anderen Fahrern. Allen voran bei Lewis Hamilton rechnen viele noch mit einer Strafe im Saisonverlauf. So schnell solle dies aber nicht geschehen, stellt der Brite klar - falls es überhaupt notwendig ist.

Denn noch könne er auf zwei gebrauchte Motoren aus seinem Pool zurückgreifen. "Im Moment habe ich Nummer zwei und drei. Also rechnet im Moment nicht damit, dass wir einen nehmen müssen", sagt Hamilton, der aber nachschiebt, dass sich dies auch ändern könne.

Und auch bei Sebastian Vettel gibt es noch Fragezeichen. "Die Idee war es, mit den Motoren zu fahren, die während der Saison erlaubt sind. Offensichtlich habe ich einen in Zandvoort verloren. Von daher glaube ich nicht, dass wir es schaffen", sagt der Aston-Martin-Pilot, der ebenfalls mit Mercedes-Motoren im Heck unterwegs ist.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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