Ferrari relativiert Freitagsbestzeit: Auf das Qualifying konzentriert

Dass Ferrari am Freitag in Zandvoort die ersten beiden Plätze belegt hat, liegt laut dem Team daran, dass man sich auf das immens wichtige Qualifying konzentriert hat

Ferrari relativiert Freitagsbestzeit: Auf das Qualifying konzentriert

So schnell kann es gehen: In Spa war Ferrari noch mit beiden Autos in Q2 ausgeschieden, eine Woche später beendeten Charles Leclerc und Carlos Sainz den Freitag in Zandvoort mit der doppelten Bestzeit. Doch Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies betont: "Ich denke nicht, dass die Rundenzeiten alles aussagen."

Zwar scheint Ferrari wieder zurück auf einer Strecke zu sein, auf der man mitkämpfen kann, und scheint sich auch gut auf den neuen Kurs in den Niederlanden vorbereitet zu haben, dennoch ist man in Maranello nicht übermütig, nur weil man den Freitag auf eins und zwei abgeschlossen hat.

Denn: Der Rennstall hat sich am Freitag weniger auf die sonst üblichen Longruns konzentriert, sondern vor allem am Qualifying gearbeitet. Das Team weiß, dass es am Wochenende vor allem auf die Qualifikation am Samstag ankommen wird, weil man am Sonntag wohl in einer "Monaco-ähnlichen Situation" stecken wird, in der man kaum überholen kann.

Darum möchte man am Samstag so weit wie möglich vorne stehen und hat den Fokus darauf gelegt. Herausgekommen sind die Plätze eins und zwei, 0,172 Sekunden vor Alpines Esteban Ocon und 0,230 Sekunden vor Mercedes' Valterri Bottas.

Am Samstag wird neu durchgemischt

"Aber wir machen uns keine Illusionen: Die Top-3-Jungs werden morgen (Samstag; Anm. d. Red.) wieder sehr schnell nach vorne kommen, und es wird ein enger Kampf im Mittelfeld werden." Und da es eine neue Strecke ist, auf der man zudem nicht viel gefahren ist, sieht Mekies noch viel Spielraum für eine deutliche Verschiebung der Kräfteverhältnisse.

 

"Was man heute gesehen hat, ist nicht unbedingt das, was man morgen sehen wird. Alle werden sich stark verbessern, alle werden lernen, alle werden die Balance richtig hinbekommen", sagt er.

Wo Ferrari den Vorbereitungen noch deutlich hinterherhängt, ist natürlich der Renntrimm, für den man am Freitag nicht viel Zeit aufgewendet hat. "Dort fehlt uns aktuell am meisten in Sachen Konkurrenzfähigkeit", sagt Mekies. "Durch die rote Flagge gab es für die meisten im ersten Training keine Longruns, und im zweiten Training haben wir uns mehr als alle anderen um das Qualifying gekümmert."

Probleme aus Spa noch nicht gelöst

Über Nacht will Ferrari noch daran arbeiten, so viel wie möglich aus den wenigen Runden mit viel Sprit herauszulesen, um für das Rennen ein anständiges Auto zu haben. Dann wird man entscheiden, wie man das dritte Training angeht: Möchte man das Auto im Renntrimm verbessern oder noch einmal Wert auf das anschließende Qualifying legen?

Was man am Wochenende aber nicht schaffen wird, ist, noch einmal Lehren aus dem schwierigen Spa-Wochenende zu ziehen. Dort war man über seine Performance im Regen ziemlich enttäuscht. Ferrari wollte die Probleme analysieren, hat sie laut Mekies aber noch nicht im Griff.

"Wir haben nicht das Rennen bekommen, welches uns ein stabileres Bild über unsere Konkurrenzfähigkeit geliefert hätte", sagt der Sportdirektor und betont: "Wir analysieren und lernen noch, was in Spa passiert ist. Wir müssen geduldig sein und auf den nächsten Regenevent warten, um zu sehen, ob das Gelernte uns in die richtige Richtung bringt."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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