Ferrari-Sportdirektor: "Kampf mit McLaren war guter Gradmesser"

Laurent Mekies sieht in seinem Saisonfazit zwei Schlüsselfaktoren für die Formsteigerung bei Ferrari gegenüber dem Vorjahr

Ferrari-Sportdirektor: "Kampf mit McLaren war guter Gradmesser"

Nach der Pleite im Vorjahr mauserte sich Ferrari in der Formel-1-Saison 2021 immerhin wieder zum "Best of the Rest" und sicherte sich mit 323,5 Punkten Platz drei in der Konstrukteurs-WM hinter Mercedes und Red Bull. Den eigenen Ansprüchen der Scuderia Ferrari wird das aber freilich nicht gerecht.

"Es ist nicht das, was wir wollen, aber das ist normal. Denn wir sind ein Rennteam. Wir sind die Scuderia Ferrari, und wenn sich jemand mit dem dritten Platz zufrieden gibt, dann stimmt etwas nicht", erklärt Laurent Mekies, Sportdirektor des Teams.

"Was ich sagen kann, ist, dass wir den diesjährigen Kampf so behandelt haben, als ginge es um die Meisterschaft. Wir wissen, wie wertvoll jede einzelne Chance und jeder einzelne Punkt ist und wie sehr man sich an Rennwochenenden anpassen und weiterentwickeln muss, an denen man mit Unbekanntem konfrontiert wird, seien es neue Strecken, eine schwierige Balance oder die Wetterbedingungen."

"Also haben wir das als Kampf um die Meisterschaft betrachtet, obwohl wir wissen, dass wir nicht schnell genug sind, um tatsächlich um die Meisterschaft zu kämpfen", betont Mekies.

Dennoch sei es ein guter Kampf gewesen: "Wir haben Fortschritte gemacht und sind von der Richtung überzeugt, die wir eingeschlagen haben. Für den nächsten Kampf sind weitere Schritte nötig, aber wir denken, dass wir mit der Zeit dort hinkommen werden."

Dass Ferrari in der Lage war, sich aus dem Loch zu manövrieren, in dem sich das Team im Vorjahr befand, führt Mekies vor allem auf zwei Aspekte zurück. "Der erste ist, in schwierigen Situationen zusammenzuhalten, auch wenn es Situationen sind, in die wir uns selbst gebracht haben, wie es im letzten Jahr der Fall war."

"Und dann mussten wir den Kampf gegen McLaren aufnehmen, was wiederum ein guter Gradmesser dafür war, wie weit man sich von der Vergangenheit erholen kann, wo das derzeitige Niveau liegt und ob man in der Lage ist, es so weit zu bringen."

Mekies sagt, Ferrari sei wahrscheinlich mit dem langsameren Auto gestartet, denn "es gab einige große Lücken, wie in Monza und Sotschi", blickt er zurück. "Aber das Team ist immer sehr bei sich geblieben und hat die Herangehensweise verfolgt, den schlechten Tag zu nehmen, daraus zu lernen und stärker zurückzukommen."

"McLaren ist ein sehr gutes Team. Sie sind auch ein sehr starkes Rennteam, und es ist gut, dass wir in der Lage waren, diesen Kampf zu führen, und das bis zum letzten Rennen."

Obwohl man sich früh auf 2022 konzentrierte und die Weiterentwicklung des diesjährigen Autos herunterschraubte, fällt der Ferrari-Sportchef ein ermutigendes Fazit: "Die Art und Weise, wie wir versucht haben, konstant Leistung zu bringen, ist meiner Meinung nach ein gutes Zeugnis für die Fortschritte, die das Team macht - im Verständnis für die eigene Arbeit und die eigenen Stärken."

"Das hat uns darin bestätigt, dass wir die richtige Herangehensweise verfolgen, auch wenn wir uns des Rückstandes bewusst sind, der zum Kampf um die Spitze noch besteht. Da müssen wir uns in allen Bereichen noch deutlich verbessern", weiß Mekies.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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