Ferrari-Teamchef: "Macarena"-Heckflügel wohl auch im Japan-Training, aber ...
Der "Macarena"-Heckflügel von Ferrari sollte beim Großen Preis von China das Debüt feiern, wurde nach dem Training allerdings abgebaut - Wie geht es damit nun weiter?
Ferrari nutzte beim Rennen in China wieder den alten Heckflügel
Foto: LAT Images
Der ungewöhnliche "Macarena"-Heckflügel von Ferrari, der beim Großen Preis von China sein Debüt feierte, funktioniert offenbar noch nicht so, wie es sich die Scuderia vorgestellt hat: Denn das neue Bauteil, das extra nach Shanghai geflogen wurde, war ab dem Sprint-Qualifying nicht mehr am SF-26 verbaut.
"Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht genau, warum wir ihn wieder abmontiert haben", sagte Ferrari-Lewis Hamilton über die Entscheidung, zu der er womöglich selbst beigetragen hat: Denn ein Dreher des Rekordweltmeisters im Freien Training legte die Schwächen des Heckflügels schonungslos offen.
Nach aktuellem Stand deutet vieles darauf hin, dass beim Schließen der aktiven Flügelelemente an Front und Heck ein aerodynamisches Ungleichgewicht entsteht, mit Konsequenzen für die Fahrbarkeit. Genau das bekam Hamilton zu spüren, als er sich beim Anbremsen von Kurve 6 drehte.
Vasseur: Ferrari testet "Macarena"-Heckflügel weiter
Ob der Einsatz des Flügels überhaupt für Sprint oder Rennen vorgesehen war, bleibt jedoch fraglich. "Nein, denn wir haben den Heckflügel noch nicht ausreichend getestet", stellt Teamchef Frederic Vasseur dazu klar und liefert zugleich die Begründung, warum das Teil in China trotzdem im Einsatz war.
"Nach den aktuellen Regeln muss man das im ersten Training machen, man darf zwischen den Rennen nicht testen", erinnert der Franzose. "Das bedeutet: Wenn wir die Teile testen wollen, müssen wir die im Training fahren, was wir wahrscheinlich nächste Woche wieder tun werden."
Heißt: Auch im Training für den Großen Preis von Japan dürfte der "Macarena"-Flügel wieder am SF-26 auftauchen. "Sobald die Zuverlässigkeit stimmt und die Laufleistung ausreichend ist, werden wir das Teil dann am Rennwochenende einsetzen", sagt Vasseur.
Nach Informationen von Motorsport-Total.com befindet sich das Bauteil allerdings noch immer in einer frühen Entwicklungsphase. Solange die Standardversion nicht stabil funktioniert, bleiben auch mögliche Weiterentwicklungen auf Eis - und damit rückt der erste Renneinsatz weiter in die Ferne.
Haas bleibt bei Ferrari-Heckflügel skeptisch
Offen ist zudem, ob Ferrari-Kundenteam Haas zeitnah ebenfalls auf den drehbaren Heckflügel setzen wird. "Wir müssen uns das ansehen und die Vor- und Nachteile abwägen", erklärt Teamchef Ayao Komatsu. "Ich glaube aber nicht, dass das unser Schwerpunkt sein wird."

Das Halo-Winglet von Ferrari ist möglicherweise nicht ganz legal
Foto: Getty Images
Gleichwohl wolle man "von den Konzepten anderer lernen", lässt der Japaner durchblicken, dass man nicht nur die Ferrari-Lösung genau beobachtet. "Wir schauen uns natürlich auch die Konzepte anderer an, aber wir haben momentan genug zu tun."
"Wir haben ein gewisses Verständnis für unser Auto, seine Stärken und Schwächen", betont Komatsu, während Oliver Bearman mit dem fünften Rang in China erneut überzeugte. "Auch wenn es interessant ist, sich das anzusehen, haben wir vorher noch viele andere Dinge zu klären."
Neuer Ferrari-Flügel am Halo nicht legal?
Unklar bleibt derweil, ob das kleine Winglet am Ferrari-Halo ein zeitnahes Comeback erleben wird. Die Scuderia hatte die innovative Lösung zum Auftakt des China-Wochenendes am SF-26 montiert, sich jedoch gegen einen Renneinsatz entschieden.
Nach Informationen von The Race gab es offenbar Diskussionen über die Konformität mit dem Reglement und damit über die grundsätzliche Legalität der Lösung. Bei der Konkurrenz war sogar von einer "grenzwertigen" Regelauslegung die Rede, was Ferrari wohl vorsichtig werden ließ.
Weil der Halo-Flügel ohnehin nur einen Vorteil im Bereich weniger Hundertstelsekunden bringt, ging die Scuderia auf Nummer sicher und nahm das Bauteil vorerst wieder ab. Solange es keine Klarstellung von der FIA gibt oder die Konkurrenz nachzieht, wird der Flügel wohl nicht zurückkehren.
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