Ferrari testet geänderten Heckflügel für Miami
Ferrari plant für Miami ein großes Update-Paket - Beim Filmtag in Miami war bereits zu erkennen, wie sich der "Macarena-Heckflügel" weiterentwickelt hat
Der neue "Macarena-Heckflügel" am Ferrari SF-26
Foto: Federico Manoni / NurPhoto via Getty Images
Ferrari wird in Miami mit einem besonders umfangreichen Update-Paket anreisen und hat einige Neuerungen bereits beim Filmtag in Monza getestet. Dort war auch die aktualisierte Version des "Macarena-Heckflügels" zu sehen, die Änderungen an den Endplatten, an der Position des Stellmotors und an den beiden Stützpfeilern umfasst.
Die Absage der beiden Rennen im Nahen Osten hat nicht nur den Kalender verändert, sondern auch die Planung der Updates. Die Pakete, die eigentlich in Bahrain oder Saudi-Arabien debütieren sollten, wurden auf Miami verschoben, weshalb alle Teams in Florida mit ziemlich umfangreichen Neuerungen antreten werden.
Die Pause hat es den Teams ermöglicht, mehr Zeit in die qualitative Datenanalyse zu investieren und Updates im Hinblick auf das US-Rennen zu testen. Während Red Bull für einen Filmtag nach Silverstone gereist ist, um das neue Paket einschließlich überarbeiteter Seitenkästen zu testen, entschied sich Ferrari für Monza.
Ein Filmtag ist eigentlich für Aufnahmen für Partner gedacht, erweist sich aber auch als nützlich, um Updates fern neugieriger Blicke zu testen. Monza war nahezu abgeschirmt, konnte jedoch die vielen Ferrari-Fans nicht abschrecken. Viele versuchten, die wenigen Punkte zu erreichen, von denen aus man den SF-26 in Aktion sehen konnte.
Die erste Version des "Macarena-Heckflügels" war bereits bei den Tests in Bahrain zu sehen gewesen, wo sie sofort Aufmerksamkeit erregte, und wurde anschließend in China während des ersten Trainings erneut getestet, um weitere Daten zu sammeln.

Unten sieht man den neuen Heckflügel, oben die alte Version
Foto: Motorsport Network
Ferrari gewann dort wichtige Erkenntnisse, um auch die Entwicklungsrichtung festzulegen. Die zu Saisonbeginn eingesetzte Version war nämlich lediglich eine erste Iteration, die dazu diente, das Konzept für die nächsten Schritte zu validieren.
Nicht zufällig hatte Lewis Hamilton am Vorabend der Trainings in Shanghai das Team dafür gelobt, dass es aufs Tempo gedrückt und versucht hatte, die Tests eines Flügels bereits in China vorzuziehen, dessen Debüt ursprünglich erst später in der Saison geplant war.
Wie sich der Heckflügel verändert hat
Beim Filmtag in Monza brachte Ferrari die aktualisierte Version des Flügels auf die Strecke, wie Bilder zeigen, auf denen auch mehrere Neuerungen zu erkennen sind. So wurde etwa der Bereich der Endplatten, in dem der Stellmotor integriert ist, größtenteils überarbeitet.
Der vordere Bereich der Endplatten weist nun eine andere Geometrie auf: kantiger und weniger abgerundet im oberen Teil, nahe der italienischen Flagge. Die vielleicht interessanteste Neuerung betrifft jedoch die Position des in der Endplatte integrierten Stellmotors. Die Ausbuchtung ist nun schräger und rückt näher an die Hauptplatte heran. Diese Lösung ermöglicht auch eine andere Strömungsführung.
Hier handelt es sich um einen Bereich, dem viele Teams zu Saisonbeginn besondere Aufmerksamkeit gewidmet haben, wenn auch auf unterschiedliche Weise, indem sie dem Endplattenprofil dreidimensionale Formen gegeben haben, um den Luftstrom zu beeinflussen.

Ein weiterer Vergleich: links die alte Version, rechts die neue
Foto: Motorsport Network
Auf der Seitenansicht ist zudem zu erkennen, dass die beiden kleinen Stützen, die das erste bewegliche Element mit der Hauptplatte verbinden, wenn der Flügel geschlossen ist, beibehalten wurden.
Auch die Stützpfeiler, die inzwischen nicht mehr nur eine strukturelle Funktion erfüllen, sondern erheblich zur Aerodynamik beitragen, wurden neu gestaltet. Während sie zuvor nach oben hin schmaler wurden, wo sie unter der Hauptplatte befestigt waren, weisen sie nun mehr Tiefe auf und verbreitern sich gerade im oberen Bereich.
Eine weitere kleine, aber durchaus interessante Neuerung ist ein vertikales Element, das zentral über dem zweiten beweglichen Flap positioniert ist, dessen Funktion Raum für Spekulationen lässt.
Welche Neuerungen Ferrari außerdem plant
Richtet man den Blick hingegen auf das Halo, sind die beiden kleinen aerodynamischen Flügelchen an den Seiten der Schutzstruktur zurückgekehrt, die dazu dienen, die Luftströme rund um Cockpit und Fahrerhelm zu steuern - eine Zone, in der leicht Turbulenzen entstehen. Eine Idee, die auch Red Bull aufgegriffen hat, wie beim Filmtag in Silverstone zu sehen war.
Auch wenn diese Dinge auf den Bildern nicht sichtbar sind, beschränkt sich das Upgrade-Paket von Ferrari für das kommende Rennen nicht nur auf den überarbeiteten Heckflügel. Es umfasst auch Änderungen am Frontflügel und am Unterboden.
Das sind zwei der sensibelsten Bereiche im neuen Reglement, in denen alle Teams unterschiedliche Philosophien verfolgen, und Komponenten, bei denen noch viel Entwicklungspotenzial besteht, da man sich erst am Anfang dieses neuen technischen Zyklus befindet.
Ferrari hat während der Pause nicht nur intensiv an Updates gearbeitet, sondern auch an der Datenanalyse, um bereit zu sein, auf die Neuerungen der Konkurrenten zu reagieren, die ebenfalls radikal überarbeitete Autos bringen werden, wie McLaren bereits angekündigt hat.
Ziel ist es, den Rückstand auf Mercedes zu verringern, während man darauf wartet, dass die ADUO-Freigabe auch Weiterentwicklungen im Motorenbereich ermöglicht.
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