Ferrari zweimal außerhalb der Top 10: Befürchtungen haben sich bestätigt

Ferrari hatte vor dem Ungarn-Wochenende schon erwartet, dass die Strecke dem Auto nicht entgegenkommt - Das scheint sich am Freitag bestätigt zu haben

Ferrari zweimal außerhalb der Top 10: Befürchtungen haben sich bestätigt

In Monaco war Ferrari richtig stark unterwegs, also müsste das im "Monaco des Ostens", wie der Hungaroring scherzhaft genannt wird, doch auch der Fall sein, oder? Doch am Trainingsfreitag in Budapest kam die Scuderia noch nicht ganz so gut zurecht und belegte mit den Positionen elf und zwölf (+1,358 und +1,429 Sekunden) im zweiten Training zwei Plätze außerhalb der Top 10.

"Wir wussten schon vorher, dass wir hier einige Schwächen haben werden, die für einige Kurven hier nicht sonderlich gut sein würden", sagt Carlos Sainz, der schon im Vorfeld gemeint hatte, dass der Hungaroring mittlerweile eher eine mittelschnelle statt eine langsame Strecke ist. "In Monaco wären wir niemals Elfter im Training geworden", so der Spanier. Damals lag man meistens ganz vorne.

"Aber heute haben wir uns leider sofort außerhalb der Top 10 gefunden, sobald etwas in die falsche Richtung lief", so Sainz weiter. "Das zeigt einfach, wie verwundbar wir auf dieser Art von Strecke sind. Das ist nicht Monaco."

Wetter heiß = Ferrari nicht schnell

Sainz fand das heutige Training recht seltsam, wie er sagt. Im ersten Training am Morgen sei man noch recht zufrieden gewesen, aber am Nachmittag nicht mehr. "Das Auto hat sich nicht schlechter und auch nicht sonderlich schlimm angefühlt, aber die anderen konnten sich einfach verbessern. Und für uns ging es - wie immer bei heißen Temperaturen - zurück."

 

Sainz hofft daher, dass am Samstag und am Sonntag nicht die gleichen brütend heißen Temperaturen herrschen. Doch danach sieht es auch nicht aus. "Dann kann sich alles wieder durchmischen", hofft er.

Sein Ziel heißt für den Rest des Wochenendes wieder Spitze des Mittelfeldes, das werde aber nicht einfach: "Alpine sieht schnell aus, McLaren sieht schnell aus, und auch der Aston Martin war sehr schnell", so Sainz. "Es sollte ein interessanter Kampf um Q3 werden."

Leclerc mit positivem Gefühl

Teamkollege Charles Leclerc, der eine Position vor dem Spanier landete, äußert sich nach dem Training nicht ganz so kritisch: "Die Strecke hat sich etwas verändert, aber abgesehen davon waren wir mit dem Gefühl im Auto eigentlich recht zufrieden", sagt der Monegasse. "Das Gefühl ist ganz gut. Wir haben zwar noch etwas Arbeit vor uns, wir sind aber auf einem guten Weg."

 

Auch ihm haben die heißen Temperaturen heute ziemlich zugesetzt - körperlich im Auto und auch mit den Reifen. "Aber das ist für alle gleich", winkt er ab. "Ich denke, dass wir heute gute Arbeit geleistet haben, vor allem die Rennsimulation sah sehr stark aus. Es fehlt hier und da noch etwas im Qualifying, und wenn wir das hinbekommen, sollte es gut werden."

Leclerc weiß, dass am Hungaroring viel vom Qualifying abhängt. Das war zu Saisonbeginn noch die große Stärke von Ferrari, wie die beiden Polepositions in Monaco und Baku bewiesen haben. Zuletzt verschob sich die Stärke etwas mehr auf das Rennen, doch in Budapest will Ferrari den vollen Fokus auf das Qualifying legen. "Danach wird es ohnehin schwierig werden mit dem Überholen."

Und welches Wetter würde sich Leclerc wünschen? "Wenn die Temperaturen ein bisschen fallen würden, ohne dass es Regen gibt. Das wäre perfekt für uns."

Binotto: Werden noch schwache Strecken kommen

Doch auch wenn es in Ungarn noch nicht ganz so gut für Ferrari läuft: Silverstone hat gezeigt, dass mit den Roten aus Maranello wieder zu rechnen ist. Und weil Silverstone eine komplett andere Strecke als das langsame Monaco ist, wo man ebenfalls Zweiter wurde, könnte man doch zu dem Schluss kommen, dass Ferrari jetzt wieder auf allen Strecken konkurrenzfähig ist.

Doch Teamchef Mattia Binotto wiegelt ab: "Nein, ich glaube nicht, dass das der Fall ist. Ich denke, dass das Auto seit dem letzten Jahr Fortschritte gemacht hat, aber wir haben immer noch Rückstand im Vergleich zu unseren Hauptkonkurrenten - und zwar nicht nur einen Rückstand, sondern Rückstand in verschiedenen Bereichen."

Er nennt vor allem Antriebseinheit, Aero-Effizienz und den Abtrieb bei mittleren und hohen Geschwindigkeiten als Schwachpunkte. "Ich denke also, dass es Strecken wie Belgien gibt, auf denen es uns ziemlich sicher an Speed fehlen wird, und das ist irgendwie normal", so der Italiener.

Gleichzeitig freut er sich aber auch über die Pace in Silverstone, weil dies für ihn eine repräsentative Strecke ist. "Auch wenn es also Strecken gibt, auf denen wir noch leiden, denke ich, dass wir insgesamt eine gute zweite Saisonhälfte haben können", sagt Binotto.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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