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FIA-Bericht: So viele Freiwillige benötigt eine Formel-1-Saison

An jedem Rennwochenende werden knapp 1.000 freiwillige Helfer benötigt, um ein Formel-1-Rennen durchzuführen - Mehr Ressourcen und höhere Professionalität?

FIA-Bericht: So viele Freiwillige benötigt eine Formel-1-Saison

Ohne die vielen Freiwilligen könnte ein Formel-1-Event nicht durchgeführt werden

Foto: LAT Images

Eine neue, von der FIA in Auftrag gegebene Studie hat ergeben, dass pro Jahr über 20.000 Freiwillige benötigt werden, um die 24 Grand-Prix-Wochenenden der Formel 1 angemessen zu organisieren - das entspricht einem Durchschnitt von 838 Helfern pro Wochenende.

Der Automobilsport ist die globale Sportart, die für die sichere Durchführung ihrer breiten Veranstaltungspyramide - vom Breitensport bis hin zu den verschiedenen Weltmeisterschaften - am stärksten auf ehrenamtliche Helfer angewiesen ist.

Um die Lage genauer zu erfassen, gab die FIA über ihre FIA University einen Bericht in Auftrag, der den Bedarf und den Einfluss der bestehenden Freiwilligen quantifizieren sowie Empfehlungen für die Zukunft aussprechen sollte.

Um diese Daten zu erheben, führten Forscher eine Umfrage unter der FIA Sporting Organisers Working Group durch, welche die Organisatoren und Promoter der 24 Formel-1-Grands-Prix vertritt.

Einige der wichtigsten Kennzahlen des Berichts zeigen, dass im Jahr 2025 durchschnittlich 838 Freiwillige - die Mehrheit davon Streckenposten - nötig waren, um einen Formel-1-Grand-Prix durchzuführen. Dies summiert sich auf eine Belegschaft von 20.112 Personen für den gesamten 24-Rennen-Kalender.

Dem Bericht zufolge arbeiten die Freiwilligen durchschnittlich 48 Stunden pro Rennwochenende, was hochgerechnet 965.376 Stunden pro Saison entspricht. Zwei Drittel der Helfer nehmen sich Jahresurlaub oder unbezahlte freien Tage, um bei einem Grand Prix arbeiten zu können.

Zudem wird angegeben, dass sich die Gesamtkosten für die Ausbildung und Rekrutierung dieser Freiwilligen auf 11,1 Millionen Euro pro Jahr belaufen, wobei der Gesamtwert der geleisteten Arbeit auf 13,2 Millionen Euro geschätzt wird.

Diese Zahlen untermauern den Wunsch der FIA, den weltweiten Pool an Freiwilligen zu vergrößern und sie weiter zu unterstützen, da ihre durchschnittliche Arbeitsbelastung um geschätzte 20 Prozent gestiegen ist.

FIA strebt nach höherer Professionalisierung

Insbesondere innerhalb der Formel 1 gibt es das wachsende Bestreben, Rollen wie die Rennleitung (Race Control) und die Rennkommissare zu professionalisieren, um die Kontinuität bei Entscheidungsfindungen weiter zu stärken.

Ein neues "Concorde Governance Agreement" zwischen der FIA und dem F1-Management, das Ende letzter Saison unterzeichnet wurde, soll dem Dachverband mehr Ressourcen zur Verfügung stellen, um das Offiziellen-Wesen zu verbessern.

Einige der im Bericht ausgesprochenen Empfehlungen beinhalten die Ernennung eines "Welfare Officers" (Beauftragter für das Wohlergehen), der sich um die Freiwilligen kümmert, Investitionen in Forschung und Technologie sowie die Implementierung eines systematischeren und professionelleren Modells für das Freiwilligenmanagement.

Die FIA hat in dieser Hinsicht bereits Schritte mit ihrer neuen Abteilung für Offizielle unternommen. Diese zielt darauf ab, die auf lokaler Ebene durchgeführten Schulungen zu zentralisieren und zu vereinheitlichen, um sicherzustellen, dass über alle Mitgliedsclubs und Veranstaltungen hinweg die richtigen Standards eingehalten werden.

Zudem wurde ein "High Performance Programme" ins Leben gerufen, um die nächste Generation von Rennkommissaren und Renndirektoren zu identifizieren und auszubilden. Talentierten Offiziellen wird so die Möglichkeit geboten, in umfassendere Rollen innerhalb des Rennsports aufzusteigen.

Der erste Jahrgang von sechs Rennkommissaren übernahm im vergangenen Jahr Rollen in FIA-sanktionierten Meisterschaften. Drei Renndirektoren aus dem Programm werden 2026 zum Einsatz kommen.

Der Bericht unterstützt zudem die Pläne der FIA für ein neues "Centre of Excellence" - ein spezielles Ausbildungszentrum für Offizielle, um deren Qualität und Quantität zu steigern.

Dieser neue Weg der Ausbildung ist sowohl für die Formel 1 als auch für andere Serien wichtig, da der Motorsport in den kommenden Jahren auf eine stetige Versorgung mit Offiziellen angewiesen ist.

Ein positives Ergebnis des Berichts ist, dass die Mehrheit der Freiwilligen mindestens fünf Jahre dabei bleibt. Als Hauptgründe für das Engagement trotz der persönlichen Kosten werden die Ausbildung, die Kameradschaft und die Möglichkeiten, innerhalb des Sports zu wachsen, genannt.

Rennleiter Marques: Liebe zum Sport

Im Gespräch mit Motorsport.com im vergangenen Jahr sagte Formel-1-Renndirektor Rui Marques, dass ihn die Liebe zum Motorsport dazu brachte, im Alter von 18 Jahren Streckenposten zu werden, bevor er in höhere Funktionen aufstieg.

"Ich habe darauf gewartet, 18 zu werden, um Marshal zu werden", sagte Marques. "Was ich gefunden habe, ist eine Familie - egal, wo auf der Welt man hinkommt. Es geht allein um die Leidenschaft für den Sport. Wir haben Kollegen in der Rennleitung, die in ihrer Freizeit immer noch freiwillig als Streckenposten arbeiten."

Rui Marques ist seit 2024 der Rennleiter in der Formel 1

Rui Marques ist seit 2024 der Rennleiter in der Formel 1

Foto: Ahmad AlShehab/NurPhoto via Getty Images

Marques beobachtete in den letzten Jahren den erfreulichen Trend, dass die Belegschaft der Formel-1-Streckenposten jünger wird, was mit dem Mainstream-Erfolg der Serie durch die Netflix-Dokumentation "Drive to Survive" in Verbindung gebracht wird. "Ja, in Europa wurde das Alter der Freiwilligen immer höher", sagte er.

"Verstehen Sie mich nicht falsch, wir wollen und respektieren jeden. Einige von ihnen haben 30 Jahre Erfahrung, was ebenfalls wichtig ist. Aber wir sehen jetzt mehr junge Leute dazukommen, was wirklich gut ist."

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