FIA erwägt Verschärfung der Heckflügel-Tests - wegen Red Bull?

Damit sich die Formel-1-Heckflügel auf der Strecke nicht zu sehr verbiegen, plant der Weltverband FIA die Einführung neuer Testmaßnahmen

FIA erwägt Verschärfung der Heckflügel-Tests - wegen Red Bull?

Formel-1-Heckflügel unterliegen strikten Regeln. Sie dürfen sich sich nur geringfügig verbiegen, also nicht zu viel Flexibilität aufweisen. Dafür sorgt der Weltverband FIA mit speziellen Testverfahren. "Wir haben nun aber den Eindruck, [diese Tests] sind nicht mehr ganz zeitgemäß", erklärt Nikolas Tombazis als Formelsport-Beauftragter der FIA.

Woran der Weltverband Anstoß genommen haben könnte: Beim Steiermark-Grand-Prix in Spielberg waren einige Fahrzeuge aufgefallen, deren Heckflügel sich unter der Belastung während der Fahrt deutlich verbogen hatten.

Ein Beispiel dafür war das Auto von Max Verstappen. Allerdings: Der Red Bull RB16 des Niederländers befand sich zum fraglichen Zeitpunkt gegen Rennende nicht mehr im Originalzustand, weil es bereits einen gewissen Schaden am Fahrzeug gegeben hatte.

Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht

Tombazis will die angekündigten Maßnahmen auch nicht als Reaktion auf Red Bull verstanden wissen, sondern sagt: "Wir reden nicht speziell von Red Bull oder einem anderen Team, sondern wir beschäftigen uns generell mit der Heckflügel-Flexibilität. Wir hoffen, wir können die Regeln verbessern, und das schon bald."

Eine schnelle Lösung werde es aber wohl nicht geben, meint Tombazis. "Wir wollen das sorgfältig machen und nicht hopplahopp, um am Ende nicht eine falsche Entscheidung zu treffen."

Daniil Kvyat, AlphaTauri AT01

Daniil Kvyat, AlphaTauri AT01

Foto: Charles Coates / Motorsport Images

Derzeit, so erklärt Tombazis weiter, gäbe es zwei große Prüfungen, die jeder Heckflügel zu bestehen habe: einen Test mit waagrechter Belastung und einen weiteren Test mit senkrechter Belastung.

Die aktuellen Tests im Detail

Im ersten Fall werden 500 Newton angesetzt, wobei sich der Flügel nur sieben Millimeter verbiegen darf. Im zweiten Fall kommen 200 Newton zum Einsatz, bei maximal erlaubten zwei Millimeter Flexibilität.

Problem dabei: Diese Tests werden logischerweise nicht während der Fahrt durchgeführt, sondern stationär. "Und das bedeutet, die Teams könnten ihre Flügel so entwickeln, dass sie zwar den FIA-Tests widerstehen, sich auf der Strecke aber stärker verbiegen. Diese Sache wollen wir angehen", sagt Tombazis.

Einen Zeitplan dafür gäbe es bislang noch nicht. Tombazis: "Es ist kein Thema, das man in fünf Minuten erledigt hat. Es steht aber auf unserer To-Do-liste."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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