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Der Motorenausschuss der FIA hat einen Vorschlag eingereicht, wonach ab August ein neues Messverfahren eingeführt wird - Mercedes-"Trick" bis dahin möglich

FIA-Motorenausschuss: Muss Mercedes bis August nachbessern?

Hält ein eventueller Mercedes-Vorteil bis August?

Foto: LAT Images

Kommt jetzt Bewegung in die Debatte rund um die neuen Antriebseinheiten der Formel 1? Der Beratungsausschuss der FIA (Formula 1 Power Unit Advisory Committee) hat sich mit dem umstrittenen Thema des Verdichtungsverhältnisses beschäftigt und einen Vorschlag erarbeitet, der nun von den Motorenherstellern abgesegnet werden soll.

Die Vorwürfe gingen bislang in Richtung Mercedes, die das von der FIA vorgesehene Verhältnis von 16:1 im laufenden Betrieb überschritten haben sollen. Das Problem: Der Verband nahm Messungen bislang nur unter Umgebungstemperaturen - also bei kaltem Motor - vor. Dort hatten die Mercedes-Antriebe den Wert eingehalten.

Das ist auch das Argument des Herstellers; die Konkurrenz verweist jedoch darauf, dass ein anderer Passus im Reglement besagt, dass die Autos zu jeder Zeit und unter allen Umständen regelkonform sein müssen.

In den vergangenen Wochen und Monaten haben die FIA und die Motorenhersteller gemeinsam eine Methodik entwickelt, um zu quantifizieren, wie sich das Verdichtungsverhältnis beim Übergang von Umgebungs- zu Betriebsbedingungen verändert.

Nach der Validierung dieses Ansatzes wurde ein Vorschlag eingereicht, wonach ab dem 1. August 2026 die Einhaltung des Grenzwerts für das Verdichtungsverhältnis nicht mehr nur bei Umgebungsbedingungen, sondern auch bei einer repräsentativen Betriebstemperatur von 130 Grad Celsius nachgewiesen werden muss.

Somit hätte Mercedes bis Anfang August Zeit, seine Motoren so anzupassen, dass das Verdichtungsverhältnis auch bei diesen Bedingungen eingehalten wird.

Gültig ist das aber noch nicht: Der Vorschlag wurde den Motorenherstellern zur Abstimmung vorgelegt. Das Ergebnis dieser Abstimmung wird innerhalb der nächsten zehn Tage erwartet. Erst dann könnte eine entsprechende Änderung vom Motorsport-Weltrat WMSC genehmigt werden.

Nach Stella-Warnung: Keine schnellen Änderungen

Zudem fand in Bahrain noch ein Treffen der Formel-1-Kommission unter Leitung von Formel-1-Boss Stefano Domenicali und FIA-Technikchef Nikolas Tombazis statt, wo über die bisherigen Eindrücke der Fahrzeuge geredet wurde. Zu den behandelten Themen gehörten die allgemeinen Fahrzeugeigenschaften, die Energie- und Antriebseinheit, die Aerodynamik, Überholvorgänge und das Racing sowie Reifen und mechanischer Grip.

Von den Fahrern gab es positives Feedback zum reduzierten Gewicht und den kompakteren Abmessungen der 2026er-Autos. Die Fahrer waren sich dabei generell einig, dass das neue Auto einen verbesserten Fahrkomfort und eine stärkere Anfangsbeschleunigung aufweist.

Weitere Auswertungen und technische Überprüfungen in Bezug auf das Energiemanagement werden in den kommenden drei Tagen während des zweiten Tests in Bahrain durchgeführt.

McLaren-Teamchef Andrea Stella hatte in der vergangenen Woche sofortige Änderungen gefordert, weil er die Sicherheit bei Starts und durch Lift-and-Coast am Ende der Geraden gefährdet sieht, allerdings wird es erst einmal keine größeren Änderungen am Reglement geben.

Denn: Die ersten Erkenntnisse und Rückmeldungen seien laut Kommission "noch nicht ausgereift genug", und voreilige Änderungen würden "das Risiko erhöhter Instabilität vor dem ersten Rennen" bergen. Weitere Überprüfungen werden durchgeführt, sobald mehr Daten verfügbar sind.

Gibt es Anpassungen an der Startprozedur?

Allerdings möchte die FIA in den Tagen von Bahrain weitere Anpassungen an der Startprozedur prüfen. Auch die war ein Thema, weil Autos möglicherweise zu lange brauchen, um den zum Starten notwendigen Ladedruck aufzubauen - das sorgt für das Risiko langsam startender Autos.

Bei Ferrari stieß das jedoch auf Ablehnung. Nach Informationen von Motorsport-Total.com hatte Ferrari genau dieses Thema bereits im Laufe des Jahres 2025 bei der FIA angefragt und damals die Auskunft erhalten, dass die Abläufe unverändert bleiben würden. Infolgedessen hat Ferrari seinen Turbo offenbar so konstruiert, dass die Zeitspanne, die er benötigt, um den korrekten Ladedruck aufzubauen, minimiert wird.

Um die Situation zu entschärfen, ohne sich direkt auf drastische Änderungen der Startsequenz festzulegen, wird die FIA am Ende jedes Testtages in Bahrain verschiedene Zeitabläufe testen. So können Daten und Feedback gesammelt werden, um vor dem Saisonauftakt in Melbourne eine fundierte Entscheidung zu treffen.

"Während der Kommissionssitzung gab es konstruktive Gespräche und Vorschläge zum Startprozedere der Rennen. Infolgedessen werden während des laufenden Bahrain-Tests weitere Bewertungen von Updates an den Rennsystemen und dem Management am Fahrzeug vorgenommen", heißt es in einem Statement dazu.

Zudem wurde beim Meeting auch über die Möglichkeit gesprochen, die Anzahl von Sprintevents auf zwölf zu erhöhen, basierend auf der Nachfrage von Fans und Veranstaltern nach dem Sprintformat. In der Formel-1-Saison 2026 finden erneut sechs Sprintrennen statt.

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