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Eine verspätete Track-Limit-Entscheidung sorgte bei der Formel 1 in Miami für Chaos: Alexander Albon verlor seine Zeiten, Liam Lawson hoffte vergeblich auf seine Chance

FIA-Panne in Miami: Alexander Albons Qualifying erst nachträglich kassiert

Alexander Albon hätte eigentlich gar nicht in SQ2 fahren sollen

Foto: LAT Images

Im Sprint-Qualifying zum Großen Preis von Miami kam es in der Formel 1 zu einer ungewöhnlichen Verzögerung bei der Auswertung von Track-Limit-Verstößen. Davon profitierte zunächst Alexander Albon.

Der Williams-Pilot schaffte den Sprung in den zweiten Abschnitt der Qualifikation, doch die Runde, die ihm das Weiterkommen ermöglichte, wurde nachträglich gestrichen. Leidtragender war Liam Lawson, der so nicht mehr im zweiten Abschnitt des Sprint-Qualifyings antreten durfte.

Während die Uhr im SQ2 bereits lief, zeigten die TV-Bilder eine ungewohnte Szene: Lawson saß startbereit in seinem Racing-Bulls-Boliden in der Garage. Der Neuseeländer war im ersten Abschnitt als 16. eigentlich ausgeschieden, doch sein Team hoffte auf eine Rückkehr auf die Strecke.

Weshalb der Verstoß zu spät erkannt wurde

Die Verantwortlichen gingen davon aus, dass Albons Zeit wegen eines Verstoßes gegen die Tracklimits gestrichen werden müsste. Albon war zu diesem Zeitpunkt mit einer Zeit von 1:30.216 Minuten auf Rang 14 gelistet, was Lawson den Platz unter den besten 15 gekostet hatte.

Albon hatte die Strecke in Kurve 6 tatsächlich verlassen, doch das System der FIA registrierte den Verstoß nicht sofort. Ein Sprecher der FIA erklärte, dass Reifenspuren auf dem Asphalt, die von anderen Rennserien wie der McLaren-Trophy, dem Porsche-Carrera-Cup oder der Formel 2 stammten, die automatische Erfassung beeinträchtigt hatten.

Rennleiter Rui Marques meldete den Vorfall zwar den Sportkommissaren, doch zu diesem Zeitpunkt hatte SQ2 bereits begonnen. In der Folge wurden nach der Überprüfung nicht nur die fragliche Runde aus SQ1, sondern auch alle im zweiten Abschnitt erzielten Zeiten des Williams-Piloten gestrichen. Mit seiner verbleibenden Zeit von 1:31.322 Minuten rutschte Albon auf den 19. Startplatz ab.

Albon nach Strafe nur auf Startplatz 19

"Die Kommissare hörten den Teamvertreter an und prüften die Daten des Positionierungs- und Marshalling-Systems sowie Videobeweise", hieß es in der Urteilsbegründung. "Während SQ1 hat Wagen 23 die Streckenbegrenzung in Kurve 6 deutlich überschritten. Dies wurde den Kommissaren jedoch erst gemeldet, als SQ2 bereits begonnen hatte."

Weiter erklärten die Sportkommissare: "Die Zeit von Wagen 23 in der Runde, in der die Streckenbegrenzung überschritten wurde, reichte aus, um ihn in SQ2 zu platzieren. Als die Kommissare darüber informiert wurden, dass Wagen 23 die Strecke verlassen hatte und seine Runde potenziell hätte gestrichen werden müssen, befand er sich aber bereits in SQ2 auf der Strecke."

"Da dies eine ungewöhnliche Situation war, haben die Kommissare beschlossen, die Angelegenheit durch Ausübung ihrer Befugnis gemäß Artikel 11.7.1.a des Internationalen Sportgesetzes zu regeln, indem sie die Rundenzeit der betreffenden Runde in SQ1 streichen. Da Wagen 23 nicht in SQ2 hätte aufrücken dürfen, werden folglich alle Rundenzeiten aus SQ2 gestrichen."

Präzedennzfall Perez in Spielberg 2022

Dieser Fall erinnert an einen Präzedenzfall aus Österreich im Jahr 2022. Damals erreichte Sergio Perez das Q3 und qualifizierte sich als Vierter, bevor festgestellt wurde, dass er in Q2 die Tracklimits überschritten hatte. Auch damals wurden alle nachfolgenden Zeiten gestrichen. Red-Bull-Teamchef Christian Horner kritisierte dies damals und betonte, dass das Thema "vor Q3 hätte geklärt werden müssen".

Die Sportkommissare hielten jedoch bereits damals fest: "Das Team führte an, dass es sowohl Risiken eingegangen sei als auch Ressourcen verbraucht habe, um in Q3 anzutreten. Die Kommissare akzeptieren diesen Punkt. Bei der Bemessung einer Strafe nach einer Sitzung unterscheidet sich dies jedoch nicht von jeder anderen Situation."

"Die übliche Strafe ist das Streichen der betreffenden Rundenzeit, und die Kommissare ordnen hier die gleiche Strafe an. Infolgedessen wäre der Fahrer jedoch nicht in Q3 aufgerückt, und daher ordnen die Kommissare im Sinne der Fairness gegenüber allen anderen Teilnehmern an, dass auch alle Rundenzeiten des Fahrers für Q3 gestrichen werden."

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