FIA sicher: 2026-Regeln sollen Überholen deutlich erleichtern
Die FIA hat erklärt, warum das neue Formel-1-Reglement für 2026 deutlich engere und damit spannendere Rennen ermöglichen soll als die aktuelle Boliden-Generation
2026 soll es laut FIA wieder mehr Action auf der Strecke geben, wie hier beim Start in Sao Paulo (2025)
Foto: Getty Getty
Nikolas Tombazis, FIA-Direktor für Formel-Fahrzeuge, geht davon aus, dass das Formel 1 Reglement 2026 "spannendere Rennen" liefern wird. Dazu sollen die zahlreichen Änderungen an den Autos als Gesamteffekt führen.
Ab 2026 setzt die Formel 1 auf leichtere und schmalere Fahrzeuge, auf Hybridmotoren mit einem deutlich größeren Elektroanteil, auf nachhaltige Kraftstoffe und auf eine aktive Aerodynamik.
Letztere sieht vor, dass sowohl Front- als auch Heckflügel auf den Geraden geöffnet werden können. Die aktuelle DRS-Technik am Heckflügel wäre damit Geschichte. Stattdessen sollen nachfolgende Autos durch einen elektrischen Zusatzschub, den sogenannten "Manual Override Mode", einen Geschwindigkeitsvorteil beim Angriff erhalten.
"Energiebasiertes Überholsystem wird Dynamik verändern"
Und obwohl die neuen Motoren- und Chassisregeln anfangs für größere Leistungsunterschiede sorgen könnten, ist Tombazis überzeugt, dass das Gesamtpaket das Racing verbessert.
"Natürlich muss man bei einem komplett neuen Reglement zunächst mit größeren Abständen im Feld rechnen. Aber aus aerodynamischer Sicht erwarten wir, dass die Autos einander deutlich besser folgen können als heute", sagt er.
"Die Strömung hinter dem Auto ist wesentlich sauberer, und wir haben aus der 2022er-Generation extrem viel gelernt - vieles davon ist nun in die neuen Aero-Regeln eingeflossen. Der Wechsel von DRS zu einem energiebasierten Überholsystem wird die Dynamik verändern und unvorhersehbarer machen. Zusammen mit der überarbeiteten Aerodynamik bin ich überzeugt, dass die Rennen am Ende spannender werden."
Inzwischen wieder mehr "Dirty Air" als 2022
Tombazis betont, dass der Unterschied zur aktuellen Generation vor allem deshalb groß sein wird, weil die Teams seit 2022 wieder massiv Abtrieb zurückgewonnen haben. Damit sei auch der negative Effekt der "Dirty Air" wieder deutlich stärker geworden.
"Die Autos von 2022 hatten anfangs eine enorme Verbesserung beim Luftstrom hinter dem Fahrzeug. Ich erinnere mich nicht an die exakten Werte, aber der Abtriebsverlust bei 20 Metern Abstand lag bei den alten Autos bei rund 50 Prozent - bei den 2022ern waren es 80 bis 85 Prozent. Im Laufe der Saison und mit den Weiterentwicklungen ist dieser Vorteil aber wieder abgefallen. Vermutlich auf etwa 70 Prozent."
"Deshalb tun sich die Autos heute etwas schwerer beim Hinterherfahren als 2022, auch wenn es immer noch deutlich besser ist als 2021. Wir erwarten, dass wir den neuen Zyklus 2026 bei etwa 90 Prozent starten. Das wäre besser als jemals zuvor."
Für Red-Bull-Chefingenieur "alles noch unvorhersehbar"
Ein weiterer Faktor für Unterschiede zwischen Teams und Fahrern ist nicht nur das Motorenkonzept selbst, sondern wie die jeweiligen Antriebseinheiten betrieben und das Energiemanagement umgesetzt wird. Es wird erwartet, dass zwei identische Motoren je nach Energieeinsatz mehrere Zehntel pro Runde auseinanderliegen können.
Red-Bull-Chefingenieur Paul Monaghan erklärt: "Wenn ein Fahrer seine Energie anders einsetzt, dabei vielleicht nicht optimal über die Runde verteilt, kann ein Überholmanöver viel einfacher oder realistischer werden."
"Ich glaube daher, dass die Streuung bei der Leistungsentfaltung größer sein wird als heute. Dadurch wird sich das Racing verändern. Vielleicht rückt das Feld nicht mehr ganz so eng zusammen wie aktuell - aber das müssen wir abwarten. Dazu kommt die Unklarheit komplett neuer Autos, neuer Elektronik. Wie zeigt sich all das in der Zuverlässigkeit? Wir werden es erleben. Momentan ist alles noch unvorhersehbar." Lange müssen wir jedoch nicht warten, die ersten Testfahrten beginnen bereits in zehn Wochen.
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