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Die Elektrifizierung stockt, Verbrenner bleiben: FIA-Direktor Nikolas Tombazis erklärt, warum das 2026er-Reglement ein Kind seiner Zeit ist

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Nikolas Tombazis musste umsetzen, was die Hersteller verlangten

Foto: Andy Andy

Während die Debatte um das umstrittene Formel-1-Reglement für 2026 weiter anhält, hat sich nun der Mann zu Wort gemeldet, der mit dessen Umsetzung betraut ist.

Nikolas Tombazis, Formelsport-Direktor der FIA, hat zwar nicht die annähernde 50/50-Aufteilung zwischen elektrischer Leistung und der Leistung des Verbrennungsmotors vorgeschlagen, die das Herzstück des neuesten Reglements bildet, aber es war sein Team, das dieses Konzept in eine renntaugliche Realität umsetzen musste.

Dieser Prozess erforderte alle erdenklichen Kompromisse, um die inhärenten Herausforderungen bei der Steuerung der Einsatz- und Ladezyklen dieser elektrischen Energie zu bewältigen.

In einer Medienrunde mit ausgewählten Journalisten, schließt sich Tombazis vor dem Großen Preis von Miami den Ansichten an, die Formel-1-Boss Stefano Domenicali in einem exklusiven Interview mit Autosport, einem Schwesterportal von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, geäußert hatte.

Ohne den beteiligten Automobilherstellern direkt die Schuld zu geben, räumt er ein, dass deren damalige Marktprioritäten das 50/50-Prinzip faktisch diktiert hatte.

Da allgemein anerkannt ist, dass die Grundlagen der nächsten technischen Formel noch in diesem Jahr vereinbart werden müssen, wollen die Beteiligten ein weiteres Szenario vermeiden, bei dem sich die Marktprioritäten ändern, bevor die Regeln überhaupt in Kraft treten.

"Es ist wahr, dass sich die politische Landschaft verändert hat. Als wir das aktuelle Reglement diskutierten, sagten uns die sehr engagierten Automobilkonzerne, dass sie nie wieder einen [neuen] Verbrennungsmotor bauen würden", so Tombazis. "Sie wollten ihn auslaufen lassen und bis zu einem bestimmten Jahr voll elektrisch sein."

"Offensichtlich ist das nicht passiert", meint er weiter. "Das soll die Bedeutung der Elektrifizierung weltweit nicht unterschätzen, aber sie fand nicht in dem Maße statt, wie behauptet wurde. Zweitens - und das ist eine der selten diskutierten Geschichten, weil sie nicht sichtbar ist - haben wir uns für vollständig nachhaltige Kraftstoffe entschieden. Und ich denke, das ist ein ziemlich gutes Ergebnis."

Formel 1 darf sich nicht abhängig machen

Für die Zukunft möchte er den Sport aber vor einer solchen Position schützen: "Das bedeutet, dass wir nicht Geisel der Entscheidung von Automobilkonzernen sein dürfen, ob sie Teil unseres Sports sein wollen oder nicht."

Tombazis betont, dass man "unbedingt" möchte, dass sie Teil des Sports sind, weswegen man auch so hart daran gearbeitet habe, "aber wir dürfen uns auch nicht in einer Position befinden, in der wir plötzlich verwundbar sind, wenn sie sich gegen eine Teilnahme entscheiden. Deshalb müssen wir weiter an der Kostensenkung arbeiten."

Als das 50/50-Prinzip im Sommer 2022 vereinbart wurde, galt die vollständige Elektrifizierung der Produkte der Automobilindustrie eher als eine Frage des "Wann" und nicht des "Ob". Viele Regierungen weltweit waren bestrebt, den Verbrennungsmotor per Gesetz abzuschaffen.

Doch die Akzeptanz von E-Fahrzeugen stößt in vielen Märkten auf Widerstand der Verbraucher, und es ist klar geworden, dass eine vollständige Elektrifizierung innerhalb der ursprünglich vorgesehenen Zeitrahmen nicht erreichbar ist.

Parallel dazu hat die Entwicklung nachhaltiger Kraftstoffe dem Verbrennungsmotor einen potenziellen Rettungsanker ausgeworfen - in einem Maße, dass viele Automobilhersteller ihre Zusage zur Elektrifizierung revidieren.

Reglement 2031: Schnelle Entscheidung muss her

Die Frage, vor der diejenigen stehen, die das nächste technische Formel-1-Reglement gestalten werden, lautet: Wird sich der Markt zwischen heute und dem Inkrafttreten der nächsten Regeln (derzeit für 2031 geplant) erneut verändern?

Die Entwicklung und Produktion der Antriebseinheiten kostengünstiger zu machen, würde nicht nur die Argumentation auf Vorstandsebene der Automobilkonzerne für einen Verbleib in der Serie unterstützen, sondern könnte auch unabhängigen Herstellern die Tür öffnen.

Als Nebeneffekt könnte dies auch den Einfluss der Autohersteller auf detailliertere Aspekte der Regeln verringern, wie etwa zulässige Materialien innerhalb der Motoren. Wenn man zwischen den Zeilen liest, ist dies ein Ergebnis, das sowohl die Formel 1 als auch die FIA als äußerst erstrebenswert erachten.

Aber: Die Zeit drängt. "Wenn wir für den nächsten Zyklus etwas ändern wollen, müssen wir sehr bald mit der Diskussion beginnen, denn die Zeit, die für die Herstellung einer Antriebseinheit, eines Motors und all dieser Dinge benötigt wird, ist recht lang", weiß Tombazis.

"Es mag also etwas seltsam klingen, diese Angelegenheiten nur wenige Rennen nach unserem Start zu diskutieren, aber das ist der natürliche Zyklus der Debatte und der Zeitpunkt, an dem sie stattfinden muss."

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