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FIA überzeugt: Teams melden Regelschlupflöcher beim Verband

Bei der FIA macht man sich keine Sorgen, dass die Formel-1-Teams für 2021 Schlupflöcher ausnutzen werden: Aus Angst vor einem Verbot meldet man sie vorher

FIA überzeugt: Teams melden Regelschlupflöcher beim Verband

Als die Formel 1 ihr Reglement für 2009 drastisch änderte, verhalf ein Schlupfloch dem Brawn-Team zum unerwarteten Titelgewinn, als man den umstrittenen Doppel-Diffusor einsetzte. Auch für das neue Reglement 2021 könnten sich Schlupflöcher ergeben, doch die FIA ist zuversichtlich, dass die Teams mögliche Lücken im Reglement vorher selbstständig melden.

"Von den Teams wird ein Großteil - ich will nicht sagen alle - eine verantwortungsvolle Sicht wählen. Und wenn sie sehen, dass es eine Unstimmigkeit in den Regeln gibt, dann werden sie interessiert daran sein, es uns zu melden", glaubt Nikolas Tombazis, der Technikchef der Formelboliden bei der FIA, gegenüber 'Motorsport.com'.

Allerdings würden die Teams das nicht aus Gemeinnützigkeit tun, damit der Zweck der Regeln, das Racing zu verbessern, eingehalten wird. Vielmehr steckt ein gewisses Eigeninteresse dahinter: "Bis zu einem gewissen Punkt können wir die Regeln noch anpassen und Korrekturen vornehmen. Sie möchten nicht unbedingt drei Monate mit etwas verschwenden und dann zieht man ihnen den Boden unter den Füßen weg."

Sollten die Teams in eine bestimmte Richtung entwickeln und diese Lösung dann verboten werden, dann hätte man drei Monate umsonst investiert. "Bevor sie anfangen Ressourcen zu nutzen, möchten sie sichergehen, dass es nicht irgendwie verboten wird", so Tombazis.

FIA suchte Schlupflöcher selbt

Die FIA selbst hat sich im Vorfeld ebenfalls mit Schlupflöchern beschäftigt. Ein Team hat das neue Reglement aus Sicht der Aerodynamiker unter die Lupe genommen und versucht, die Regeln zu brechen. Durch diesen Stresstest sollten bereits vor Veröffentlichung mögliche Schwachpunkte entdeckt und ausgemerzt werden.

"Dadurch haben wir zwei oder drei Bereiche gefunden, die nicht gut formuliert oder gut kontrolliert waren, und wir haben in den vergangenen Monaten bessere Regeln formuliert", so Tombazis.

Ähnlich sei man auch für das neue Reglement 2019 vorgegangen, bei dem ein neuer Frontflügel das Hinterherfahren verbessern sollte. Laut Tombazis habe das "recht gut" funktioniert.

Windkanal reduziert

Beim Einsparen der Ressourcen geht es dabei übrigens nicht nur um das Finanzielle, denn die Budgetgrenze wird es 2020 noch nicht geben. Vor allem geht es um die benötigte Zeit und auch die Windkanalstunden und CFD-Simulationen, die in Zukunft noch weiter eingeschränkt sein werden.

Zwar wird die erlaubte Windkanal-Belegung von 480 auf 500 Stunden in einer achtwöchigen Aerodynamik-Test-Periode erhöht, die eigentliche Laufzeit jedoch auf 400 Stunden verkürzt - 80 weniger als zuvor. Zwischen 2022 und 2025 werden weitere 80 Stunden abgezogen werden.

Eine dritte Einteilung ist die sogenannte "Wind On Time", bei der der Windkanal schneller als 15 m/s läuft. Diese wird in Zukunft auf 100 Stunden pro Aerodynamik-Test-Periode halbiert.

Mit Bildmaterial von Formel 1.

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Urheber Norman Fischer