FIA unter Druck: Coulthard kritisiert Regellücke beim Verdichtungsverhältnis
David Coulthard wirft der FIA mangelndes Verständnis vor, nachdem Mercedes eine Grauzone beim Formel-1-Motor ausnutzte
Formel-1-Auto von Mercedes bei den Testfahrten in Bahrain
Foto: LAT Images
Der Automobil-Weltverband FIA sieht sich mit neuerlicher Kritik konfrontiert, nachdem der ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard auf ein mangelhaftes Verständnis für das Regelwerk hingewiesen hat. Hintergrund ist die anhaltende Debatte um das Verdichtungsverhältnis der neuen Motorengeneration für 2026, bei der Mercedes eine Grauzone ausgenutzt haben soll.
Coulthard findet für die Situation deutliche Worte. Im Up To Speed-Podcast kritisierte er die Rechtfertigung des Weltverbandes scharf: "Nun, hier ist die Sache. Sie haben die FIA erwähnt. Sie ist das Leitungsorgan der Formel 1. Und ich habe kürzlich gelesen, wie sie sagten: 'Nun, wir sind nur etwa 20 Leute, die die Regeln schreiben, während die Formel-1-Teams Hunderte von Leuten haben, weshalb wir die Lücke nicht entdeckt und geschlossen haben'."
Für den ehemaligen Vizeweltmeister ist dies kein akzeptables Argument. Er fordert, dass die Regelhüter die tatsächlichen Einsatzbedingungen eines Rennwagens stärker berücksichtigen müssen.
"Wenn die Regelmacher ehrlich gesagt einen besseren Job dabei machen würden, das Arbeitsfenster eines Formel-1-Autos zu verstehen... Das Arbeitsfenster eines Formel-1-Autos liegt nicht in der Garage bei Umgebungstemperatur. Es ist draußen auf der Strecke. Die Motorentemperatur liegt bei 110 Grad, alles ist glühend heiß, die Bremsen bei über 1.000 Grad. Das ist der Bereich, für den sie die Regeln und Vorschriften entwerfen sollten", erklärte Coulthard weiter.
Das Verdichtungsverhältnis ist eine der zentralen technischen Änderungen im Rahmen des neuen Reglements. Während der Wert bisher bei 18:1 lag, reduzierte die FIA diesen für 2026 auf 16:1. Bereits im Dezember 2025 kamen jedoch Berichte auf, wonach Mercedes einen Weg gefunden habe, auf der Rennstrecke ein höheres Verdichtungsverhältnis zu erzielen. Dies sei möglich, weil die Messung laut aktuellem Protokoll nur im Stand und bei Umgebungstemperatur erfolgt.
Um diese Lücke zu schließen, wurde nun eine Regeländerung vorgeschlagen, die zum 1. August 2026 in Kraft treten könnte. Über diesen Vorschlag müssen die Motorenhersteller, die FIA und das Management der Formel 1 zeitnah abstimmen. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff betonte unterdessen mehrfach, dass das Triebwerk legal sei und das Design von der FIA abgenommen wurde.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.