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FIA-Weltrat: Budgetgrenze bestätigt, Handicap-System bei Testkapazitäten

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FIA-Weltrat: Budgetgrenze bestätigt, Handicap-System bei Testkapazitäten
Autor:
Co-Autor: Christian Nimmervoll, Featured writer
27.05.2020, 19:13

Der Weltrat der FIA hat unter anderem die stufenweise fallende Budgetgrenze bestätigt und ein neues System festgelegt: Je erfolgreicher, desto weniger Testzeit

Der Motorsport-Weltrat der FIA (WMSC) hat am Mittwochabend einige Veränderungen an den Formel-1-Reglements im Bereich Sport, Technik und Finanzen vorgenommen und dabei wie geplant auch die Entwicklung in den kommenden Jahren eingeschränkt. Zudem hat man die schrittweise Senkung der Budgetgrenze auf 135 Millionen US-Dollar bis 2023 festgelegt.

Technisch wurden unter anderem ein grundsätzlicher Freeze der Bauteile sowie eine weitere Erhöhung des Mindestgewichts um drei Kilogramm auf 749 Kilogramm für 2021 festgelegt. Sportliche Änderungen umfassen Strukturregelungen für Geisterrennen sowie eine Reduzierung der Testkapazitäten.

Interessant hierbei: Ab 2021 bekommen die Teams unterschiedliche Aerodynamik-Testkapazitäten zugewiesen. Je schlechter man in der WM abgeschnitten hat, desto mehr Zeit darf man etwa im Windkanal verbringen.

Abgesegnet wurde auch ein neues Finanz-Reglement mit der Budgetobergrenze als Eckpfeiler. Ursprünglich stand diese bei 175 Millionen US-Dollar pro Jahr und Team. Aufgrund der Coronakrise wurde diese für 2021 aber auf 145 Millionen Dollar (umgerechnet rund 132 Millionen Euro) reduziert.

Für die Folgejahre ist eine weitere Verschärfung des sogenannten "Caps" geplant: auf 140 Millionen Dollar für 2022 und 135 für 2023 bis 2025 - vorausgesetzt, der Rennkalender umfasst 21 Rennwochenenden. Sollten mehr Events stattfinden, steigt auch die Maximalsumme, die im Rahmen des Budgetdeckels ausgegeben werden darf.

Neben den schon bisher bekannten Ausnahmen von der Budgetobergrenze etwa für Marketing, Fahrergagen oder die bestbezahlten Angestellten wurde seitens des FIA-Weltrats eine Liste mit weiteren Punkten bekannt gegeben, die vom "Cap" ausgenommen sind:

- Mitarbeiter-Bonus am Jahresende (bis zwölf Millionen Dollar)

- Ausgaben für Mitarbeiter-Unterhaltung (bis eine Million)

- Ausgaben für medizinische Behandlung (Sehtests, etc.) von Mitarbeitern

- Ausgaben für Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen

- Personalkosten während Karenzzeiten von Mitarbeitern

- Personalkosten während Krankenstandszeiten von Mitarbeitern

- Ausgaben für FIA-Projekte

Wichtig auch: Sozialabgaben in Zusammenhang mit der Auszahlung von Gehältern werden mit 13,8 Prozent für die Berechnung der Budgetobergrenze herangezogen. Bisher war hier ein Schwellenwert von 15 Prozent geplant. Hier wurde ein einheitlicher Wert für alle Teams festgelegt, weil die Lohnnebenkosten in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich hoch sind.

Ferner hat die FIA für Teile, die etwa ein Kundenteam von einem Werksteam kauft, Nominalwerte festgelegt. Kauft etwa Racing Point ein Getriebe von Mercedes, fließt das mit der gleichen Summe in die "Cap"-Berechnung ein wie wenn Haas ein Getriebe von Ferrari kauft - selbst wenn der tatsächliche Rechnungsbetrag möglicherweise unterschiedlich sein sollte.

Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Budgetobergrenze nicht mit unrealistischen Rechnungsbeträgen ausgehebelt wird. Und der Mechanismus verhindert auch, dass ein großes Werksteam gewisse Entwicklungsarbeiten an ein Kundenteam mit freien Ressourcen auslagert und diese Komponenten dann günstig einkauft ...

Die weiteren Beschlüsse im Überblick:

Technisches Reglement:

- Einfrierung zahlreicher Komponenten wie Chassis, Getriebe oder mechanischer Komponenten zwischen 2020 und 2021. Ein Tokensystem soll Raum für individuelle Entwicklungen lassen.

- Einschränkungen von Power-Unit-Updates 2020

- Neue Maße und Vereinfachung des Unterbodens vor den Hinterreifen für 2021

- Anhebung des Mindestgewichts auf 749 Kilogramm für 2021

Sportliches Reglement:

- Vorschriften für "offene" und "geschlossene" Events und ihre regeltechnischen Strukturen (je nachdem ob Besucher erlaubt sind oder nicht)

- Diverse Updates der Reifenregeln für 2020; Reifentests im zweiten Freien Training sollen erlaubt sein, falls die Zulassung einer neuen Reifenspezifikation notwendig sein sollte

- Reduzierung der Aerodynamik-Tests und Einschränkungen der Power-Unit-Prüfstände für 2020

- Weitere Reduzierung der Aerodynamik-Tests für 2021 und Einführung linear größer werdender Einschränkungen je nach Meisterschafts-Position

- Festlegung einiger Regeln für 2022, inklusive Sperrzeiten, Scrutineering und Parc-ferme-Vorschriften

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Urheber Norman Fischer