Finanzieller Schaden: Red Bull fordert Neubewertung durch die FIA

Aufgrund der Unfallschäden aus Silverstone und Budapest drängt Red Bull den Weltverband (FIA) dazu, die Regelung zur Budgetobergrenze zu überdenken

Finanzieller Schaden: Red Bull fordert Neubewertung durch die FIA

"Motorsport kann so brutal sein", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Und mit dieser Aussage bezieht er sich auf die jüngsten Zwischenfälle, die seinen Rennstall teuer zu stehen kamen - buchstäblich. Denn die Unfallschäden an den Fahrzeugen von Sergio Perez und Max Verstappen waren nach den Formel-1-Rennen in Silverstone und Budapest enorm groß.

Verstappen war nach einer Berührung mit Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton beim Großbritannien-Grand-Prix hart in die Streckenbegrenzung eingeschlagen. Beim Ungarn-Grand-Prix sorgte ein Startcrash, ausgelöst von Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas, für schwere Beschädigungen an beiden Red-Bull-Autos.

Das Ergebnis sind viele verlorene Punkte. Mehr noch: Red Bull muss in beiden Fällen die Rechnung tragen. Und das stößt Teamchef Horner sauer auf: "Die Schäden sind groß. Und bei Sergio ist ein weiterer Antrieb hinüber." Das sei "höchst frustrierend" für sein Team, "noch dazu unter der Budgetobergrenze", so erklärt er.

Teamchef Horner nimmt den Weltverband in die Pflicht

Die in diesem Jahr eingeführte Deckelung der Ausgaben schließt auch die Kosten für Ersatzteile und Antriebe mit ein. Eine etwaige "Härtefall"-Regelung gibt es nicht: Red Bull muss innerhalb der finanziellen Vorgaben selbst für die erlittenen Schäden aufkommen.

"Ein Unfall, den du nicht verursacht hast, für den du aber einen hohen Preis bezahlen musst, ist im Budget nicht vorgesehen", sagt Horner. "Ich denke, das muss sich der Weltverband nochmals im Detail anschauen."

Wer trägt die Kosten beim Fremdverschulden?

Dem Red-Bull-Teamchef geht es vor allem um die Frage des Fremdverschuldens. Sein Team sei beide Male das Opfer von Zwischenfällen geworden, die zumindest mehrheitlich von anderen Fahrern verursacht worden waren.

Wenn Red Bull also zusätzliches Geld zur Behebung der Unfallfolgen in die Hand nehmen muss, dieses Geld aber dann für leistungsrelevante Projekte fehlt, sei das eine "besorgniserregende" Situation, sagt Horner weiter.

"Wir müssen das wie gesagt nochmal mit der FIA besprechen. Das ist ja schließlich ein Thema, das außer Red Bull auch andere Teams betreffen kann."

Tatsächlich vertritt Ferrari nach dem Unfall zwischen Aston-Martin-Fahrer Lance Stroll und Ferrari-Fahrer Charles Leclerc eine ganz ähnliche Ansicht.

Horner kündigt Red-Bull-Comeback an

Ungeachtet dessen werde man nach der Formel-1-Sommerpause wieder Vollgas geben, versichert Horner: "Die jüngsten Wochen waren schwierig. Doch wir haben ja gesehen, wie schnell sich die Dinge ändern können. Und die Saison ist noch lang. Also ja, wir bleiben dran."

Zumal Verstappens Rückstand in der Fahrerwertung gerade mal dem "Abstand zwischen P1 und P2 in einem Rennen" entspreche, wie es Horner formuliert. "Zum Glück hat es Mercedes [in Ungarn] strategisch nicht auf den Punkt gebracht. Und Alonso hat den Eindruck gemacht, er würde ebenfalls für Red Bull fahren. Unterm Strich ist der Schaden also geringer ausgefallen als er es hätte sein können."

Verstappen habe ebenfalls Kämpferherz bewiesen, und das in einem schwer beschädigten Fahrzeug. "Sagen wir es so: Mick Schumacher hatte mehr Abtrieb als Max", meint Horner. "Er hat vollen Einsatz gezeigt und [auf der Strecke] einen Punkt geholt, der am Jahresende noch wichtig werden könnte."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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