Finne hoch drei am Ferrari-Diffusor: Ist das der Turnaround?

Ferrari innovativ: Beim SF21 wird der Diffusor vor störenden Einflüssen auf ganz neue Weise geschützt - Doch ist das genug, um die altbackene Front auszugleichen?

Finne hoch drei am Ferrari-Diffusor: Ist das der Turnaround?

Unterboden und Diffusor sind das große Schlachtfeld der Formel-1-Testfahrten 2021 in Bahrain. Auch Ferrari mischt kräftig mit und wartet mit einer ganz eigenen Lösung auf: Die Italiener haben drei Finnen auf jeder Seite des Diffusors am SF21 an eine Stelle gepackt, wo andere Teams gar nichts haben: am seitlichen Rand.

Ferrari versucht auf diese Weise Verwirbelungen auszugleichen, die aus der Rotation des Hinterrads resultieren. Die drei Finnen dienen dazu, die turbulente Luft vom Diffusor wegzuleiten, damit sie bloß nicht den sorgfältig vorbereiteten Luftstrom auf der Diffusor-Oberseite zerstört.

Bremsbelüftung 2021, Flügel

Die unteren Flügel an der Bremsbelüftung können ihren Job nicht mehr so gut erfüllen

Foto: Giorgio Piola

Es handelt sich um ein äußerst wichtiges Detail, auf das Ferrari wert gelegt hat. Im Zuge der aerodynamischen Restriktionen für die Formel-1-Saison 2021 wurde nämlich das Rasiermesser auch am Wingletsalat an der Bremsbelüftung angesetzt.

In der unteren Hälfte dürfen die Sternförmig angeordneten Flügelchen nur noch 80 statt 120 Millimeter lang sein. Bislang haben diese Flügel die Aufgabe übernommen, die Ferrari nun an die Diffusorfinnen ausgelagert hat.

Dieser Bereich des Fahrzeugs war auch bei der älteren Generation der Fahrzeuge von entscheidender Bedeutung, hat für 2021 aber noch einmal zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten. Schließlich fällt auch ein ganzes Stück Unterboden vor dem Hinterreifen weg.

Ferrari SF21, Nase

Das neue Nasenprofil des Ferrari SF21

Foto: Giorgio Piola

Ferrari hat seine zwei Entwicklungstoken im hinteren Bereich eingesetzt, um die Aufhängung und Kühlauslässe anzuheben. So wurde zusätzlicher Raum für aerodynamische Spielerein im Dreieck zwischen Aufhängung, Diffusor und Falschenhals geschaffen. Aerodynamik steht in diesem Fall über Mechanik und Schwerpunkt.

Schadensbegrenzung an der Front

Ferrari hat auch am Vorderwagen des SF21 einiges geändert, vor allem an der Nase. Allerdings war es nicht möglich, eine komplett schmale Nase nach dem Vorbild von Mercedes oder Renault/Alpine zu entwickeln, weil Ferrari die Entwicklungstoken fehlten. Hier bleibt man technologisch also zwangsweise zurück, bemüht sich jedoch um Schadensbegrenzung.

Ferrari, S-Schacht

Der neue Ausgang des S-Schachts mit den seitlichen Finnen

Foto: Giorgio Piola

Die Frontflügelaufhängungen fallen in der neuen Version kürzer aus, wodurch Platz für ein seitliches Cape geschaffen wurde, das überall im Feld Standard ist.

Die vielleicht auffälligste Änderung sind vier Finnen pro Seite am Ausgang des S-Schachts auf der Oberseite des Chassis. Ferrari macht sich als Ausgang für den S-Schacht nun den Übergang von der Nase zum Chassis zunutze. Die vorige Lösung war ein eigener Auslass in der Nase ohne Finnen. Diese Lösung erwies sich jedoch als wenig förderlich.

Mit Bildmaterial von Motorsport Network.

geteilte inhalte
kommentare
Nach "Bodyshaming"-Kommentaren: Alpine-Direktor erklärt Airbox

Vorheriger Artikel

Nach "Bodyshaming"-Kommentaren: Alpine-Direktor erklärt Airbox

Nächster Artikel

Probleme bei Mercedes? Max Verstappen weist Favoritenrolle von sich

Probleme bei Mercedes? Max Verstappen weist Favoritenrolle von sich
Kommentare laden

Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event Formel-1-Test in Sachir
Subevent 3. Testtag
Teams Ferrari
Urheber Heiko Stritzke