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Mick Schumacher muss sich damit abfinden, dass der Weg in die Formel 1 versperrt bleibt

Foto: circuitpics.de circuitpics.de

Flavio Briatore hat bestätigt, dass der Teamkollege von Pierre Gasly in der Formel 1 2026 nicht Mick Schumacher heißen wird. Die Entscheidung über das zweite Cockpit werde "zwischen Franco und Paul" fallen, sagt der Alpine-Teamchef in einem Interview mit The Race und meint damit Franco Colapinto und Testfahrer Paul Aron.

Briatore erklärt, er brauche "noch ein bis zwei Rennen, die ich mir anschauen muss", erst dann werde er eine Entscheidung treffen. Für Colapinto spricht, dass seine Formkurve zuletzt ansteigend war und er Sponsoren aus Südamerika mitbringt. Aron, ein Este, war 2024 Dritter in der Formel 2 - und hat 2025 schon drei Formel-1-Trainings absolviert: in Silverstone und Budapest für Sauber, in Monza für Alpine.

Alpine ist (abgesehen von Red Bull und Racing Bulls) das einzige Team, das noch ein freies Formel-1-Cockpit für 2026 zu vergeben hat. Nachdem sich für Schumacher die Hoffnung Cadillac zerschlagen hatte, war Briatore sozusagen die letzte theoretische Möglichkeit. Doch die hat sich nun auch erledigt.

Mick sei "jetzt schon ein paar Jahre aus der Formel 1 raus", sagt sein Onkel Ralf Schumacher im Interview mit t-online.de, und man müsse festhalten: "Ihm läuft die Zeit davon. Man darf nicht vergessen: Es drängen ja schon einige jüngere Fahrer aus der Formel 2 nach, beispielsweise Alex Dunne oder Arvid Lindblad, die beide gute Chancen haben, es zeitnah in die Formel 1 zu schaffen. Es wird nicht leichter für Mick, das muss man sagen."

Briatore sucht den neuen Michael Schumacher

Briatore erklärt, er sehe derzeit "keine andere Möglichkeit" als Colapinto und Aron. Auch in den Nachwuchsformeln dränge sich kein Überflieger auf: "Es gibt ein paar Fahrer, aber keiner ist irgendwie besonders oder schlägt voll ein. Ich erinnere mich, als 'Schumi' mit Sauber Gruppe C gefahren ist, da hat er fast jedes Rennen gewonnen."

Was freilich nur die halbe Wahrheit ist: Michael Schumacher fuhr 1990 und 1991 insgesamt elf Sportwagenrennen im Sauber-Mercedes, und nur zwei davon konnte er gewinnen. Dreimal wurde er Zweiter, und fünfmal schied er aus. Was allerdings stimmt: Das Talent des späteren Formel-1-Superstars war schon damals klar zu erkennen.

Sein damaliger Teamchef Peter Sauber erinnert sich im Buch Grand Prix Storys - Hinter den Kulissen der Formel 1 (ANZEIGE: Jetzt online bestellen, auch handsigniert vom Autor!): "Wenn ich sage, Michael ist bei uns im Sportwagen Kreise um alle anderen gefahren, wäre das vielleicht übertrieben. Aber er war superschnell! In Le Mans war er eine Klasse für sich, und zwar in jeder Hinsicht. Er hat kaum Reifen verbraucht, die Bremsen geschont, sein Spritverbrauch war besser als der der anderen. Und das war mit dem Auto eine echte Herausforderung."

Doch solche Nachwuchspiloten, die keine Zweifel daran lassen, dass sie auch in der Formel 1 einschlagen werden, sieht Briatore aktuell nicht: "GP2, Lewis Hamilton, das war bumm, bumm, bumm. Fernando Alonso ist Formel 3000 gefahren und hat jedes Rennen gewonnen. Als wir ihn zu Minardi gesetzt haben, rief mich Gian Carlo Minardi an und sagte: 'So einen wie den habe ich noch nie gesehen.'"

Auch bei Max Verstappen war Helmut Marko & Co. schon vor der Formel 3 klar, dass dieser Junge etwas Besonderes ist. Briatore sagt achselzuckend: "Seht ihr die Rennen in der Formel 2 und in der Formel 3? Da gewinnt einer ein Rennen, und im nächsten Rennen ist er 14. Dann am nächsten Wochenende ist er einmal Dritter und dann Zwölfter."

Tatsächlich gibt es in der Formel 2 aktuell keinen eindeutigen Dominator im Hamilton- oder Rosberg-Stil. In der Meisterschaft führt Leonardo Fornaroli, ein 20-jähriger Italiener, mit 174 Punkten, vor Luke Browning mit 153 und Richard Verschoor mit 144. Letzterer bestreitet allerdings auch schon seine fünfte Saison im Unterbau der Formel 1.

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Für Mick Schumacher bedeutet das, dass eine Rückkehr in die Königsklasse des Motorsports zumindest in naher Zukunft unrealistisch erscheint. Aber, wie Max Verstappen am Donnerstag gesagt hat: "Man kann auch im Langstreckensport eine gute Karriere haben. Auch wenn es manchmal nicht leicht ist, den Traum von der Formel 1 aufzugeben."

Groß waren Schumachers Chancen bei Alpine ohnehin nie. Auch wenn er im Sommer 2024 einen Test für das Team bestritten hat. Nach dem Shootout mit Jack Doohan erhielt zunächst der Australier den Zuschlag für die Saison 2025. Schumacher bestreitet in dieser Saison aber die Langstrecken-WM (WEC) für Alpine.

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